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HandballPlatz sechs bei der U20-EM – Hein und Koschek ziehen Bilanz

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Julius Hein im Spiel gegen Spanien.

Der Sieg gegen Spanien, zu dem Julius Hein neun Tore beitrug, war der persönliche Abschluss für den Kreisläufer aus Gummersbach .

Julius Hein und Tom Koschek ziehen nach der U20-EM Bilanz, sammeln wichtige Erfahrungen und richten den Blick auf ihre Vereine.

Als sich die Handballer der deutschen U 20-Nationalmannschaft am Sonntag in München getrennt haben, fiel allen der Abschied schwer. Vier gemeinsame Wochen mit drei Lehrgängen und der Europameisterschaft mit acht Spielen in elf Tagen in den Städten Cluj-Napoca und Turda   in Rumänien lagen hinter den Spielern, ehe es zurück zu ihren Vereinen oder in die Heimatorte ging. Darunter waren der Gummersbacher Kreisläufer Julius Hein und Linksaußen Tom Koschek, der beim VfL Gummersbach unter Vertrag steht.

Auch wenn Platz sechs nach der Niederlage gegen den neuen Europameister Ungarn und gegen Frankreich im Siebenmeterwerfen am Ende eine Enttäuschung war, das Turnier und die Zeit mit den Jungs habe er genossen, sagt Tom Koschek, der am heutigen Samstag 20 Jahre alt wird. Für ihn war es das erste große Turnier mit einer Nationalmannschaft. Er kehrte von München aus direkt nach Leipzig zurück und wurde bereits am Donnerstag an der Nasenscheidewand operiert. Zwei bis drei Woche muss er nun pausieren, ehe es mit Leipzig in die Vorbereitung zur Mission Wiederaufstieg geht.

Beide haben viel gelernt

Julius Hein, der für den Zweitligisten TSV Bayer Dormagen antritt, hat nach seiner Rückkehr zwei Wochen Pause, ehe auch er in die Vorbereitung startet. Davon verbringt er eine Woche   in Griechenland. „Es war eine geile Zeit“, sagt der 19-jährige Kreisläufer zu den Wochen mit der Nationalmannschaft. Er war erst eine Woche vor dem ersten Lehrgang berufen worden.

Nach dem WM-Titel im vergangenen Jahr, als der ehemalige VfL-Torhüter Anel Durmic den entscheidenden Siebenmeter hielt, hatten sich die jungen Handballer hohe Ziele gesetzt und wollten den Titel holen. Da sei es, so Julius Hein, nur ein kleiner Trost, dass die 25:27-Niederlage im Viertelfinale gegen die Ungarn gewesen sei, die am Ende den Titel gewannen.

Tom Koschek im Spiel gegen die Schweiz.

Mit 42 Toren war Linksaußen Tom Koschek, den der VfL Gummersbach zum SC DHfK Leipzig aus geliehen hat, der beste deutsche Werfer.

Es habe die Abgezocktheit im Angriff gefehlt, erklärt der Gummersbacher. In die Runde um Platz fünf ging es weiter mit einem 42:36-Sieg gegen Spanien. „Das war mein persönlicher toller Abschluss“, sagt Hein, der neun Tore zum Sieg beitrug. Auch wenn er „nicht so extrem viel gespielt habe“, sei er unterm Strich doch „relativ zufrieden“ mit seiner Leistung. 25 Tore waren es für ihn am Ende.

Mit 42 Treffern war Tom Koschek der beste Werfer der deutschen Mannschaft und wurde in den Spielen gegen die Schweiz und Ungarn zum „Player of the match“. Nach dem   Abschluss in der Bundesliga hatte er eine Woche Urlaub in Italien gemacht, wo er den Abstieg aus der Ersten Bundesliga mit dem SC DHfK Leipzig verarbeiten konnte.

Julius Hein, Anel Durmic und Tom Koschek

Drei Handballer mit Bezug zum VfL Gummersbach: Julius Hein. Anel Durmic und Tom Koschek (v.l.).

„Ich habe mich sehr auf die Nationalmannschaft gefreut, auf   die gemeinsame Zeit mit   Handballern in meinem Alter“, sagt Tom Koschek. „Wir wissen, dass wir gegen Ungarn kein optimales Spiel gemacht haben“, blickt er zurück. Anschließend habe man sich vorgenommen, es gegen Spanien besser zu machen, was auch gelang. Im Siebenmeterwerfen gegen Frankreich entschärfte Anel Durmic zwar einen Siebenmeter, doch trafen deutsche Werfer zweimal den Pfosten . Damit war es Platz sechs.

„Ich bin dankbar, dass ich dabei sein durfte, die Konkurrenz ist groß“, erklärt der Linksaußen.   Grundsätzlich sei er mit seiner Leistung und der Wurfquote von 76 Prozent zufrieden, auch wenn er wisse, dass er hätte noch   besser spielen können. Er habe aber sehr, sehr viel lernen können, alleine schon, wie man sich auf ein solches Turnier vorbereite.   Wie Julius Hein hofft auch Tom Koschek im   nächsten Jahr noch einmal mit der dann U21 -Nationalmannschaft anzutreten.

Tom Koschek nach dem Spiel gegen die Schweiz.

In zwei Spielen wurde Tom Koschek „Player of the match“.

Der Abstieg mit Leipzig in die Zweite Liga sei nicht schön gewesen, blickt Tom Koschek optimistisch auf die neue Saison. Die Zweite Liga sei zwar stark, doch Leipzig gehöre nicht dahin, glaubt er an den direkten Wiederaufstieg. Dass Leipzig die Ausleihe um ein Jahr verlängert hat, habe ihn sehr gefreut.   In der abgelaufenen Saison hatte er durch die Verletzung von Lukas Binder viel Spielzeit.   „Ich muss meine Leistung bringen und hart trainieren“, setzt er sich die nächsten Ziele.

In Leipzig fühlt sich Tom Koschek   sehr   wohl. Der Verein habe ihm eine Wohnung gestellt und er verbringe seine Freizeit mit Teamkollegen aus der ersten und zweiten Mannschaft. „In Leipzig kann man viel unternehmen.“ Im Oktober möchte er zudem ein Psychologie-Studium an der Fernuniversität Hagen beginnen. „Doch jetzt liegt mein Fokus erstmal auf dem Handball.“

In Dormagen gut angekommen

Bei Bayer Dormagen hatte sich Julius Hein der Rückrunde fest in die Mannschaft der Zweiten Liga eingespielt und bekam vor allem in der Abwehr die komplette Spielzeit. „Den Klassenerhalt haben wir mehr oder weniger sicher geschafft“, sagt der Gummersbacher. Während es in der Abwehr laufe, wolle er sich im Angriff noch verbessern.   Dabei helfen auch die Erfahrungen, die er bei der Europameisterschaft gesammelt habe. Spielen werde er in der ersten ebenso wie in der zweiten Mannschaft, die in die Dritte Liga aufgestiegen ist.

In Dormagen, wohin er vor einem Jahr gewechselt war, hatte er keine Probleme anzukommen, kannte er doch einige Handballer, mit denen er beim VfL   zusammengespielt hatte. Mit Mitspieler Florian Boehnert teilt er sich eine Wohnung fünf Minuten von der Halle entfernt und mit anfänglicher Unterstützung seiner Mutter hat er mittlerweile auch die Hausarbeit im Griff, wie er lachend erzählt.

Nach dem Abitur   machte Julius Hein zunächst ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) mit vielfältigen Aufgaben im administrativen Bereich, in der Akademie, mit der Videoaufbereitung und Kinder AGs . Im Frühjahr möchte der Gummersbach dann ein Studium beginnen.