Oberberg – Der Oberbergische Schützenbund (OSB) lädt Kinder bis 14 Jahre ein, sich bei einer der 46 Schützenvereinen in Oberberg ein Bild über das Schützenwesen zu machen und anschließend darüber zu berichten. Harald Knoop sprach mit OSB-Präsident Klaus Büser über diese Aktion.
Warum startet der OSB dieses Projekt, das Schützenwesen für junge Menschen interessant zu machen?
Es ist ein weiterer Versuch, dem demografischen Wandel entgegenzutreten. Es gibt 46 Schützenvereinigungen im Oberbergischen Schützenbund, und alle leiden mehr oder weniger darunter, dass die Jugend nur schwer für das Schützenwesen zu begeistern ist.
Was ist aus den bisherigen Aktionen geworden?
Die ersten oberbergischen Schützenjugendtage in Niederseßmar und Pernze haben viel bewirkt. Im Oktober wird die 1. oberbergische Jugendolympiade folgen. Inzwischen gibt es in über 90 Prozent der Schützenvereine bei uns Jugendwarte, die sich um das Thema kümmern. Und die Zahl der Mitglieder bis 20 Jahre ist bereits gestiegen. Der OSB hat ein Jugendförderprogramm aufgelegt, besonders für die Bereiche Schießsport und Brauchtum. Es gibt neue Jugend- und inzwischen auch Kinderschießwettbewerbe mit dem Lichtpunktgewehr.

Schießen ohne Munition: Mit dem Lichtpunktgewehr können sich schon Kinder im Schießsport üben. Das Spezialgewehr ist eine der Attraktionen, mit denen die Schützenvereine um Nachwuchs werben.
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Uniformen, Gleichschritt, Blasmusik – das ist schon bei den Erwachsenen nicht jedermanns Sache, die Geselligkeit auch nicht. Womit können die Schützen bei jungen Leuten punkten?
Eins vorweg: Wir tragen keine Uniform, sondern Tracht. Daran erkennen andere, dass man zu diesem oder jenem Verein gehört. Zur Frage: Wir müssen auf die Jugend hören, sie abholen und ihr zeigen, was wir zu bieten haben. Wir treiben Sport, machen Ausflüge, Zeltlager, Lagerfeuer, Fun-Spiele, Picknicks und vieles mehr. Bei uns reden wir nicht übers Handy, sondern direkt miteinander.
Zu ihrem neuen Aufruf: Der richtet sich an Schüler bis zur achten Klasse, das sind bestenfalls 14-Jährige. Ist das nicht ein wenig zu jung, um Mitglied in einem Schützenverein zu werden?
Nein, viele Vereine haben inzwischen – auch auf unseren Rat hin – das Mindestaufnahmealter aus ihren Satzungen genommen. Die Eltern können ihre Kinder jetzt schon von Klein auf anmelden und in den Schützenverein mitnehmen.
Was genau muss ein Jugendlicher machen, der Ihrem Aufruf folgen und sich mal in einem Schützenverein umtun und sich informieren will?
Auf unserer Internetseite www.osb1924.de einen Verein in seiner Nähe suchen und den Vorsitzenden anrufen. Der wird ihn zu einer Veranstaltung einladen, ihn herumführen und alles erklären. Wenn gerade ein Schützenfest im Ort ist, einfach einen Grünrock ansprechen, sich zum Vorsitzenden bringen lassen und sagen, dass man sich für den Verein interessiert und mal wissen will, was da so abgeht. Wer seine Eindrücke anschließend in einem kurzen Aufsatz, einem Bild oder einer Collage zusammenfasst und bei uns einreicht, kann einen Geldpreis für die Klassenkasse gewinnen. Die Jury tagt im November.
