Wipperfürth/Hückeswagen – Nur ein Bergepanzer der Bundeswehr ist nach Meinung von Waldbesitzer Ernst-Oskar Lambeck in der Lage, einen havarierten Sattelzug aus seiner Tannenschonung zwischen Wickesberg und Purd in der Nähe von Wipperfeld-Lamsfuß zu ziehen. Die Versicherung der Siegener Spedition, deren 32-jähriger Fahrer den etwa 17 Meter langen Lastwagen am Montagabend in die missliche Lage gesteuert hatte, geht laut Roland Kissau vom Hückeswagener Ordnungsamt weiter: Dort denke man an den Einsatz eines Hubschraubers. Sicher ist: Die Bergung des Lkw, der 25 Tonnen Stahl geladen hat, wird kompliziert und teuer.
Auf die schmale K 14 abgebogen
Montag kurz nach 19 Uhr war die Feuerwehr zum Einsatz in das Waldstück an der K14 gerufen worden. Der Fahrer hatte womöglich die Autobahnmaut sparen wollen, sich auf sein Navi verlassen. So war er auf die schmale K 14 abgebogen, die ab Wickesberg für Lkw über zwölf Meter Länge gesperrt ist. Wie Polizei-Sprecherin Monika Treutler am Dienstag mitteilte, hatte der 32-Jährige erklärt, dass er drehen wollte. Er fuhr er auf einen unbefestigten Waldweg, immer geradeaus – landete nach zwei Kilometern in der Schonung. Dort fuhr sich der Laster fest, nachdem er einen Zaun durchbrochen hatte. Das insgesamt rund 40 Tonnen schwere Gefährt kippte hangabwärts 45 Grad zur Seite; die Hinterräder ragen in die Luft.
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Drogenvortest positiv
Der Alkoholtest beim Fahrer verlief negativ, der Drogenvortest aber war positiv. Den Führerschein stellte die Polizei sicher. „So etwas habe ich mein Lebtag noch nicht gesehen. Das ist schon eine Meisterleistung“, so Hückeswagens Stadtbrandinspektor Karsten Binder. Eine Bergung mit normalem Gerät sei aussichtslos. Dafür müsse der Weg mit Motorsägen freigeschnitten und befestigt werden. Waldbesitzer Lambeck meinte, nur die zehn Zentimeter Schlammschicht müsse eventuell mit einer Raupe weggeschoben werden. Dann könne schweres Gerät hineinfahren, den Laster herausziehen.
Der Hückeswagener stellte klar: „Wichtig ist vor allem, dass der Sattelzug gesichert und der Diesel abgepumpt wird.“ Kommt das Fahrzeug ins Rutschen, droht ein 50 Meter tiefer Absturz. Und im Tal sei ein Zufluss zur Großen Dhünn-Talsperre. „Bislang hat sich an der Stellung des Lkw aber noch nichts geändert“, versicherte Roland Kissau am Dienstag.
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Mehrfach Probleme mit LKW auf der K 14
Abkürzung
Die Kreisstraße 14 war eine Zeit lang eine beliebte Abkürzung für Lkw-Fahrer, die sich die Autobahnmaut sparen oder die Staus auf den Autobahnen umfahren wollten.
Beschilderung: So befuhren Lkw auf dem Weg von der A 1 auf die A 4 oder A 45 die enge Kreisstraße zwischen Straßweg und Wipperfürth-Lamsfuß. Seit 2007 ist die Durchfahrt für Lkw mit einer Länge von mehr als zwölf Metern verboten. Sie dürfen, von Straßweg kommend, nur bis Wickesberg fahren.
Bergungen
Die K 14 ist zwischen Wickesberg und Purd gekennzeichnet durch viele Spitzkehren. Dort fuhren sich immer wieder lange Sattelzüge mit Aufliegern fest und mussten mit Autokränen aus ihrer misslichen Lage befreit werden. Zuletzt war das laut Roland Kissau vom Hückeswagener Ordnungsamt im Mai 2008 der Fall. Davor hatten sich Lastwagen im März 2007, im August 2008 und im Dezember 2005 in den Serpentinen festgefahren.
Grund
In der Regel hatten die Fahrer bei den Irrfahrten auf ihr Navigationsgerät vertraut. So war Fahrer des niederländischen Lkw, der sich im August 2008 festfuhr, von der Firma, bei der er vorher geladen hatte, über diese Straße geschickt worden. Das wäre der kürzeste Weg nach Lindlar, sei ihm mitgeteilt worden, berichtete er. (büba)