Sorge um BrückenpläneAusschuss lehnt Antrag zur Renaturierung der Aggeraue ab

Über die Agger soll eine neue Brücke für Radfahrer und Fußgänger gebaut werden.
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Engelskirchen – Die Förderung des Radverkehrs ist eine der Säulen im Integrierten Mobilitätskonzept der Gemeinde Engelskirchen. Es sieht unter anderem vor, Lücken im Radwegenetz zu schließen. Zudem soll eine neue Brücke über die Agger exklusiv für Radfahrer und Fußgänger entstehen, die die Fluss-Ufer in etwa am Caritas-Tagungshaus verbindet. Die Pläne liegen vor, der Förderbescheid ebenfalls. Im Rathaus harrt Fachbereichsleiter Baldur Neubauer nur noch der Genehmigung durch die Kölner Bezirksregierung. Die erwartet er im Juni, und dann will er die Arbeiten möglichst zügig ausschreiben, damit sie im Spätsommer beginnen können.
Antrag auf Wiederherstellung der Gewässeraue
Am Dienstag nun musste sich allerdings der Engelskirchener Planungs- und Umweltausschuss mit einem Antrag beschäftigen, den das Gros des Gremiums als Bedrohung für die komplette Planung einschätzt.
Friedrich Meyer, der dem Ausschuss als sachkundiger Einwohner für den Nabu angehört, hatte den Antrag gestellt, ausgerechnet im Bereich der ehemaligen Fabrik H&K Müller – genau da, wo die neue Brücke gebaut werden soll – „das gute ökologische Potenzial der Agger“ herzustellen.Dafür fand er allerdings keinen Mitstreiter, selbst die beiden Vertreter der Grünen im Ausschuss enthielten sich bei der Abstimmung. Alle anderen stimmten gegen den Antrag.
Unter anderem sollte laut des Meyer-Antrages „eine so weit wie mögliche Wiederherstellung der Gewässeraue“ angestrebt werden. Zwecks genauerer Planung sollten sich alle Beteiligten zusammensetzen, so Meyers Idee – Behörden, H&K Müller als Eigentümer, der Naturschutz, Fischereigenossenschaft und Angelsportfreunde. Dazu wird es aber nicht kommen. Michael Müller, Geschäftsführer der Firma H&K Müller, hatte in einer umfangreichen Stellungnahme die Meyer-Pläne schon strikt abgelehnt. Um den Rad-Geh-Weg und die Brücke zu ermöglichen, habe man unter anderem „der Gemeinde bzw. der Öffentlichkeit diese Nutzung zugesagt und diese Zusage ist durch Eintragung im Grundbuch abgesichert“. Weg und Brücke nannte Müller in der Stellungnahme eine „ökologisch, infrastrukturell und im Sinne der Verkehrssicherheit sinnvolle Maßnahme“, für die alle Voraussetzungen vorlägen. Meyers Antrag sei gut gemeint, ignoriere aber die Realität und bedrohe den Rad-/Gehweg und die Brücke.
Kein Verständnis vom Bürgermeister
Bürgermeister Dr. Gero Karthaus betonte, er sei sehr dankbar, dass Müller als Eigentümer Rad-Geh-Weg und Brücke erst ermöglicht habe. „Wenn dieser Antrag aber angenommen wird, dann ist die Planung gestorben.“ Dass Meyer nach drei Jahren der Planung jetzt diese Diskussion beginne – dafür fehle ihm jedes Verständnis, so Karthaus und weitere Ausschussmitglieder.
Meyer betonte seinerseits in der Sitzung, er wolle die Brücke keineswegs verhindern. „Aber es wäre dumm, wenn wir den Radweg jetzt bauen, und später stellen wir fest, wir hätten ihn besser woanders gebaut.“
