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Nach HitzewelleKlinikum Oberberg will auch bauliche Maßnahmen ergreifen

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Sascha Klein und Prof. Christian Probst (r.) gehen davon aus, dass es weitere Hitzewellen geben wird.

Sascha Klein und Prof. Christian Probst (r.) gehen davon aus, dass es weitere Hitzewellen geben wird. 

Die Leitung des Klinikums Oberberg berichtet, dass es Fördermittel für bauliche Maßnahmen geben soll.

Insgesamt fünf Menschen sind im Klinikum Oberberg während der Hitzewelle im Juni auf Grund der hohen Temperaturen verstorben. Das hatte damals Sascha Klein berichtet. Die Hitze ist vorbei, doch die Frage, wie man sich als Klinik für künftige Hitzeperioden noch besser wappnen kann, die bleibt. Wir haben bei Sascha Klein und dem ärztlichen Direktor, Prof. Christian Probst, nachgehört. Klein sagt, dass es in den Kliniken einen Nachholbedarf beim Thema Klimatisierung gebe. Optimal wäre es, wenn alle relevanten Bereiche über eine entsprechende Versorgung verfügten. Vor zehn Jahren hätte man sich so etwas noch nicht vorstellen können. Dabei sei die Hitze ohne Frage eine konkrete Gesundheitsgefahr. Sie wirke sich unmittelbar auf die Todesrate aus. Prof. Probst betont dabei, dass die Hitze nicht die Ursache dafür sei, wenn jemand sterbe. Aber sie sorge dafür, dass sich der Gesundheitszustand der Patienten verschlechtere. Bezugnehmend auf den ersten Hitzetoten an besagtem Rekordwochenende, einen Garten- und Landschaftsbauer, sagt Probst, dass man sich bei extremer Hitze auch entsprechend verhalten müsse.

Fördermittel reichen nicht, das ganze Haus zu klimatisieren

Im Klinikum gibt es eine Verfahrensanweisung für den Hitzeschutz. Dort sind kühlere und wärmere Bereiche des Hauses beschrieben. Und für die sogenannten vulnerablen Gruppen gibt es Hinweise zur Verabreichung von Flüssigkeit und dem Tragen von Kühlwesten. Klein berichtet, dass es Überlegungen gebe, bauliche Änderungen vorzunehmen. Dazu gehöre etwa, die Luft, die ins Haus geht, zu kühlen. Doch sei dies nicht so einfach. Darüber hinaus werde überlegt, wo man Multi-Split-Geräte installieren könne. Das sind Anlagen mit einem Außengerät, die kalte Luft an mehrere Geräte im Innern abgeben. Gerade richtig kommt da die Nachricht, dass es für bauliche Maßnahmen auch Fördermittel geben soll, für sogenannte Plankrankenhäuser.

Doch schon jetzt sei klar, dass dieses Geld nicht dafür ausreichen wird, alle Häuser komplett zu klimatisieren. In NRW ist vorgesehen, rund 200 Millionen Euro in drei Tranchen über die Jahre 2027, 28 und 29 zu verteilen. Im Klinikum bereitet man sich jetzt schon mal darauf vor und hofft, ausreichend bedacht zu werden. Prof. Probst sagt, dass man künftig auch schauen müsse, ob man in Absprache mit Patienten Operationen während einer Hitzewelle verschieben könne, wenn diese nicht unabdingbar seien. Zumal dann, wenn das Herz-Kreislaufsystem vorgeschädigt sein. Am Ende müsse man lernen, damit umzugehen. Klein betont, dass man aus diesem Sommer die Lehren gezogen habe. „Die Hitze und die Konsequenzen hatten ein historisches Ausmaß. Der Rettungsdienst und die Notaufnahmen waren an ihren Grenzen.“

Der Marburger Bund als Vertretung der angestellten Ärzte hatte in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz eine Befragung unter mehr als 1000 Klinikärzten gestartet. Sie zeige, dass in zahlreichen Kliniken die Patientensicherheit und Gesundheit des Personals konkret gefährdet gewesen seien, wie es in einer Mitteilung heißt. Es habe vielfach an wirksamer Kühlung, ausreichendem Personal und verbindlichen Hitzeschutzkonzepten gefehlt. Zudem habe es eine deutlich erhöhte Sterblichkeit von überwiegend älteren, multimorbiden und immobilen Patienten gegeben.