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InsolvenzAus für die Koch-Bohrer GmbH

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Nur kurze Zeit  funktionierte die Wiederbelebung des ehemaligen Brocke-Firmenkomplexes  in Morsbach-Lichtenberg durch die Koch-Bohrer GmbH. Der Betrieb wurde jetzt offiziell eingestellt.

Lichtenberg – Die Bemühungen, die insolvente Koch-Bohrer GmbH in Morsbach-Lichtenberg zu retten, sind gescheitert. Der Betrieb wurde nach Mitteilung des Insolvenzverwalters, Rechtsanwalt Dirk Obermüller aus Bonn, eingestellt und den Mitarbeitern, die bereits Ende Januar unwiderruflich bis zur Beendigung der Kündigungsfrist freigestellt worden waren, gekündigt.

Das Insolvenzverfahren der Koch-Bohrer GmbH mit 97 fest angestellten Mitarbeitern und des Schwesterbetriebes, der USH Schraubenwerkzeugfabrik Ulrich Schmidt GmbH (47 Mitarbeiter), geht auf einen Eigenantrag zurück, der Mitte Dezember 2012 gestellt worden ist. Anfang Februar wurde das Verfahren wegen Zahlungsunfähigkeit über die beiden Unternehmen eröffnet.

Vergangenen Mittwoch trat die Gläubigerversammlung für die Koch-Bohrer GmbH im Landgericht Bonn zusammen, wo Obermüller sein Gutachten vorlegte. Er geht davon aus, dass die Insolvenzgründe bereits deutlich vor dem Antragszeitpunkt vorlegen hätten. Die Unternehmensleitung habe zwar eigene Anstrengungen zum Verkauf unternommen, aber den wirtschaftlichen Niedergang nicht verhindert.

„Die ganze Insolvenz ist bedauerlich“, sagt Oberbergs IG-Metall-Chef Werner Kusel. „Hier sind unternehmerische Fehlentscheidungen getroffen worden, die ihre Ursache in der Zusammenlegung von drei Betrieben an einem Firmenstandort haben.“ Es sei zwar ein Sozialplan abgeschlossen worden, allerdings halte er es für äußerst zweifelhaft, ob dieser aus der verleibenden Masse bedient werden könne, dass also noch Abfindungen gezahlt werden.

Für die USH Schraubenwerkzeugfabrik ist die Gläubigerversammlung am 26. April terminiert. An dem Betrieb hat ein französischer Konzern Interesse, der 30 Arbeitsplätze schaffen will. Wie Torsten Welz, Assistent der Lichtenberger Geschäftsführung, auf Nachfrage mitteilte, sei man sich über den Kaufpreis einig und habe kurz vor der Gründung einer GmbH gestanden. „Allerdings brauchen wir einen Mietvertrag für rund ein Drittel des Betriebsgeländes“, sagte Welz.

Hierzu muss nicht nur die Eigentümerin, die RG Grundstücksgesellschaft mbH, eine Gesellschaft des Geschäftsführers der insolventen Unternehmen, zustimmen, sondern auch die Volksbank Oberberg, die selber einen Interessenten vorweisen kann. Es sei noch aber noch nichts in trockenen Tüchern, so Vorstandsmitglied Manfred Schneider. „Wir versuchen, allen Interessen gerecht zu werden“, sagte er.