In der Corona-KriseSportler und Politiker sind für Oberberger Tafeln im Einsatz

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Kräftig halfen der Tafel die VfL-Mitarbeiter (v.l.) Sebastian Wessels, Johannes Volk und Jan Schneider.

Kräftig halfen der Tafel die VfL-Mitarbeiter (v.l.) Sebastian Wessels, Johannes Volk und Jan Schneider.

Oberberg – Dass Oberbergs Tafeln geschlossen haben, um Helfer und Nutzer vor einer Corona-Infektion zu schützen, lässt die Oberberger nicht ruhen. So stellen sich viele in den Dienst der guten Sache und helfen bei Sonderausgaben, Lebensmittel zu verteilen. Unterstützung bekam in Gummersbach die Oberbergische Tafel etwa vom Handball-Zweitligisten VfL.

VfL bittet um Hilfe von Fans

Der Verein hatte seine Fans, unter anderem vom Fanclub Blue White Dynamite, dazu aufgerufen, an der Geschäftsstelle bunte Ostereier und andere Leckereien abzugeben. Am Mittwoch, als die Tafel an der Karlstraße für eine Oster-Sonderausgabe öffnete, gesellten sich die VfL-Mitarbeiter Sebastian Wessels, Johannes Volk und Jan Schneider zu den Ehrenamtlern, um die Osterpräsente an rund 300 Tafelnutzer und bedürftige Haushalte zu verteilen. In den Paketen fanden sich diesmal also nicht nur Gemüse, Brotaufstrich und Nudeln, sondern auch süße Sachen.

Am katholischen Pfarrheim in Nümbrecht verteilten Spielerinnen und Spieler des SSV Lebensmittel an Tafelnutzer.

Am katholischen Pfarrheim in Nümbrecht verteilten Spielerinnen und Spieler des SSV Lebensmittel an Tafelnutzer.

VfL-Spielmacher Robin Haller war übrigens – kurz vor Abgabeschluss – einer der letzten, der mit einem ganzen Karton voller Schokohasen im VfL-Büro auftauchte. Zehn große, randvolle Kisten mit Osterleckereien standen dort schließlich bereit. „Das ist wirklich eine tolle Sache, dass sich die VfL-Gemeinde kümmert“, erklärte Ulrich Pfeiffer, Vorsitzender der Tafel. VfL-Geschäftsführer Christoph Schindler dankte allen Unterstützern und lobte die Tafel-Kräfte, „die das ganze Jahr über einen fantastischen Job machen, aber viel zu wenig Aufmerksamkeit dafür erhalten.“

In Krisenzeiten hilft man sich

In Krisenzeiten rücke man eben zusammen, finden auch die Handballer des SSV Nümbrecht, die der Tafel Oberberg-Süd unter die Arme greifen. Die in Waldbröl ansässige Ausgabestelle ist nämlich auch für die Schlossgemeinde zuständig. Doch viele Helfer, die sich dort engagieren, gehören aufgrund ihres höheren Alters zur Risikogruppe und bekamen vom Tafelteam um Theresia Mittler daher die Anweisung, zu Hause zu bleiben.

So sprangen die Handballer in die Bresche. „Wir wussten, dass sich Vereinsmitglieder Gedanken gemacht haben, wie und wem sie in der Krisenzeit helfen können“, berichtet SSV-Chef Jörg Weber. Spieler aus der ersten und zweiten Herren- sowie der ersten Damenmannschaft packten an und verteilten Ostertüten an Bedürftige. Denjenigen, die wegen der Infektionsgefahr das Haus nicht verlassen sollen, wurden die Tüten sogar gebracht. „Wir freuen uns, dass viele Familien nun ein schöneres Osterfest haben können.“

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Auf Einkaufstour für die Süd-Tafel ging derweil die Reichshofer SPD und packte 25 Kisten mit Kaffee, Tee, Mehl, Seife, Nudeln, Obst, Aufbackwaren sowie natürlich Ostereiern und Schokohasen. So wolle man „den Menschen in dieser schweren Zeit signalisieren, dass man sie nicht vergesse“, erklärten die SPD-Vorsitzende Susanne Maaß und Antonia Schneider.

Auch das Kernteam der Ausgabestelle in Bergneustadt kann nicht ruhen. Nachdem in der vergangenen Woche schon 100 Taschen mit Lebensmitteln und selbst gebackenen Plätzen gefüllt worden waren, gingen die Helfer jetzt erneut einkaufen und schafften es, weitere 100 Taschen zu packen, die heute an registrierte Bedarfsgemeinschaften ausgeliefert werden. „Wir sind dankbar, dass es Menschen gibt, die uns bei dieser wichtigen sozialen Arbeit unterstützen. Ohne sie wäre diese Arbeit nicht zu stemmen“, betonte Horst Afflerbach von der Tafel Bergneustadt.

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