Einem Mann aus Oberberg wird in Koblenz schwere Brandstiftung und gemeinschädliche Sachbeschädigung zur Last gelegt.
Prozess in KoblenzOberberger soll Kirche angezündet haben

Der Beschuldigte soll in der Nacht zum 10. Februar in Wissen an der Sieg die katholische Pfarrkirche Kreuzerhöhung in Brand gesteckt haben
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Voraussichtlich ab dem 25. Juli muss sich ein 39-Jähriger aus Oberberg vor dem Landgericht in Koblenz verantworten. Ihm werden schwere Brandstiftung und gemeinschädliche Sachbeschädigung vorgeworfen, am vergangenen Donnerstag hat die Koblenzer Staatsanwaltschaft Anklage gegen den Mann erhoben. Er soll in der Nacht zum 10. Februar in Wissen an der Sieg die katholische Pfarrkirche Kreuzerhöhung in Brand gesteckt haben. Das Feuer zerstörte das Gotteshaus völlig, der Schaden beträgt mehrere Millionen Euro.
„Bei der Tat wurde der Mann gefilmt“, berichtet Dechant Martin Kürten. So sei er rasch identifiziert worden, Beamte der Polizeiinspektion Betzdorf (Westerwald) konnten den 39-Jährigen noch am selben Tag festnehmen. Danach sei er in eine psychiatrische Einrichtung in Andernach gebracht worden, sagt Kürten.
Der Oberberger sitzt in Untersuchungshaft
Seither sitzt er in Untersuchungshaft. Den Angaben der Staatsanwaltschaft zufolge soll der nun Angeklagte mit einem Stein die Scheibe an der Tür zum Notausgang eingeschlagen und diese dann geöffnet haben. In der Kirche soll er mehrere Bänke zusammengeschoben und mit einem Feuerzeug ebenso angesteckt haben wie weitere brennbare Gegenstände aus dem Altarraum. Kürten: „Gerade erst sind wir damit fertig geworden, auch die letzten Schäden zu erfassen und zu dokumentieren.“
Hinweise zu einem möglichen Motiv für die Tat macht die Staatsanwaltschaft nicht. Doch sei nicht ausgeschlossen, dass der 39-Jährige zur Zeit des Brandes „in seiner Schuldfähigkeit zumindest eingeschränkt war“. Dies solle vor Gericht ebenfalls geklärt werden. Woher der Oberberger stammt, lässt Dr. Annette Repar, Sprecherin des Koblenzer Landgerichts, derweil offen: „Dazu machen wir vor dem Prozess keine Angaben.“
Bekannt ist nur, dass der Beschuldigte deutscher Staatsangehörigkeit sein soll. Dem Vernehmen nach hat der Oberberger seinen Wohnsitz aber weder in Hückeswagen noch in Radevormwald, somit im Verbreitungsgebiet dieser Zeitung.

