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Hitzetraining im KellerRennradprofi Julian Borresch aus Gummersbach startete bei der „Tour de Ruanda“

4 min
Tour de Ruanda: Julian Borresch mit seinen Kollegen auf Safari.

Acht Etappen ging es für Julian Borresch (3.v.r.) und sein Team fast 1000 Kilometer und 16.000 Höhen durch die Berge von Ruanda.

Für den Gummersbacher Rennradprofi Julian Borresch hat sich das Hitzetraining gelohnt.

 Auf die Hitze hat sich Rennradprofi Julian Borresch auf der Rolle vorbereitet. In dicker Jacke schwitzte er nach jedem Training draußen nicht nur im heimischen Keller in Dieringhausen noch eine Stunde nach. Die Vorbereitung mit dem „Hitzetraining“ hat sich für den 23-Jährigen und seine vier Teamkollegen gelohnt: Das sauerländische Continental-Team REMBE erreichte bei der Tour de Ruanda, einer Rundfahrt der Kategorie 2.1, seine beste Mannschaftsleistung überhaupt. Dazu gehörte Platz zwei von Johannes Adamietz im Gesamtklassement. Für ihn hatte Julian Borresch, der selbst unter die Top 20 fuhr, viel gearbeitet.

Tour de Ruanda: Julian Borresch mit seinen Kollegen auf Safari

Tour de Ruanda: Julian Borresch mit seinen Kollegen auf Safari.

Unglaubliche Stimmung „Es war schon mega cool, dass wir erneut eingeladen wurden“, sagt Julian Borresch. 2022 war das Team bereits bei der größten Rundfahrt in Afrika dabei, damals musste der Dieringhausener passen. „Ich war positiv auf Corona getestet“, erzählt er, warum er zu Hause bleiben musste. Mittlerweile ist nicht nur die Tour hochgestuft auf ein Profiniveau, im afrikanischen Radsport hat sich einiges getan. So fand im vergangenen Jahr die Rad-Weltmeisterschaft in Ruanda statt und es gibt sehr viele Radrennen auf dem Kontinent. Doch die Tour de Ruanda ist das größte Event. Dadurch, dass es ein UCI 2.1 Kategorie-Rennen ist, zieht es auch internationale Teams an. Darunter fünf World-Tour-Nachwuchsmannschaften . „Die Stimmung ist unglaublich“, erzählt Julian Borresch. Die Dichte an Zuschauern an der Strecke sei mit der der Tour de France zu vergleichen. „Man hat das Gefühl das ganze Land steht an der Strecke.“

Tour de Ruanda: Julian Borresch mit seinen Kollegen auf Safari
Foto: privat

Julian Borresch (3.v.l.) und seine Kollegen bei der Teamvorstellung.

Daran änderte auch der tragische Unfall auf der ersten Etappe der Rundfahrt nichts, als ein Auto der Werbekampagne in die Zuschauer fuhr und zwei Menschen starben. 75 Fahrer in 18 Teams nahmen die Rundfahrt auf, die in acht Etappen und 993,5 Kilometern über 16.000 Höhenmeter führte. „Die Strecken liegen zwischen 1500 und 2600 Meter hoch“, berichtet Julian Borrisch. Bei den Aufstiegen werde die Luft schon dünn. „Das merkt man deutlich, wenn man die Berge hochfährt.“ Mit seinem Team, das von einer heimischen Physiotherapeutin betreut wurde, reiste der 23-Jährige bereits fünf Tage vor dem Start der Rundfahrt an, um sich zu akklimatisieren. Davor lag eine Woche Training auf Mallorca, wo die Teams die fünftägige Serie von Eintagesrennen nutzen, um sich auf die Saison einzustimmen.

Temperaturen bis 30 Grad

Darunter waren diesmal auch Remco Evenepool und der deutsche Hoffnungsträger Florian Lipowitz, die ihr Debüt für das Team Red Bull-Bora-hansgrohe hatten. „Ich habe alle Rennen mitgefahren und bin durchgekommen“, sagt Julian Borresch zu seiner guten Form. Schon dort nutzte er das „Hitzetraining“. „Man versucht eben alles, was geht“, erklärte der 23-Jährige. In Ruanda war es dann gar nicht so heiß wie befürchtet, auch wenn das Thermometer, wenn die Sonne rauskam, schon mal bis auf 30 Grad kletterte. Dafür gab es aber teilweise starke Regenschauer, auch wenn die eigentliche Regenzeit erst ansteht. Jetzt geht es nach Antalya„Unterm Strich war es eine perfekte Rundfahrt“, sagt Julian Borresch, wozu auch die gut gewählten Unterkünfte in Hotels entlang der Strecke gehörten. „Wir waren alle extrem zufrieden, jeder hat gemacht, was er konnte“, blickt der 23-Jährige zurück.

So gehörte er mit dem späteren Gesamtzweiten Johannes Adamietz bei der vierten Etappe einer Ausreißergruppe an, aus der am Ende nur der spätere Gesamtsieger Moritz Kretschy herausfuhr. Damit wurde aber der Grundstein für Platz zwei und das insgesamt gute Teamergebnis gelegt. „Es war der größte Sieg in der Teamgeschichte .“ Noch nie habe man auf diesem Level ein Rennen gewonnen. Das tat sein Teamkollege Jermaine Zemke mit dem Sieg auf der fünften Etappe, für den sein Team erneut für ihn arbeitete. Dafür gab es nach Abschluss der Tour für das komplette Team noch eine fünfstündige Safari, ehe es zurück in die Heimat ging. Lange Pause hat der Rennradprofi nicht, denn in der kommenden Woche ist er im REMBE-Team bei der Tour de Antalya in der Türkei. Diesmal sind es sechs Fahrer und das Starterfeld ist deutlich größer als in Ruanda. Zudem ist er für „Rund um Köln“ wieder gesetzt.