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Totes TierHat der Gummersbacher Wolf ein Reh gerissen? Lindlarer Wolfsberater legt Arbeit nieder

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Bilder aus einer Wildkamera zeigen einen im Wald.

Eine Wildkamera hat diesen Wolf am 17. Oktober in einem Revier nahe der Aggertalsperre fotografiert.

Bis dato wurden noch keine Proben von dem gerissenen Reh oder an der Fundstelle des toten Tieres selbst genommen.

Nach der ersten Sichtung eines mutmaßlichen Wolfes im Aggertalsperrenraum Anfang Oktober (wir berichteten) ist jetzt ein Reh gerissen worden. Der für das Gebiet zuständige Jagdpächter hat gegenüber dieser Zeitung die Vermutung geäußert, dass der zuletzt gesichtete Wolf den Rehbock getötet haben könnte. Er hatte auch auf seiner Wildkamera Aufnahmen von dem Tier, das in Jagdkreisen für einen Wolf gehalten wird. Stand jetzt gibt es dafür aber noch keine Belege, weil bis dato auch keinerlei Proben von dem gerissenen Reh noch an der Fundstelle selbst genommen worden sind.

Der Jagdpächter hat das für Wölfe zuständige Landesamt für Natur, Umwelt und Klima NRW (Lanuk) darüber informiert. Gegenüber dieser Zeitung berichtet er, dass er keine Antwort bekommen habe. Auf Nachfrage dieser Zeitung antwortet das Lanuk: „Wir haben aus der Region einen Hinweis auf einen Riss eines Rehs und eine Aufnahme aus einer Wildkamera erhalten. Leider fehlen in beiden Fällen wichtige Informationen, um eine Prüfung unsererseits anstoßen zu können“, so Wilhelm Deitermann, Leiter der Pressestelle. Bei der Wildkameraaufnahme liege dem Lanuk aktuell nur eine E-Mail-Signatur und ein Bild vor, es fehlten aber Angaben zu Ort und Zeit der Aufnahme.

Wolfsberater aus Lindlar ist nicht mehr in die Wolfssichtung involviert

Ursache für Wildunfälle?„Zu dem toten Reh wurde freitags eine Voicemail-Nachricht hinterlassen, die erst am Montag abgehört werden konnte. Wir benötigen zur Bearbeitung von Wildtierkadavern Bilder von der Fundsituation und des Kadavers, um vorab entscheiden zu können, ob eine Probenahme Sinn macht oder nicht“, so Deitermann weiter.

Häufig seien viele Wildkadaver mehrere Tage alt und bereits stark verwest. Zudem könnten anhand von Bildern weitere Hinweise ermittelt werden, welcher Prädator ursächlich für den Tod des Wildtieres sein könnte. Erst nach Auswertung dieser Bilder werde über eine Einbindung eines Luchs- und Wolfsberaters entschieden. Deitermann kündigt an, dass die Kollegen des Wolfsmonitorings mit dem Meldenden Kontakt aufnehmen werden, um das weitere Vorgehen abzuklären.

Keine Aussage macht das Lanuk zu einer weiteren Feststellung des Jagdpächters. Er hat in der jüngsten Zeit fünf Wildunfälle auf den Straßen in seinem Revier gehabt. Das sei ungewöhnlich, dass die Tiere an diesen Stellen die Straße kreuzen. Er vermutet, dass der Wolf Tiere jagt, die dann über die Straße laufen und von Autos erfasst werden.

Nicht mehr in die aktuelle Wolfssichtung involviert ist der aus Lindlar stammende Luchs- und Wolfsberater (LuWB) des Lanuk, Dietmar Birkhahn. Er hat die Arbeit niedergelegt, wie er sagt. Weder Birkhahn noch die Pressestelle des Lanuk wollen sich allerdings zu den Gründen äußern. Aus dem Landesamt heißt es lediglich: „Herr Birkhahn hat die Aufgabe als LuBW sehr viele Jahre für das Lanuk-Wolfsmonitoring übernommen und wir bedanken uns sehr herzlich für die stets sehr gute Zusammenarbeit und die vielen Stunden an Zeit, die Herr Birkhahn als Luchs- und Wolfsberater investiert hat.“