Kahlhambuche-Gelände am Drabenderhöher OrtseingangWiehler Gewerbegebiet auf dem Prüfstand
Wiehl – Die Stadt Wiehl will sich Zeit lassen beim zweiten Versuch, das Kahlhambuche-Gelände am Drabenderhöher Ortseingang zu entwickeln. Sicher ist noch nicht einmal mehr, ob hier überhaupt Gewerbe angesiedelt werden soll.
Unbebaute Gewerbeflächen sind eigentlich Mangelware in Wiehl. Entsprechend interessiert war die Stadt Wiehl, als die Firma Miro Verbandsstoffe sich von dem 1,2 Hektar großen Gelände trennen wollte. Eine geplante Expansion hatte die Geschäftsführung aufgegeben.
Neuer Bebauungsplan
Ohnehin war der für Miro aufgestellte Bebauungsplan nicht wasserdicht. Nach einer Klage hatte das Oberverwaltungsgericht den Plan aufgehoben und Nachbesserungen beim Lärmschutz gefordert.
Im neuen Bebauungsplan würde die Stadtverwaltung gern die Ansiedlung von bis zu drei Gewerbebetrieben ermöglichen und diese mit einer Zugangsstraße erschließen. Auf jeden Fall soll der Lärmschutz und eine Abstandsbegrünung zum Wohngebiet gewährleistet sein und am besten ein Einvernehmen mit den Anwohnern hergestellt werden, hat Stadtplaner Marcus Köster nun im Planungsausschuss des Stadtrats versichert: „Wir wollen ja nicht noch einmal vorm Richter landen.“
CDU will städtebauliches Handlungskonzept abwarten
Während sich Karl-Ludwig Riegert (SPD) im Ausschuss für eine gewerbliche Nutzung des Geländes aussprach, trat die CDU auf die Bremse. Fraktionsvorsitzender Sören Teichmann will am liebsten erst ein städtebauliches Handlungskonzept für den Ort abwarten, bevor Tatsachen geschaffen werden.
Der Drabenderhöher Thomas Seimen erinnerte sich an einen „Aufschrei“, als 2010 bekannt wurde, dass Miro an der höchsten Stelle des Ortes eine Industriehalle errichten wollte. Man habe das damals nur akzeptiert, um den größten Arbeitgeber im Ort zu halten. Seimen empfahl, Lücken im bestehenden Gewerbegebiet zu schließen, statt das wichtigste Entrée des Ortes zu verschandeln. Die nahe Trinkwasserzone erlaube ohnehin nur die Ansiedlung von einfachen Handwerksbetrieben.
Geeignete Nutzung muss erst noch gefunden werden
Baudezernent Maik Adomeit betonte, dass die Stadt als Eigentümer des Geländes „Herr des Verfahrens“ bleibe: „Wir können über jeden konkreten Käufer beraten und beschließen.“ Eine gewerbliche Nutzung von vornherein auszuschließen, sei unsinnig: „Wir haben nicht so viele geeignete Flächen.“
Beschlossen wurde schließlich ein Bebauungsplanverfahren, in dem eine geeignete Nutzung erst noch gefunden werden muss.
