Abo

Nach 59 JahrenHeiner Brand soll Ehrenbürger der Stadt Gummersbach werden

3 min
Das Bild zeigt die vorherigen Ehrenbürger mit Heiner Brand, der die Auszeichnung bekommen soll.

Im Jahr 1967 wurde an Martin Siebert zum letzten Mal die Ehrenbürgerschaft verliehen. Nun ist Heiner Brand für die höchste Auszeichnung der Stadt vorgeschlagen worden. 

Vier Gummersbacher haben die Ehrung angeregt. In der Politik gab es im Ältestenrat breite Zustimmung. Heiner Brand selbst fühlt sich „geehrt“.

Handballikone Heiner Brand soll Ehrenbürger von Gummersbach werden. Eine entsprechende Anregung haben vier Gummersbacher kürzlich Bürgermeister Raoul Halding-Hoppenheit zugeleitet. Namentlich sind das der Unternehmer Marc Schröder, Uwe Töpfer, zuletzt Geschäftsführer der Aggerenergie und davor Bürgermeister in Marienheide, sowie die beiden Allgemeinmediziner Thomas Braeucker und Jochen Viebahn. „Wir sind der Meinung, dass Heiner Brand für sein Lebenswerk die höchstmögliche Ehrung der Stadt Gummersbach verdient hat. Das Wohl und Ansehen der Stadt Gummersbach hat in den letzten Jahrzehnten niemand so nachhaltig geprägt wie er“, schreiben die vier.

Der letzte Gummersbacher, dem diese Ehrung zuteil wurde, war im Jahr 1967 Martin Siebert, Sohn des Mitbegründers der Tapetenfabrik Pickardt & Siebert, Mitgründer der Gummersbacher CDU und in den Jahren 1946 bis 1948 Bürgermeister der Stadt. In der Zwischenzeit wurde die Anregung im Ältestenrat der Stadt thematisiert und sei dort auf „breite Zustimmung gestoßen“, wie Töpfer im Gespräch mit dieser Zeitung berichtet.

Gummersbacher Bürgermeister berichtet von „Einigkeit“ im Ältestenrat

Auch der Bürgermeister berichtet von einer „Einigkeit“ in dem Gremium. „Heiner Brand ist der mit Abstand bekannteste Sohn der Stadt“, erklärt Halding-Hoppenheit. Und was die Ehrenbürgerschaft für ihn angeht, sagt er: „Wenn nicht Heiner Brand, wer dann?“ Der Gummersbacher sei nicht nur durch den Sport bekannt, er stehe auch für ehrenamtliches und soziales Engagement. „Es gibt ein ganzes Bündel von hervorragenden Argumenten, Heiner Brand die Ehrenbürgerschaft zu verleihen“, sagt Halding-Hoppenheit, der „keinen Zweifel“ daran hat, dass der Rat einen entsprechenden Beschluss fassen wird. Und das soll schon in der nächsten Ratssitzung am 30. September passieren. Heiner Brand hat er am Mittwoch über die Pläne informiert und dieser sei, wie der Bürgermeister sagt, „sehr erfreut und dankbar“ gewesen.

Uwe Töpfer betont beim Treffen mit dieser Zeitung, dass Heiner Brand seinen Bekanntheitsgrad stets zum Wohle anderer eingesetzt habe. Mit großem persönlichem Einsatz habe er Joachim Deckarm nach dessen schwerem Unfall durch sein Leben begleitet. Die Idee, Heiner Brand für diese Ehrung vorzuschlagen, sei in besagtem Freundeskreis schon länger Thema gewesen, berichtet Töpfer. „Uns war von Beginn an wichtig, mit diesem Thema respektvoll umzugehen“, sagt er. Und mit Hinblick auf die Debatte der letzten Jahre über mögliche andere Kandidaten habe man erst einmal vorsichtig vorgefühlt, dann aber auch von Raoul Halding-Hoppenheit sofort signalisiert bekommen, dass er persönlich die Idee „klasse“ finde.

Der wohltuende Unterschied zu anderen Persönlichkeiten aus Gummersbach ist, dass Heiner Brand immer hier geblieben ist.
Uwe Töpfer, Mitinitiator

Zu Heiner Brand sagt der Ex-Bürgermeister, dass der wohltuende Unterschied zu anderen Persönlichkeiten aus Gummersbach der sei, dass er immer hier geblieben sei. Und was Brands Rolle für den VfL und für die Stadt Gummersbach angeht, so gebe es keinen zweiten, der den Verein und die Stadt so repräsentiert habe wie er. Ohne Heiner Brand würde es den VfL so nicht geben und vermutlich auch keine Schwalbe-Arena oder die Halle 32, wie Töpfer sagt. Wenn Brand auf Bundes- und auf Landesebene die höchsten zu vergebenden Ehrungen bekommen habe, dann müsse dies nun auch die Stadt Gummersbach tun.

Heiner Brand sagte am Donnerstag zu dieser Zeitung, dass er anfangs etwas ungläubig reagiert habe auf die Nachricht, dass es eine entsprechende Anregung gibt, ihm die Ehrenbürgerschaft zu verleihen. „Das ist eine Riesenehre für mich. Allein die Tatsache, dass man darüber spricht, ist schon außergewöhnlich. Das hätte ich aber nie für möglich gehalten“, sagte der 73-Jährige.

Zu seiner Person sagt er selbst, dass er schon denke, in Deutschland der bekannteste Gummersbacher zu sein. Überall dürfe er mit den Menschen Selfies machen. Doch die Anerkennung in Gummersbach sei bisweilen eine andere Sache gewesen. In seiner Heimatstadt hatte er 2004 die silberne Stadtmedaille bekommen, 2007, also nach dem Gewinn der Handball-WM im eigenen Land, folgte der Ehrenring und im Jahr 2013 mit Eröffnung der Schwalbe-Arena wurde der Platz vor der Halle nach Brand benannt.