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AuflösungNach 101 Jahren ist für die Freiwillige Feuerwehr in Gummersbach-Gummeroth Schluss

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Zu sehen ist ein Gruppenbild der Löschgruppe Gummeroth.

Das Team der Löschgruppe Gummeroth mit seinem „Tragkraftspritzenfahrzeug Wasser“ am Ortsrand von Gummeroth.

Löschgruppe aufgelöst: Immer weniger Mitglieder machten den unpopulären Schritt am Ende unumgänglich.

Über ein Jahrhundert lang haben die Mitglieder der Löschgruppe Gummeroth den Brandschutz und die Hilfeleistungen in den Gummersbacher Ortschaften Wasserfuhr, Gummeroth und Herreshagen sichergestellt und darüber hinaus Einsätze im gesamten Stadtgebiet unterstützt. Doch nach 101 Jahren ist nun Schluss. Ende 2025 ist die Löschgruppe aufgelöst worden.

Die Feuerwehr Gummersbach berichtet, dass die Zahl der aktiven Mitglieder in den vergangenen Jahren kontinuierlich abgenommen habe. „Zuletzt standen nur noch acht Einsatzkräfte für den ehrenamtlichen Dienst zur Verfügung“ sagt Stadtbrandmeister Frank Raupach im Gespräch mit dieser Zeitung. Eine Staffel als kleinste Einheit bei der Feuerwehr sehe sechs Funktionen vor, das habe am Ende einfach nicht mehr gereicht. Dass dieser Schritt nicht leicht gefallen sei, betont der Stadtbrandmeister ausdrücklich. Doch ein Fortbestand habe keinen Sinn mehr gemacht.

Tagesverfügbarkeit war nicht mehr gewährleistet

Die so genannte Tagesverfügbarkeit bei Einsätzen sei gar nicht mehr gegeben gewesen, aber auch während der Feierabend- und Wochenendzeiten seien nicht genügend Aktive da gewesen. „Ein verlässlicher Übungs- und Einsatzbetrieb war damit nicht mehr gewährleistet. Aus diesem Grund wird die Löschgruppe Gummeroth aufgelöst“, heißt es in dem Text der Freiwilligen Feuerwehr Gummersbach. Deren Dank gilt allen Angehörigen der Löschgruppe Gummeroth für ihren langjährigen ehrenamtlichen Einsatz und die geleistete Arbeit im Dienste der Bevölkerung. Der Brandschutz und die Hilfeleistung in den betroffenen Ortschaften werden künftig durch umliegende Einheiten der Feuerwehr Gummersbach sichergestellt.

Frank Raupach berichtet in diesem Zusammenhang, dass einige der Mitglieder in den Löschzug Stadt wechseln würden, andere nach Windhagen oder in die Einheit Strombach/Lobscheid. Das bleibe jedem selbst überlassen. Die kleinteiligen Strukturen der Feuerwehr, wie man sie über viele Jahrzehnte hinweg gekannt habe, könne man nicht mehr aufrecht erhalten. Sie würden nach und nach wegfallen, sagt der Gummersbacher Feuerwehrchef. Dabei sei Gummeroth nicht erst der Anfang. Ende der 1990er Jahre sei die Löschgruppe Becke aufgelöst worden, zuvor bereits Wasserfuhr.

In den vergangenen Jahren habe man mit Blick auf diese Entwicklung bereits Einheiten fusioniert. So auch Strombach und Lobscheid oder Unnenberg und Lantenbach zu „Lantemicke“ sowie Gelpetal, Berghausen und Hülsenbusch zu „Hülsbach“. Für die neue Einheit Hesselbach – die Zusammenlegung von Bernberg und Dümmlinghausen – werde demnächst ein neues Gerätehaus am Nordring gebaut. Und im Aggertal werden laut Raupach noch Derschlag und Rebbelroth folgen. Die Feuerwehr Gummersbach weist darauf hin, dass der Bevölkerungsschutz in einer Flächenkommune maßgeblich vom ehrenamtlichen Engagement abhängt und wirbt weiterhin für eine Mitarbeit in der Freiwilligen Feuerwehr.