Konzert-Lesung in EngelskirchenWerk und Leben des Leonard Cohen begeistern

Uwe Birnstein (l.) und Kerstin Kipp führten durch die Konzert-Lesung.
Copyright: M. Pohl
Ründeroth – Kaum eine Musik berührt die Seele wie die von Leonard Cohen. Mit einer dunklen Stimme, die immer wie gelebtes Leben klang, erzählte der 2016 verstorbene Musiker und Poet von seinen Gedanken, seinem Glauben, seiner Liebe. Schnörkellos die Musik dazu, Cohens Lieder benötigten keine Verzierungen, um auf sich aufmerksam zu machen. Sie wirken noch heute durch ihre pure Klarheit, sie begleiten den Hörer, ohne sich aufzudrängen.
Eine Reise durch das Leben Leonard Cohens
Das Seelenstreichelnde dieser Musik erlebten nun die Gäste, die sich in der evangelischen Kirche Ründeroth gemeinsam mit Sängerin Kerstin Kipp und Theologe Uwe Birnstein aus München auf eine Reise durch das Leben Leonard Cohens begaben. Zu dieser besonderen Konzert-Lesung hatten die Culturkirche Oberberg, das Katholische Bildungswerk und die evangelische Kirchengemeinde eingeladen.
Kerstin Kipp gab im Laufe des Konzerts zu: „Sich als Frau an diese, so unglaublich prägnante Stimme zu wagen, war eine Herausforderung. Mittlerweile habe ich meinen Zugang gefunden.“ Und so interpretierte sie zart-zurückhaltend, sanft und doch eindringlich die Texte eines Mannes, der das Leben in Poesie verwandeln konnte, der als Jude aus frommem Elternhaus nach Gott suchte, in den jüdischen Mystizismus eintauchte und dabei immer um seine eigene Menschlichkeit wusste.
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Autor Uwe Birnstein begleitet sie dabei an der Gitarre und führte in die Songs ein. Birnstein hat Cohens Lebensgeschichte in einer Biografie aufgezeichnet. Er erzählte in der Kirche, was den Musiker, geboren 1934 in Kanada, umtrieb. Er berichtete davon, wie Cohen als Schüler anfing Gedichte zu schreiben, später in Griechenland lebte, dann im legendären Chelsea Hotel in New York Teil der Friedensbewegung der 1960er Jahre wurde.
Ein Leben, geprägt von Spiritualität
Er beschrieb Cohens sieben Jahre währendes Ringen darum, seinem Stück „Hallelujah“ Perfektion zu geben und sagte: „Heute ist das Lied eines der am häufigsten gecoverten Stücke weltweit.“ Es nutze sich nicht ab, egal in welcher Version es gespielt werde. Auch das „Hallelujah“, sagte Birnstein, zeuge von Cohens Suche nach Gott: „Im Text geht es darum, das Lob Gottes selbst in größter Bedrängnis nicht aus den Augen zu verlieren.“ Cohens Leben sei gerade im Alter, nach dem Aufenthalt in einem Zen-Kloster, von tiefer Spiritualität geprägt gewesen, erläuterte der Theologe.
2016 starb Leonard Cohen, doch sein Werk ist zeitlos. Es wird weiter Menschen begleiten und begeistern, so wie die Besucher der Konzert-Lesung, die sich bei Kerstin Kipp und Uwe Birnstein mit langem Beifall bedankten.



