Gummersbach – Bei der Fahrzeugübergabe am Samstagabend in Niederseßmar machte es die Runde: Stadtbrandinspektor Detlef Hayer überlegt angeblich, die Aufgabe als Leiter der Gummersbacher Feuerwehr dranzugeben.
Die Doppelbelastung als Chef über insgesamt über 600 ehrenamtliche Feuerwehrleute in der Kreisstadt und als Leiter der hauptamtlichen Feuerwache sei zu viel. Auch sei das Verhältnis innerhalb der Wehr nicht konfliktfrei. Im Herbst steht Hayers Wiederwahl durch den Stadtrat an, zuvor findet eine Befragung aller Einheiten statt.
Komplexe Entscheidungen
In dieser Woche soll es ein Gespräch mit Bürgermeister Frank Helmenstein geben. Vorher werde er sich nicht dazu äußern, erklärte Hayer auf Anfrage. Der Bürgermeister hält sich ähnlich bedeckt, spricht zunächst von einem Routinetermin im Vorfeld der anstehenden Wahl, wird dann aber etwas konkreter: Die anstehenden Entscheidungen seien „sehr komplex“, auch gelte es die Wechselwirkung zwischen dem Amt des Leiters der Feuerwehr und der hauptamtlichen Wache zu bedenken. In einer so verantwortungsvollen Aufgabe wie der des Feuerwehrchefs könne man nun mal nicht immer „everybody’s darling“ sein.
Als Wachleiter verdient Hayer sein Geld, die sehr aufwendige Aufgabe des Feuerwehrchefs erledigt er wie alle seine oberbergischen Kollegen ausschließlich ehrenamtlich. Auch die Wehrführer stöhnen über die immer höheren Belastungen durch immer mehr Vorschriften und Aufgaben. Hayer, so heißt es, sei nicht der einzige, der über einen Rücktritt nachgedacht habe.
Hayer genießt volle Rückendeckung durch den Bürgermeister. Er werde „sehr dafür werben, dass Detlef Hayer auch künftig Leiter unserer Feuerwehr ist“, sagte gestern Helmenstein – ausdrücklich auch im Namen von Rat und Verwaltung.
