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„Keine Insolvenz“Patientenversorgung in Derschlag hat Priorität

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Das Türschild des Hausarztzentrums Gummersbach.

Die KVNO berichtet am Mittwoch, dass die Sicherstellung der ambulanten Versorgung der Patienten im Raum Derschlag vorrangiges Ziel für sie sei. Foto: Nickel

Die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein schildert die Situation rund um das MVZ in Derschlag aus ihrer Sicht. 

„Nichts bekannt von einer Insolvenz“KV nimmt Stellung zur Situation des Medizinischen Versorgungszentrums DerschlagVon Andreas Arnold Derschlag. Unter dem Titel „KVNO-Faktencheck“ reagiert am Mittwochmittag die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNO) auf die Berichterstattung über eine „gehörige Schieflage“ des MVZ in Derschlag. Die bedrohliche Situation, einen Verkauf und sogar eine „Insolvenz“ hatte der Vorstandsvorsitzende der in Köln ansässigen „MVZ Der Arzt“-Gruppe, Oliver Krenzer, auf Nachfrage dieser Zeitung selbst ins Gespräch gebracht.

Diverse Gespräche

Die KVNO schreibt nun allerdings in ihrem „Faktencheck“: „Von einer konkreten Insolvenz ist der KV Nordrhein nichts bekannt.“ Auch die Zahl von 5000 betroffenen Patienten entspricht laut KV „nicht den Tatsachen“. Dabei verweist sie auf vorliegende Daten, ohne allerdings zu sagen, wie viele Patienten es nun sind. Laut deren Mitteilung hat die KVNO „keine Informationen“ darüber, dass in Derschlag zurzeit Patientinnen und Patienten nicht versorgt bzw. unversorgt weggeschickt würden. „Die Geschäftsführung der ,MVZ DerArzt Nordrhein GmbH’ hat der KVNO schriftlich versichert, dass im ,MVZ Der Arzt Hausarztzentrum Gummersbach’ momentan vier Ärztinnen und Ärzte tätig sind und dass das MVZ auch weiterhin betrieben werden soll.“

Das steht allerdings im Widerspruch zu Informationen dieser Zeitung, nach denen Patienten bereits seit geraumer Zeit in Derschlag den Hinweis bekommen haben sollen, sie mögen sich einen anderen Hausarzt suchen. Die KVNO berichtet weiter, dass die Sicherstellung der ambulanten Versorgung der Patienten ihr „vorrangiges Ziel“ sei. Man habe sich vor Ort ein Bild von der Lage gemacht, Gespräche mit der ärztlichen Leitung des genannten MVZ geführt und den Austausch mit dem Gesundheitsdezernat sowie dem Landrat des Oberbergischen Kreises gesucht.

Termin am Donnerstag

Das deckt sich mit Informationen dieser Zeitung dahingehend, dass Donnerstag ein Gespräch stattfinden soll, an dem auch Bürgermeister Frank Helmenstein, Landrat Jochen Hagt sowie Gesundheitsdezernent Ralf Schmallenbach teilnehmen sollen. Die Aussage von MVZ-Chef Oliver Krenzer, kein Geld von der KVNO bekommen zu haben, bestätigt diese: „Die zuständigen KV-Fachabteilungen haben bei Leistungsabrechnungen Auffälligkeiten festgestellt, die nun überprüft werden müssen – dazu ist die KVNO rechtlich verpflichtet. Daher können auch bestimmte Abschlusszahlungen nicht bzw. nicht vollständig getätigt werden.“

Was die von Krenzer angesprochene Nicht-Erreichbarkeit der KV angeht stellt diese nun klar: „Zu den normalen Bürozeiten ist es in der KVNO jederzeit möglich, die zuständigen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner telefonisch oder per E-Mail zu erreichen bzw. eine Auskunft zu erhalten. Die Kontaktdaten sind außerdem auf der KVNO-Internetseite veröffentlicht.“ Und was ist, wenn die Aussagen des Betreibers zu der „gehörigen Schieflage“ nun doch zutreffend sind? Die KV schreibt dazu: „Sollte das MVZ entgegen den Aussagen der Geschäftsführung doch geschlossen werden, wird sich die KVNO – ggf. auch gemeinsam mit Kreis und Kommune – intensiv um Lösungsmöglichkeiten kümmern, durch welche die vertragsärztliche Versorgung vor Ort sichergestellt werden kann.“ Ob das dann die Feststellung einer Notlage oder nur die Verteilung auf andere Ärzte ist, lässt die KVNO in der Mitteilung indes offen.

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