Trotz seiner unterlegenen Honda war der 30-jährige Engelskirchener am Ende erfolgreich.
Euro-Moto-SuperbikeMotorradrennfahrer Florian Alt fährt in Brünn im ersten Lauf auf Platz zwei

Florian Alt startete in Brünn eine erfolgreiche Aufholjagd.
Copyright: Holzhauer Racing Promotion
Nach dem enttäuschenden Saisonstart in der Euro-Moto-Superbike auf dem Sachsenring mit Platz acht und sieben blickt Motorradrennfahrer Florian Alt nach dem zweiten Rennwochenende in Brünn in Tschechien schon ein bisschen optimistischer auf die Meisterschaft. Trotz seiner unterlegenen Honda fuhr der 30-jährige Engelskirchener im ersten Lauf auf Platz zwei ins Ziel.
Im zweiten Rennen wurde er Sechster – und es hätte durchaus wieder eine vordere Platzierung sein können, wenn ihn Lorenzo Zanetti nicht touchiert hätte. „Das Streckenlayout in Brünn liegt der Honda deutlich besser“, erklärt Florian Alt, warum er dort gegen die überlegenen BMW und Ducati mithalten konnte. Der Sachsenring ist mit 3,6 Kilometern die kürzeste Strecke im Rennkalender, ist sehr weitläufig und breit, während der 5,5 Kilometer lange Kurs in Brünn mehr Anbremspunkte hat.
Technischer Defekt der Honda
Im Qualifying war Florian Alt Zweitschnellster. Es schien alles gut zu laufen, doch beim morgendlichen Warm-up stoppte ein „sehr großer technische Defekt“ die Honda des Holzhauer-Teams. In der verbleibenden Eineinviertelstunde behob das Team den Schaden. Mit fünf Mann wurde am Motorrad gearbeitet, das pünktlich zum Start fahrbereit war. Eine Glanztat, wie Florian Alt sagt.
Mit der Reparatur änderte sich aber das Fahrverhalten und am Start hatte der Engelskirchener Probleme mit der Kupplung. Er fiel auf Platz acht zurück, kam aber schon aus der ersten Runde als Fünfter heraus und kämpfte sich sukzessive nach vorne. „Am Ende sind mir die Kurven ausgegangen“, sagt Alt. Er war Markus Reiterberger und Marcel Schrötter eng auf den Fersen. Als sich Reiterberger in der letzten Runde einen „Mini-Fehler“ erlaubte, zog Florian Alt an ihm vorbei. Schrötter rettete aber seinen knappen Vorsprung bis ins Ziel.

Geteilte Freude nach Platz zwei, wozu das Team die Honda kurzfristig repariert hatte.
Copyright: Holzhauer Racing Promotion
Auch im zweiten Lauf setzte Florian Alt auf die Taktik, von hinten anzugreifen. Der Start war deutlich besser. In einer Schikane fuhr Lorenzo Zanetti dem Honda-Piloten mit so viel Kraft in den Rücken, das der von der Strecke musste. Zwar vermied der Engelskirchener einen Sturz, der Aufprall war aber so stark, dass der Airbag in der Rennkombi aufging.
Die Luft entwich wieder über ein Ventil. Das dauerte aber einige Zeit, in der sich der 30-Jährige wie das berühmte Michelin-Männchen fühlte. Nach knapp zwei Runden war alles wieder normal und in der letzten Runde schob er sich noch an Zanetti vorbei auf Rang sechs. „Bis aufs Podium zu fahren, wäre schwer geworden, aber Platz vier wäre schon möglich gewesen.“ Es werde noch schwer gegen die Ducati und die BMW zieht Florian Alt sein Fazit nach zwei Rennwochenenden. „Die Saison ist noch lang, wir sind in Reichweite, müssen aber weiter hart an der Performance arbeiten.“
Ehe es für den Engelskirchener selbst am letzten Juni-Wochenende in Most in Tschechien weitergeht, kommentierte Florian Alt am vergangenen Wochenende die MotoGP auf dem ungarischen Balaton Park Circuit. Und an kommenden Wochenende heiratet er in Schleiz, mit Blick auf die Rennstrecke, kirchlich seine Frau Kimberly.
