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Wasserreinigung an MüllhaldenGummersbacher Absolvent erhält den Förderpreis des Aggerverbandes

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Zu sehen ist eine Preisverleihung an einen jungen Mann.

Der Gummersbacher TH-Absolvent Tobias Liese (M.) nahm den Förderpreisverleihung des Aggerverbandes von (v.l.) Prof. Dr. Christian Kohls, Ulrich Stücker, Dr. Uwe Moshage und Gerd Böhner entgegen.

Der 27-Jährige beschäftigte sich mit der Abwasserreinigung durch spezielle Algen. 

Weltweit entsteht immer mehr Müll, und die übliche Methode, ihn zu entsorgen, ist die Deponierung auf Müllhalden. Tobias Liese (27) weiß: „Dabei entstehen Deponiesickerwässer mit vielen abwasserrelevanten Nähr- und Schadstoffen.“

Der ehemalige Student der Technischen Hochschule in Gummersbach hat sich in seiner Bachelor-Arbeit mit der Wasseraufbereitung befasst und wurde für seine herausragende Forschung mit dem 22. Förderpreis des Aggerverbandes geehrt.

Tobias Liese ging der Frage nach, inwieweit Mikroalgen in Biofilmen dazu beitragen können, die Deponiewässer zu reinigen. Denn bisherige Verfahren sind unter anderem mit hohen Energiekosten verbunden. Mehrere Wochen lang führte Liese im vergangenen Frühjahr Experimente mit Sickerwässern der Leppe-Deponie am Lehr- und Forschungszentrum Metabolon durch. Die Algen wandeln während ihrer Photosynthese die Schadstoffe aus dem Abwasser in Biomasse um. Diese kann anschließend als Dünger genutzt werden, erklärt Liese.

Daten der oberbergischen Leppe-Deponie ausgewertet

In einer Marktanalyse schätzt er ein, welche Einsparungen durch die Mikroalgen-basierte Abwasserbehandlung möglich wären. Sein Fazit: „Es ist ein Verfahren mit viel Potenzial.“ Liese sieht aber weiteren Forschungsbedarf über die Daten aus der Leppe-Deponie hinaus. Seinem Interesse für Nachhaltigkeit und Technik geht der aus Olpe stammende Tobias Liese mittlerweile bei einem jungen Unternehmen aus der Recyclingbranche in Hamburg nach, nochmal zurück an eine Hochschule zu gehen, um einen Master zu machen, schließt er aber nicht aus.

Dr. Uwe Moshage, Vorstand des Aggerverbandes, zeigte sich besonders interessiert an der möglichen Stromeinsparung des untersuchten Verfahrens. „Denn gerade bei der Abwasserreinigung gibt es einen starken Energiebedarf“, sagt er. Und am Ende würde ein geringerer Verbrauch nicht nur dem Aggerverband, sondern auch den Verbrauchern und der Umwelt zugutekommen. Mit der Preisverleihung will der Aggerverband auch auf den Weltwassertag hinweisen, der in diesem Jahr unter dem Motto „Accelerating Change“ („beschleunigter Wandel“) steht.

Aggerverband betont weltweite Bedeutung von sauberem Wasser

Zugang zu sauberem Wasser als essenzielle Ressource stehe weltweit nicht allen Menschen zur Verfügung und sei ein wichtiges Ziel globaler Entwicklungszusammenarbeit, sagt Moshage. Und auch in Deutschland sei ein Wandel des Sektors nötig, denn die Wasserversorgung werde vom Klimawandel beeinflusst, ganz gleich ob in Form von Dürren oder Hochwassern.

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