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„Wissen nicht mehr weiter“Hund Jimmy verschwindet spurlos aus Garten in Dieringhausen

3 min

Joanna Wieseler möchte ihren Familienhund „Jimmy“ wieder in die Arme schließen.

  1. Wo ist Jimmy? Eine Nachbarin hat eine Person mit Taschenlampe gesehen und ein Quieken gehört.
  2. Die verzweifelte Familie ruft die Polizei, druckt Flyer und verständigt die Feuerwehr – ohne Erfolg
  3. Doch dann erhält die Familie den Hinweis einer Nachbarin, deren Nachbar sich ihr anvertraut hatte

Dieringhausen – Joanna Wieseler ist verzweifelt. Seit knapp zwei Wochen ist Familienhund Jimmy spurlos verschwunden. Am 18. Januar war der zwölf Jahre alte Yorkshire Terrier gegen 21 Uhr in den Garten des Mehrfamilienhauses an der Kantstraße in Gummersbach-Dieringhausen gelaufen, um noch mal sein Hundegeschäft zu erledigen. „Das ist bei uns jeden Abend so. Die Hunde kennen das und kommen nach wenigen Minuten ganz alleine wieder rein“, erzählt Wieseler.

An diesem Freitag kam Jimmy aber nicht wieder. Die Familie durchsuchte daraufhin bis in die Nacht die gesamte Umgebung – ohne Erfolg. „Eine Nachbarin sagte uns, sie habe jemanden mit einer Taschenlampe beobachtet und ein Quieken gehört. Da war uns sofort klar, dass irgendetwas nicht stimmt“, sagt Wieseler. Am nächsten Tag verständigte sie die Polizei und erstattete Anzeige gegen unbekannt.

Große Suchaktion gestartet

Damit nicht genug: Die Familie tat alles, um Jimmy wiederzufinden. Es wurden nicht nur Flyer gedruckt und verteilt. Die Freiwilligen Feuerwehren aus Dieringhausen und Engelskirchen suchten außerdem mit Wärmebildkameras den Wald ab. Sogar mit Hilfe eines „Petfinders“ aus Köln versuchte man die Spur des Yorkshire Terriers zu verfolgen: Es wurden sogenannte „Bluthunde“ eingesetzt, die Fährten aufnehmen können. Zudem kam auch noch die Tierrettung aus Leverkusen zum Einsatz.

Hinweis einer Nachbarin

Dann erhielt die Familie den Hinweis einer Nachbarin: Ein anderer Nachbar habe sich ihr anvertraut. Er sei an besagtem Abend betrunken unterwegs gewesen und habe den Hund alleine vorgefunden. Er habe ihn ein Stück unter der Jacke mitgenommen, weil er dachte, dass ihm kalt sei. Als Jimmy ihn aber angepinkelt habe, habe er ihn an einem nahe gelegenen Spielplatz wieder abgesetzt und sei nach Hause gegangen. An mehr könne er sich nicht erinnern. Die Familie gab den Hinweis an die Polizei. Die vernahm den Mann und durchsuchte sein Haus, allerdings ohne Ergebnis. Mittlerweile wurde der Fall der Staatsanwaltschaft übergeben.

Schon im Müll gesucht

Die Umstände des Verschwindens seien absolut unverständlich, sagt Joanna Wieseler. Sie wolle aber niemanden an den Pranger stellen, sondern nur den Hund zurück. „Wir haben sogar schon in den Müllcontainern gesucht“, sagt Wieseler und schluckt. Dennoch: Die Hoffnung, Jimmy wiederzubekommen, hat die Familie nicht aufgegeben. Helfen dabei soll diese Beschreibung: Der Hund hat helles Fell und goldene Pfoten. Das rechte Auge ist operiert und weiß. Durch sein Alter sei der Yorkshire Terrier etwas wackelig auf den Beinen. Außerdem sei er herzkrank und brauche dringend Medikamente. Für entscheidende Hinweise hat sie eine Belohnung von 1000 Euro ausgesetzt. Wieseler und ihre beiden Töchter hoffen nun auf ehrliche Hinweise. Die nimmt die Familie unter 0170 / 18 650 07 oder 0163 / 51 768 91 entgegen.

Wie verhalte ich mich, wenn ich ein Tier finde?

Wenn man einen herrenlosen Hund findet, sind Unsicherheit und Berührungsängste oft groß. Umso wichtiger ist es, sich richtig zu verhalten, um dem Tier zu helfen. Horst Giesen, Vorsitzender des Tierschutzvereins Oberberg, hat einige Tipps, wie man sich verhalten kann.

Lässt sich der Hund berühren, kann man ihn an eine Leine nehmen, alternativ komme auch ein Gürtel in Frage. Ist der Hund verängstigt, sollte man sich auf Augenhöhe mit dem Tier begeben. So könne man sich dem Hund langsam nähern und Vertrauen zu ihm aufbauen. Wer einen herrenlosen Hund gefunden hat, kann sich an Tierärzte und Tierheime wenden. Trägt der Hund einen Chip, kann der Tierarzt mit Hilfe eines Lesegeräts schnell herausfinden, wo dieser gemeldet ist. Außerdem sind alle als vermisst gemeldeten Tiere mit Foto in einer Vermisstenkartei erfasst. Ist ein Hund aggressiv, rät Giesen allerdings zur Vorsicht. In diesem Fall sollte man die Polizei oder das Ordnungsamt verständigen, die sich dann entsprechend um das Tier kümmern. Im Fall des vermissten Jimmy betont Giesen: „Die meisten vermissten Hunde tauchen nach ein bis zwei Tagen wieder auf. Allerdings sind Hunde auch erfinderisch und können Plätze aufsuchen, an denen sie geschützt sind.“ (lth)