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Urlaubsmitbringsel
Nummernschild und Schlüssel eines Mietwagens erinnern an Reise durch Alaska

4 min
Waltraud Fischbach im Porträt.

Für Waltraud Fischbach hat die damalige Reise nach Alaska bis heute eine besondere Bedeutung. 

1997 unternehmen Waltraud Fischbach und ihr Mann eine Reise nach Alaska. Was sie nicht wissen: Es wird der letzte gemeinsame Urlaub sein.

Es ist August 1997, als Waltraud Fischbach und ihr Mann Paul Gerhard zu einer ganz besonderen Reise aufbrechen. Es geht nach Alaska, in den US-Bundesstaat, der schon lange auf der Wunschliste für Urlaube steht. Vor Ort ist eine Rundreise geplant. Was sie zum Zeitpunkt der Anreise noch nicht wissen: Es wird die letzte gemeinsame Urlaubsreise sein.

Im Hobbyraum bei Waltraud Fischbach zu Hause in Gummersbach-Strombach hängen zahlreiche Urlaubserinnerungen. Eine hat für die 98-Jährige jedoch bis heute eine besondere Bedeutung. Es sind das gelbe Nummernschild und der Autoschlüssel des Mietwagens, der sie und ihren Mann vor knapp 30 Jahren durch Alaska gefahren hat. „Beides durften wir damals mitnehmen“, erzählt Fischbach.

Ein gelbes Nummernschild und ein Autoschlüssel eines Mietwagens aus Alaska.

Das gelbe Nummernschild und den Autoschlüssel des Mietwagens aus Alaska durften die Gummersbacher behalten.

Über die Nordroute fliegen die Fischbachs damals nach Alaska – über Norwegen, Grönland und das Polarmeer bis in die Stadt Anchorage. Neun Stunden habe der Flug gedauert, erinnert sich Waltraud Fischbach. Vor Ort wird der Mietwagen – ein Geländewagen –   schnell zum Freund für die Oberberger, denn als sie die Reise antreten geht es ihrem Mann gesundheitlich nicht gut, erzählt die Seniorin. So wird die Reise neu geplant und viele Wege durch Alaska werden auf vier Rädern zurückgelegt.

„Wir haben kaum in einem Urlaub so viele Höhepunkte erlebt wie in Alaska“, erinnert sich Fischbach. Beeindruckt sind sie damals vom Mount McKinley, der sich mit seinen gut 6190 Metern gigantisch vor ihnen erhebt – das begeistert vor allem Waltraud Fischbach, die liebend gern in den Bergen unterwegs ist. Auch die Tierwelt zeigt sich den Gummersbachern mit voller Pracht: Grizzlys, Karibus, Elche, Füchse, Dallschafe, Ziegen, Moschusochsen und einen Weißkopfadler bekommen sie zu Gesicht. „Nur Wölfe haben wir keine gesehen“, sagt Fischbach schmunzelnd.

Auf der Reise durch Alaska tauchen sechs Hundeschlitten-Gespanne auf

In den Hot Springs wird ein Bad genommen und über den Highway Alaska erkundet. Manchmal sei ihnen auf ihren Fahrten durch das dünn besiedelte Alaska lange Zeit niemand entgegengekommen, erinnert sich die Seniorin weiter. Umso erstaunter ist sie, als plötzlich sechs Hundeschlitten-Gespanne vor ihr auftauchen. Interessiert verfolgt die Gummersbacherin das Geschehen und lässt sich schnell von der Begeisterung anderer Menschen am Straßenrand anstecken.

Mit einer Fähre geht es auf der Reise weiter, an einem „smaragdgrünen See“, wie sich Fischbach erinnert, wird eine Pause eingelegt, umzingelt von bunten Papageientauchern. Weiter geht es nach Dawson City, der legendären Goldgräbermetropole. „Am Klondike River lag ein alter Raddampfer, den wir noch einige Male auf dem Weg nach Whitehorse, einer weiteren größeren Siedlung und Versorgungsstation mit geteerten Straßen und manch stattlichem Haus, gesehen haben“, erinnert sich die 98-Jährige. Die meisten Straßen, über die die Oberberger fahren, sind übrigens Schotterpisten – gut also, dass sie mit einem geländefähigen Fahrzeug unterwegs sind.

Von Haines Junction aus fliegen die Fischbachs mit einer Cessna in die weiße Eisregion. „45 Minuten inmitten einer eisigen Wunderwelt“, schwärmt die Seniorin noch heute. Im gleißenden Sonnenlicht liegt unter anderem der riesige Llewellyn Gletscher vor ihr.

Wieder zurück im Auto, kreuzt nahe des Wrangell Gebirges ein Schwarzbär, und später auch ein Grizzly sowie ein Bärenrudel mit Jungen den Weg der Oberberger. „In diesen Tagen ist unser Auto zum Freund geworden, jeden Tag mehr. Es hat uns ermöglicht, die großartige Weite und wilde Schönheit Alaskas zu erfahren“, sagt Waltraud Fischbach. Mit einem letzten Blick auf den Mount McKinley geht es zurück nach Hause.  „Der Rückflug war unser letzter gemeinsamer Tag“, erzählt Fischbach traurig. Nur fünf Tage später und vollkommen unerwartet verstirbt ihr Mann im Krankenhaus. Gerade deshalb werde ihr dieser Urlaub stets in besonderer Weise in Erinnerung bleiben.


Sommerwettbewerb „Mein liebstes Urlaubsmitbringsel“

Mit der Volksbank Oberberg haben wir Sie bei unserem Sommerwettbewerb 2026 nach Ihrem liebsten Urlaubsmitbringsel gefragt. Unsere Redaktion hat 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ausgewählt, deren Geschichten wir nun in der Zeitung erzählen.

Nach den Sommerferien bestimmt eine Jury, welche der Teilnehmerinnen und Teilnehmer es auf die drei vorderen Plätze schaffen und welche auf die Ränge vier bis 20. Im Herbst werden die Finalisten in den Räumlichkeiten der Volksbank Wiehl geehrt.