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Dramatische EntwicklungVier weitere hitzebedingte Tote im Klinikum Oberberg

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Der Trinkwasserbrunnen in Gummersbach.

Der Trinkwasserbrunnen in Gummersbach war in den vergangenen Tagen eine beliebte und wichtige Anlaufstelle. 

Die Zahl der hitzebedingt Verstorbenen hat sich in Oberberg damit auf fünf erhöht. Bereits am Sonntag war der erste Todesfall bekannt geworden.

Insgesamt fünf Menschen haben in Oberberg die Hitzewelle der vergangenen Tage nicht überlebt. Das berichtet Sascha Klein, Geschäftsführer des Klinikum Oberberg, auf Nachfrage dieser Zeitung. Das zeige, wie dramatisch der Klimawandel sei, sagt Klein. Insgesamt sechs Personen hätten sich in Lebensgefahr befunden, fünf von ihnen seien verstorben. Bereits am Sonntag war der erste Todesfall bekannt geworden.

Wie berichtet waren Kliniken und Rettungsdienst in den vergangenen Tagen an ihre Belastungs- und Kapazitätsgrenzen gestoßen. Der Oberbergische Kreis berichtet, dass zunehmend nicht nur Risikogruppen von der Hitze gesundheitlich betroffen seien. Auch Menschen ohne Vorerkrankungen seien aufgrund der hohen Temperaturen medizinisch behandelt und in Krankenhäuser eingewiesen worden.

Oberbergs Landrat dankt den Helfern für deren Einsatz

Landrat Klaus Grootens sagte am Montag, dass er stolz sei, wie alles Wochenende funktioniert habe, angefangen bei dem Lazarett, das am Kräfte aus Oberberg am Samstag in der Kölner Messe aufgebaut hätten, bis hin zu der Unterstützung der Kliniken durch den Rettungsdienst. Sein Dank gelte hauptamtlichen und ehrenamtlichen Kräften. Viele Kollegen seien aus der Freizeit gekommen.

Am Ende, so Grootens, habe man Glück gehabt. Das Wochenende habe auch gezeigt, dass man das Thema Klimawandel ernst nehmen müsse. Mit Hinblick auf das Klimawandelanpassungskonzept werde er zeitnah auf die Bürgermeister im Kreis zugehen und für eine vorgezogene Umsetzung plädieren. Die Akteure in den Kommunen, die schon seit Jahren damit befasst sind, durch viele kleine und größere Maßnahmen auf den Klimawandel und steigende Temperaturen zu reagieren, dürften sich durch die Ereignisse der letzten Tage bestätigt sehen.

Stadt Gummersbach und der Kreis sind in der Abstimmung über einen Standort

So auch Gummersbachs Erster und Technischer Beigeordneter Jürgen Hefner. Unabhängig von den Maßnahmen, die Gummersbach ergriffen und noch in der Pipeline hat, sagt Hefner, dass man bei den Temperaturen der letzten Tage an die Vernunft und die Eigenverantwortung der Menschen appellieren müsse, sich dem Wetter entsprechend zu verhalten. Was Oberberg angehe, stehe die Region mit ihren Wäldern im Gegensatz zu Städten wie Köln noch ganz gut da. Ganz aktuell auf der Agenda steht die Idee, in Gummersbach eine Kälteinsel zu schaffen. Was das angeht, steht die Stadt im Austausch mit dem Oberbergischen Kreis. Eine erste Idee für einen Standort gibt es laut Hefner, dieser sei aber noch nicht spruchreif. Was Maßnahmen in der Vergangenheit angehe, so habe man in Gummersbach bereits einiges unternommen. „Wir haben vor der Vogtei einen Trinkbrunnen aufgestellt, Bäume gepflanzt, in der Innenstadt und in Gewerbegebieten Flächen entsiegelt und daneben Wohngebiete wie die Berstig oder die Gewerbegebiete konsequent durchgrünt“, sagt Hefner.

Ganz aktuell habe Gummersbach Fördermittel in Höhe von 1,13 Millionen Euro beantragt. Das Geld wolle man unter anderem in einen neuen Sonnenschutz an den Grundschulen investieren, an Kindertagesstätten und Spielplätzen soll es zusätzliche Sonnensegel geben, die Realschule Hepel und die Gesamtschule Derschlag bekommen einen Starkregenschutz, und auf dem Steinmüllergelände soll ein weiterer Trinkwasserbrunnen installiert werden. Ausgehend von der jüngsten Rückmeldung geht Hefner davon aus, dass der Antrag positiv beschieden wird.

Sonnensegel für den Spielplatz

Ähnlich wie Hefner reagiert der Wiehler Bürgermeister Ulrich Stücker. Man dürfe von einem mündigen Bürger erwarten, dass er sich bei großer Hitze entsprechend verhalte, sagt er. Unbenommen dessen müsse aus städtebaulicher Sicht auf den Klimawandel reagiert werden. In Wiehl bekomme der inklusive Spielplatz im Wiehlpark Sonnensegel.

Ein weiteres wichtiges Thema in Wiehl sei die blau-grüne Infrastruktur. Das ist ein stadtplanerisches Konzept, das Wassermanagement (blau) und Begrünung (grün) miteinander verknüpft, mit dem Ziel, Systeme widerstandsfähiger gegen Klimawandelfolgen zu machen. Mit einem Fluss wie der Wiehl mitten in der Stadt habe man gute Voraussetzungen, der Hitze entgegenzuwirken. Daneben gibt es in Wiehl in öffentlichen Gebäuden und Geschäften sogenannte Refill-Anlagen. Dort kann man seine Trinkwasserflaschen auffüllen. Was Maßnahmen an Gebäuden angeht, wie etwa die Entsiegelung von Schulhöfen oder die Verwendung von hellem anstelle von schwarzem Asphalt, sei man in Wiehl schon seit Jahren damit befasst. All das löse aber das Problem nur bedingt. Am Ende müssten die Menschen sich bei diesen Temperaturen vernünftig verhalten.


Das sagt das Klinikum Oberberg

„Es hat am Ende gut funktioniert“, resümiert Klinikum-Geschäftsführer Sascha Klein das hohe Aufkommen an hitzebedingten Patienten am Wochenende. Die Nachbereitung sei noch nicht abgeschlossen, sodass er auch noch nicht sagen könne, ob etwas nachgesteuert werden müsse. Auf den Normalstationen habe es gepasst, während die Notaufnahme „Großkampftag“ gehabt habe. „Die hohen Temperaturen am vergangenen Wochenende führten in den Notaufnahmen der Kreiskrankenhäuser Gummersbach und Waldbröl zu einem spürbar erhöhten Patientenaufkommen“, heißt es in einer Mitteilung des Klinikums am Montagmittag. Insbesondere hitzebedingte Kreislaufbeschwerden, Flüssigkeitsmangel sowie die Verschlechterung bestehender Erkrankungen hätten in zahlreichen Fällen eine notfallmedizinische Behandlung erforderlich gemacht.

Die Mitarbeitenden beider Krankenhäuser hätten die Situation mit großem Engagement bewältigt. Die medizinische Versorgung der Patienten sei jederzeit sichergestellt gewesen. Im Rahmen der kreisweiten Einsatzplanung sei am Sonntag vorsorglich eine personelle Unterstützung durch Kräfte des Rettungsdienstes und der Hilfsorganisationen erfolgt. „Diese Maßnahmen dienten der Entlastung der Notaufnahme und waren Ausdruck einer vorausschauenden Zusammenarbeit aller Organisationen“, heißt es in einer Mitteilung. „Angesichts der anhaltend hohen Temperaturen appellieren wir, die Empfehlungen zum Hitzeschutz ernst zu nehmen“, teilt das Klinikum mit.