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Nach dem Abschied
Gummersbachs Ex-Bürgermeister unterstützt die Deckarm-Stiftung

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Frank Helmenstein (r.) übergab das Geld  für die Deckarm-Stiftung an Heiner Brand, der sich schon seit Jahren um den Fonds bei der Deutschen Sporthilfe kümmert.

Beim Abschied des Gummersbacher Bürgermeisters waren 9148 Euro zusammengekommen.

Seit den 1970er Jahren sind Heiner Brand und Joachim Deckarm beste Freunde. 1978 wurden die beiden Handballweltmeister, ehe der damals weltbeste Handballer Deckarm am 30. März 1979 im ungarischen Tatabanya schwer verunglückte und lange in Lebensgefahr schwebte. Auch wenn die beiden nicht mehr gemeinsam auf dem Platz spielten, hatte ihre Freundschaft Bestand. Und das bis heute. So engagiert sich Brand im Deckarm-Ausschuss der Deutschen Sporthilfe. Dieser Fonds wurde schon bald nach dem Beginn der umfangreichen Reha von Deckarm unter dem Dach der Stiftung Deutsche Sporthilfe gegründet. Und für diesen Fonds hatte sich Gummersbachs Ex-Bürgermeister Frank Helmenstein Spenden erbeten, als er Ende Oktober 2025 verabschiedet wurde und auf persönliche Geschenke verzichtet hatte.

Urban Wrona (l.) und Heiner Brand (r.) besuchen regelmäßig ihren alten Freund Joachim Deckarm.

Ein solcher Aufruf für so einen noch immer prominenten Gummersbacher muss auch bei den Gästen der Abschiedsfeier gepunktet haben. Immerhin kamen 9148 Euro zusammen, die Helmenstein nun Heiner Brand überreichen konnte. „Ich war völlig platt, als ich von der Summe erfahren habe“, sagte Helmenstein beim Treffen mit dieser Zeitung. Er habe mit einigen Euros gerechnet, gewiss aber nicht mit so einer Summe. Jo Deckarm und Heiner Brand seien die „Helden seiner Kindheit“ sagt der Ex-Bürgermeister, der mit Heiner Brand heute befreundet ist.

Helmenstein ist „zutiefst davon beeindruckt“, wie Deckarm sein Schicksal angenommen hat

Über Joachim Deckarm sagt Helmenstein, dass er zutiefst beeindruckt davon sei, wie dieser sein Schicksal angenommen habe. Die Menschen in Gummersbach und darüber hinaus würden nach wie vor Anteil an Joachim Deckarm und seinem erlittenen Sportunfall nehmen, sagt der Ex-Bürgermeister.

Frank Helmenstein ließ sich vor Jahren ein Stück des alten Hallenbodens der einstigen VfL-Halle von Jo Deckarm signieren.

Über dessen Initiative hat sich Heiner Brand „sehr gefreut“, wie er sagt. 47 Jahre nach dem Unfall in Tatabanya gebe es auch bundesweit ein kollektives Interesse am Schicksal von Joachim Deckarm. An der Spendenübergabe konnte er aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen. Brand konnte seinem Freund erst vor wenigen Tagen zum Geburtstag gratulieren.

Am 19. Januar wurde der ehemalige Spitzensportler 72 Jahre alt. Zu den Weggefährten und Freunden, die ihn regelmäßig besuchen, gehören neben Brand auch Klaus Schlagheck, Urban Wrona, Werner Lettgen oder Franjo Salewski und Jürgen Wollenberg. Wenn die ehemaligen Handballer dann mit „Jo“ zusammensitzen, wird gewürfelt, wie Brand erzählt. Zuletzt hat er mit Deckarm und Wrona sogar ein wenig Ball gespielt. „Wir hatten einen kleinen Handball, den wir uns zugeworfen haben. Jo hatte unglaublichen Spaß, aber auch Urban und ich hatten große Freude“, sagt der Weltmeistertrainer von 2007.