Im LVR-Industriemuseum Engelskirchen entdecken Kinder spielerisch die Stromerzeugung und werden selbst zu kleinen Technikern.
MitmachführungKinder erleben Blackout im Industriemuseum Engelskirchen

Mit Muskelkraft bringen die Kinder selbst Strom zum Fließen.
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Gerade noch erklärte Kulturvermittler Benedikt Hanf den Kindern, wie mit Hilfe des durch Wasser angetriebenen Kraftwerks Strom erzeugt wird, um Engelskirchen am Laufen zu halten, da wurde es plötzlich dunkel. Ein Blackout legte das LVR-Industriemuseum zum Teil lahm - aber zum Glück hatte Benedikt Hanf ganz viele Helfer an der Hand, die ihn tatkräftig dabei unterstützten, den Grund für den Stromausfall heraus- und auch direkt eine Lösung für das Problem zu finden.
Zuvor waren die Fünf- bis Zwölf-Jährigen noch mit dem richtigen Equipment ausgestattet worden, damit es im Kraftwerk auch sicher für sie ist. Neben einem Ausweis, der sie als Kraftwerktechniker identifizierte, gab es Helme und Warnwesten in leuchtend orangenen oder gelben Farben sowie Walkie-Talkies, damit alle auch über weitere Strecken miteinander kommunizieren konnten.
Stromausfall mit Absicht
Aber Fans des LVR-Industriemuseums müssen sich nun keine Sorgen machen - der Stromausfall war geplant und war Teil eines neuen Angebots des Museums. Denn am Wochenende fand das erste Mal eine Kinderführung durch die Dauerausstellung im Kraftwerk Ermen und Engels statt und mit dem inszenierten Blackout hieß es für die jungen Teilnehmer und ihre Eltern mitten drin zu sein statt nur daneben zu stehen.
Diese sogenannte „Hand On-Pädagogik“ oder auch Handlungspädagogik hat das Ziel, durch praktisches Tun unter anderem motorische Fähigkeiten, aber auch soziale und kognitive Fähigkeiten zu fördern, erklärte Hanf das Konzept, dass hinter der neuen Führung für die ganz kleinen Museumsbesucher ab fünf Jahren steckt.
Idee und Konzept aus eigener Hand
Der Kulturvermittler war es auch, der für den Inhalt der Kinderführung verantwortlich ist - vom ersten Entwurf bis hin zur ersten Durchführung. „Wir wollen nun beobachten, wie die Kinderführung bei den Besuchern ankommt. Ist die Resonanz gut, bestünde die Möglichkeit, sie in das Programm für unsere Kindergeburtstagsfeiern mit aufzunehmen“, so Jennifer von Wirtz, Mitarbeiterin des LVR.
Mit dem Ergebnis der Premiere zeigte sie sich zufrieden - neun Kinder hatten sich im Vorfeld mit einem oder zwei Elternteilen angemeldet. „Die Führung ist ausgelegt für bis zu zehn Kinder. Sind noch Kapazitäten frei, ist auch eine spontane Teilnahme möglich. Tickets können dann an der Museumskasse gekauft werden“, erklärte von Wirtz.
Im Ergebnis sollte aber nicht nur der Strom im Kraftwerk wieder zum Laufen gebracht werden. Auch selbst, durch eigenen Einsatz, sollten die Kinder Strom zum fließen bringen. Und so betätigten sich die Jungs und Mädchen auch sportlich - jeder setzte sich auf ein Fahrrad und trat kräftig in die Pedale bis die Lampe über ihnen zu leuchten begann.
Nach 75 Minuten war die Führung zu Ende und als Erinnerung durften die Teilnehmer ihre Ausweise mit nach Hause nehmen.
