Trotz Rekordeinnahmen schafft Gummersbach nicht den Etatausgleich und muss an die Rücklagen gehen.
Etat 2026Gummersbach kann Haushalt nur mit Griff in die Rücklage ausgleichen

Gummersbach will auch 2026 weiter investieren.
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Die Situation ist in Gummersbach bestens bekannt. Die Gewerbesteuereinkünfte werden auch im kommenden Jahr sprudeln, nachdem sie im Jahr 2025 bereits auf 59 Millionen geklettert und zehn Millionen über der anfänglichen Schätzung lagen. Im Jahr 2026 sollen es 51,7 Millionen sein. Auch der Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer spült ordentlich Geld in die Kassen der Stadt. In Summe sind es weitere 29,3 Millionen. Summa summarum kommt die Kreisstadt im kommenden Jahr auf Erträge in Höhe von 187,6 Millionen Euro.
Doch die Aufwendungen in Höhe von 200,4 Millionen sind deutlich höher, sodass unter dem Strich erst einmal ein Mins von 12,8 Millionen Euro steht, wie Bürgermeister Raoul Halding-Hoppenheit berichtet, der am Abend den Etatentwurf für das Jahr 2026 in den Gummersbacher Stadtrat einbrachte. Und das gemeinsam mit dem Ersten und Technischen Beigeordneten Jürgen Hefner sowie mit der stellvertretenden Kämmerin Katharina Klein.
Aus einem Minus wird eine „fiktive Null“
Dennoch kann die Stadt den Etat aber doch noch ausgleichen. Dafür greift sie wie schon im Vorjahr in die Ausgleichsrücklage. Und aus minus 12,8 Millionen wird ein bilanzieller Etatausgleich, wie Klein und Halding-Hoppenheit erläutern. Also eine „fiktive Null“, wie sie es nennen. Und das ist aus der Sicht auch wichtig. Nur so kommt sie nicht in die Haushaltssicherung, die weitreichenden Folgen hätte. So auch die verpflichtende Erhöhung von Steuern und eine deutliche Reduzierung der freiwilligen Ausgaben, zu denen bekanntermaßen auch die Kultur gehört. Mit der schwarzen Null aber kann die Stadt das Steuerniveau aus dem Vorjahr halten. „Wir bewegen uns hier in einem Spannungsfeld zwischen stabilen Steuern und weiteren Investitionen“, sagt der Bürgermeister. Am Ende räumt er aber ein, dass die Finanzierungslücke auf die Folgejahre verschoben wird.
Damit bewegt sich die Stadt absolut im rechtlich einwandfreien Rahmen, zugleich hofft sie auf bessere Zeiten und auf ein Ende der chronischen Unterfinanzierung der Kommunen. In diesem Zusammenhang ist die Altschuldenentlastungshilfe des Landes in Höhe von 19,1 Millionen allein für Gummersbach eine mehr als willkommene Finanzspritze, der aktuelle Etat zeigt aber auch, wie rasch selbst so großen Summen bei den Aufwendungen fast schon untergehen. Auf der Ausgabenseite sind die bekannten Brocken, die der Stadtkasse die Millionen entziehen. Und das angeführt von den Personalkosten (48,7 Mio.) über die Kreisumlage (46,6 Mio.) bis hin zu Transferaufwendungen in der Jugendhilfe (16,5 Mio.). Dass die kommunale Selbstverwaltung bei solchen Rahmenbedingungen kaum noch funktioniert, sagt auch der Bürgermeister.
Dennoch investiert die Stadt weiter in die Zukunft, wie der Bericht von Jürgen Hefner deutlich machte. Sei es in Strombach, wo eine neue Sporthalle und ein neues Wohngebiet entstehen, oder in den weiteren Ausbau der Feuerwehrinfrastruktur in Lieberhausen und in Bernberg, wo neue Gerätehäuser im Bau bzw. in der Planung sind. Zu guter Letzt werden auch die Kunstrasenplätze erneuert. 2026 soll es in Bernberg und in Frömmersbach losgehen.

