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JubiläumSchützenverein Ründeroth feiert seinen 100. Geburtstag

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Das Foto zeigt die Königskette des Ründerother Schützenvereins.

Die Königskette des Ründerother Schützenvereins.

Vor 100 Jahren wurde der Schützenverein Ründeroth aus der Taufe gehoben. Das Jubiläum wird beim Schützenfest groß gefeiert.

Ab Freitag, 28. August, feiert der Ründerother Schützenverein sein 100-Jähriges mit einem großen Schützenfest, zu dem die Band Brings die Musik beisteuert. Dabei waren die Anfänge zunächst gar nicht so enthusiastisch. 1925 wurde die Idee noch verworfen, einen Schützenverein zu gründen.

Am 28. Mai 1926 fand dann eine Besprechung im damaligen Schützenhof statt, an der nur Männer teilnahmen, die ein echtes Interesse am Zustandekommen eines Schützenvereins hatten. Die Leitung übernahm Karl Schmermund, der auch zum Vorsitzenden gewählt wurde. Zum Schriftführer bestimmte man Willi Schürfeld, der den stellvertretenden Vorsitz übernahm.

Karl Schmermund war der erste Vorsitzende

Um 22 Uhr wurde der einstimmige Beschluss gefasst, den „Ründerother Schützenverein“ aus der Taufe zu heben, berichtet das Protokoll der Gründungsversammlung. Eine Kommission, bestehend aus dem Vorsitzenden, dem Stellvertreter und dem Schießmeister, sollte die Vorarbeiten, wie den Entwurf der Satzungen oder die Beschaffung der Mützen erledigen.

Die öffentliche Gründungsversammlung fand am 13. Juni 1926 im Schützenhof statt. Dazu sollte „jeder Freund des Schießsports“ eingeladen werden. Außerdem wurde der Vorsitzende des Oberbergischen Schützenbundes, Schützenoberst Adolf Bockemühl aus Bergneustadt, dazu gebeten. Mit der Mahnung an alle, kräftig für den neuen Verein zu werben, schloss der Versammlungsleiter vor 100 Jahren mit einem kräftigen „Horrido!“

1930 richtete der Verein das Bundesschützenfest des OSB aus

Der Verein, heute unter dem Vorsitz von Frank Peterson, nahm seine Tätigkeit auf und wurde Teil des Oberbergischen Schützenbundes. Und schon im Jahr 1930 richtete der Schützenverein Ründeroth das 6. Bundesschützenfest des Oberbergischen Schützenbundes aus. Damit übernahm der noch junge Verein früh Verantwortung für das gesamte Schützenwesen im Kreis.

Mit Bundesschützenkönig Ernst Behr wurde dieses Fest zugleich zu einem besonderen Kapitel in der Geschichte des Vereins. Der erste Schützenkönig der Ründerother Grünröcke hieß Wilhelm Krah. Der Schützenverein hat zudem eine Königskette aus dem Gründungsjahr 1926, an die jeder König seither seinen eigenen Orden anhängt.

Die Königskette wird nur zu besonderen Gelegenheiten getragen

Dementsprechend umfangreich und schwer ist diese Kette mittlerweile. Geschäftsführerin Anne Peterson berichtet: „Sie wird daher nur zur Krönung und der Entkrönung und zu Festumzügen getragen.“ 1929 wurde das erste Schützenhaus in Ründeroth errichtet.

Es folgten durch die Kriegsjahre schwere Zeiten, aber schließlich gab es erneut Highlights in der Vereinsgeschichte. 1974 fand erstmals der Besuch der Schwäbischen Trachtenkapelle Hirblingen statt, die Freundschaft besteht seither und auch in diesem Jahr ist die Trachtenkapelle wieder zu Gast in Ründeroth.

Freundschaft mit der Schwäbischen Trachtenkapelle Hirblingen

Die schwäbische Kapelle hat Mitte der 1990er Jahre das komplette Schützenfest als bayerisches Fest ausgerichtet, mit allem, was dazugehört: Maßkrüge, Weißwürste, Maßkrug-Wetttrinken und einigen anderen typisch bayerischen Aktivitäten, wie Wettsägen.

1998 wurde vom damaligen Dirigenten Ansgar Weißerth anlässlich der 25-jährigen Freundschaft zwischen Schützen und Musikern, der „Ründerother Schützenmarsch“ komponiert. Harald Wittmann, damals aktiver Musiker, schrieb den Text dazu. „Den Marsch singen wir immer, wenn wir als Verein beisammen sind“, so Anne Peterson.

Zum 60-jährigen Bestehen des Vereins, wurde eine neue Fahne mit dem Ründerother Wappen angeschafft. Zu diesem Anlass wurde in Ründeroth das erste Mal ein Kaiservogel geschossen. Klaus Lemmer war der erste Kaiser des Ründerother Schützenvereins.

„Legendär waren auch immer die Auftritte der vereinseigenen Chaosband. Sonntagabends, nach dem offiziellen Teil der Krönung, traten die Eigengewächse mit einer Playbackshow auf, die die Besucher jedes Mal aufs Neue sehr begeisterte. Gäste kamen sogar nur, um die Chaosband zu sehen“, erinnert sich Peterson.

Zum 90-jährigen Bestehen spielten die Bläck Fööss in Ründeroth, nun sind es Brings, die das Jubiläum begleiten. „Gerne besucht unser Verein die Nachbarvereine zu deren Schützenfesten“, erzählt Peterson. „Jedes Jahr führen wir ein Pokalschießen für die Ründerother Ortsvereine durch und es gibt den sogenannten Bürgervogel, auf den jeder Ründerother anlegen darf. Dann haben wir Schützenschwestern einen eigenen Vogel – den Zickenvogel – aus einer Laune heraus entstanden, mittlerweile fest etabliert.“ Im Ründerother Schützenwesen wird es also nicht langweilig.


Zum Festauftakt am Freitag, 26. August, spielt ab 20 Uhr die Kölner Band Brings am Aggerstrand. Am Samstag geht es um 14.30 Uhr weiter mit der Seniorenkaffeetafel inklusive Platzkonzert am Altenzentrum. Ab 19.30 Uhr steigt der Festabend mit Krönung und Tanz. Am Sonntag beginnt das Fest mit dem musikalischen Frühschoppen um 11 Uhr und mündet in einen Familientag.