Gummersbach – Der Prozess gegen einen 37-Jährigen, der sich wegen gemeinschaftlicher Veruntreuung in 203 Fällen vor dem Schöffengericht am Gummersbacher Amtsgericht verantworten sollte, ist geplatzt. Der Angeklagte musste unmittelbar vor der Hauptverhandlung ins Krankenhaus. Der Termin am Freitag sowie die Fortsetzung eine Woche später mussten vertagt werden.
Richter Ulrich Neef berichtete zu Beginn der Sitzung den anderen Verhandlungsteilnehmern, was passiert war: „Die Mutter des Angeklagten teilte mit, sie habe ihren Sohn zum Gericht gefahren, er sei aber zusammengebrochen und musste mit dem Krankenwagen ins Krankenhaus gebracht werden“. Der Verteidiger erklärte, bei seinem letzten Gespräch habe sein Mandant wohlauf gewirkt: „Seine Mutter erzählte mir aber, er sei labil und wegen des Verfahrens sehr nervös.“
Das könnte Sie auch interessieren:
Auch der Mitangeklagte, sein 82-jähriger Vater, sei bislang dem Verfahren fern geblieben. Diesem wurde laut eines Gutachters Verfahrensunfähigkeit aus gesundheitlichen Gründen attestiert. Ein psychologisches Gutachten stehe noch aus, so Neef. „Gehen Sie zu Ihrem Mandanten und verschaffen Sie sich einen Überblick, was genau geschehen ist“, sagte der Richter zum Verteidiger.
Da dieser zum wiederholten Male die Hauptverhandlung habe platzen lassen, könne das Gericht ihn vor dem nächsten Verhandlungstermin auch in Haft nehmen lassen. Ein neuer Termin soll bekanntgegeben werden.



