Der schwedische Mittelmann wechselte früher als geplant von Frisch Auf Göppingen zum VfL Gummersbach.
Handball-BundesligaLudvig Hallbäck hat einen ungewöhnlichen Start beim VfL Gummersbach

Mitte Januar begann Neuzugang Ludvig Hallbäck beim VfL Gummersbach mit der Vorbereitung auf die restlichen Spiele der Saison, als einer von nur sechs Profis.
Copyright: Nina Brüggemann
Es ist ein ungewöhnlicher Start für Ludvig Hallbäck beim VfL Gummersbach. Das nicht nur, weil der Wechsel des 26-Jährigen von Frisch Auf Göppingen mitten in der Saison und im Tausch mit dem Gummersbacher Mittelmann Ole Pregler stattgefunden hat.
Ludwig Hallbäck lernt seine neuen Mitspieler nach und nach kennen. Erst wenige Tage vor dem ersten Spiel des Jahres am Dienstag, 20 Uhr, gegen die SG Flensburg-Handewitt trainierte die Bundesligamannschaft wieder zusammen.
Zum Vorbereitungsauftakt lernte Ludvig Hallbäck nur fünf VfL-Profis kennen
Als der Schwede nach der Winterpause die Schwalbe-Arena betrat, gehörte er zu den nur sechs Profis, die mit Trainer Gudjon Valur Sigurdsson in die Vorbereitung auf die restlichen Spiele der Rückrunde starteten. Alle anderen Mannschaftskollegen spielten bei der EM. Vieles sei noch neu für ihn, sagt der Handballer, der in Gummersbach seine zweite Station in der Handball-Bundesliga hat. Er habe viele Helfer beim Umzug gehabt und seit dem vergangenen Wochenende ist auch seine Freundin nach Gummersbach umgezogen, nachdem sie alles fürs Home-Office eingerichtet hatte.
Der Wechsel nach Gummersbach habe sich schneller ergeben und sei für ihn der nächste Schritt in seiner Entwicklung, so Hallbäck, der beim VfL einen Vertrag bis 2028 unterschrieben hat. Es sei eine gute Zeit in Göppingen gewesen, aber jetzt freue er sich auf die Zeit in Gummersbach und auf das erste Heimspiel. Eigentlich sollte der Schwede erst im Sommer nach Gummersbach wechseln und Ole Pregler zum selben Zeitpunkt nach Göppingen gehen.
Ludvig Hallbäck kommt aus einer echten Handball-Familie
Ludvig Hallbäck kommt aus einer echten Handball-Familie. Vater Jerry war als Kreisläufer mehrmaliger schwedischer Meister, gewann mit der schwedischen Nationalmannschaft WM-Bronze und EM-Gold. Nach der aktiven Karriere wurde er Trainer. Gemeinsam mit seiner Frau trainiert er auch seine beiden Söhne, wobei Ludvig mit dem vier Jahre älteren Bruder Anton in Halle ging. Anton Hallbäck spielt heute in der ersten schwedischen Liga.
Mit sechs Jahren begann der in Göteborg geborene Ludvig Hallbäck mit dem Handball beim HK Aranäs. Als der Vater 2017 als Trainer nach Ystad zog, ging die Familie mit. „Ich habe dort vier Jahre gespielt, drei davon unter meinem Vater als Trainer“, erzählt Ludvig Hallbäck. Mit der schwedischen Nationalmannschaft wurde er 2018 U18-Europameister und war mit 56 Treffern der Torschützenkönig des Turniers. Im Tor stand Fabian Norsten, der in der Saison 2022/23 beim VfL Gummersbach war.
Die Bundesliga ist ein bisschen mehr physisch als die Ligen in Schweden und Dänemark
Seine Position war von Beginn an die auf der Mitte. Er sei kein echter Rückraumshooter, sondern eher einer, der im Angriff Eins gegen Eins gehe, so der Handballer. Von Ystad zog es ihn nach Dänemark zu Bjerringbro Silkeborg. 2024 ging Ludvig Hallbäck den nächsten Schritt und erfüllte sich den Traum, in der Bundesliga zu spielen. Er wechselte zu Frisch Auf Göppingen. Sprachprobleme gab es weniger, denn auf dem Weg zum Abitur hatte er drei Jahre lang Deutsch in der Schule.
„Die Bundesliga ist ein bisschen mehr physisch als die Ligen in Schweden und Dänemark“, sagt der Handballer und zieht den Vergleich. Vor allem aber liebt er die Stimmung in den oft ausverkauften Hallen.
„Die Stimmung bei den Spielen macht einfach Spaß“, erklärt er und freut sich, dass das erste Spiel mit dem VfL Gummersbach gleich ein Heimspiel ist. Gegner ist die SG Flensburg-Handewitt gegen die die Gummersbacher sich beim 37:37-Torspektakel in der Hinrunde in letzter Sekunde einen Punkt sicherten.
Mit dem VfL Gummersbach möchte Ludvig Hallbäck gerne europäisch spielen und für sich persönlich hofft er, sich gut in die Mannschaft einbringen zu können. Das oberbergische Wetter passt für ihn schon mal, „das ist schwedisch“, sagt er lachend mit Blick auf die herrschenden Temperaturen. Auch wenn es bei seinem letzten Heimatbesuch über Silvester deutlich mehr Schnee gegeben habe. Zudem regne es in Göteborg sehr viel.

