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Kirchenmusik im Altenberger DomWeniger Geld, mehr Bürgersinn in Altenberg

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Die Dommusik in Altenberg wird ganz neu aufgestellt.

Ein neuer ökumenischer Freundeskreis will mit Mitgliedsbeiträgen und Spenden die Kirchenmusik im Altenberger Dom langfristig sichern.

Der Altenberger Dom zieht viele Menschen an, auch solche, die sonst mit Kirche wenig zu tun haben. Doch das Geld wird knapp. Ein neu aufgestellter Förderverein unterstützt künftig die traditionsreiche Musik im Bergischen Dom. Evangelische und katholische Gemeinde ziehen dabei gemeinsam an einem Strang. Eigentlich drohte ein leises Ende. Als Andreas Meisner, jahrzehntelang evangelischer Kirchenmusiker am Altenberger Dom, in den Ruhestand ging, stand der Förderverein für die evangelische Kirchenmusik vor der Auflösung.

Ein Anruf, der alles verändert

Doch Meisner dachte weiter. Er kannte die Zahlen: Die Kirchen werden leerer, die Steuereinnahmen sinken, und in den Gemeindekassen fehlen Mittel. Wenn gespart wird, trifft es fast immer zuerst die Kultur. Das gilt ausgerechnet auch für einen Ort, der seit jeher von der Musik lebt. Meisner griff zum Telefon und rief Rolf Müller an, den katholischen Kirchenmusiker. Die Botschaft war klar: Wenn wir unsere Kräfte bündeln, gewinnen wir.

Aus zwei Vereinen wird einer

Aus zwei Seiten wurde eine. Statt den alten Verein aufzugeben, bauten die beiden Musiker ihn um. Der neue „Freundeskreis für Kirchenmusik im Altenberger Dom e.V.“ nimmt nun das gesamte musikalische Leben in den Blick. Statt getrennt um Unterstützer zu werben, können die Musiker nun gemeinsam Menschen ansprechen, denen vor allem eines am Herzen liegt – dass die besondere Klangtradition Altenbergs erhalten bleibt.

Musik als Zugang zum Glauben

Der Altenberger Dom, die gotische Kathedrale im Dhünntal, ist seit 1857 ein Simultaneum. Beide Konfessionen teilen sich das Gebäude. Doch nirgends verbinden sich Tradition und Gegenwart so spürbar wie in der Musik. Für viele Besucher ist nicht die Predigt der erste Zugang zum Glauben, sondern eine Bach-Kantate, ein Orgelvorspiel oder der Chorgesang zur Vesper. Musik erreicht Menschen oft dort, wo theologische Debatten scheitern: im Gefühl.

Ein Angebot für die ganze Region

Der Dom wirkt weit in die Region.

Und das Publikum reicht weit über die beiden Gemeinden hinaus. Menschen kommen zu Konzerten nach Altenberg, weil sie die besondere Akustik und Atmosphäre des Doms schätzen. Damit wird die Kirchenmusik zugleich zu einem kulturellen Angebot für die gesamte Region. Sie zu erhalten, ist aus Sicht der Initiatoren deshalb nicht allein eine innerkirchliche Aufgabe. Der Freundeskreis soll vielmehr auch diejenigen erreichen, die dem Dom kulturell verbunden sind, ohne regelmäßig einen Gottesdienst zu besuchen.

Anspruchsvolle Projekte unter Kostendruck

Genau diese Arbeit gerät jetzt unter Druck. Groß besetzte Oratorien, Honorare für Solisten, Notenmaterial und die Pflege der Instrumente kosten Geld. Diese Summen können die beiden Kirchengemeinden allein kaum noch tragen. Zugleich wollen die Musiker verhindern, dass ausgerechnet bei anspruchsvollen Projekten immer häufiger der Rotstift entscheidet.

Bürgersinn als Antwort: So funktioniert die Förderung

Die Antwort aus Altenberg heißt Bürgersinn. Im Vorstand des neuen Freundeskreises sitzen Meisner und Müller Seite an Seite. Kasse und Schriftführung übernehmen Aktive aus den evangelischen und katholischen Chören. Das Förderprinzip ist einfach. Wer helfen will, zahlt einen Mitgliedsbeitrag von mindestens 50 Euro im Jahr. Bei Spenden entscheiden die Geber selbst. Sie können das Geld der gesamten Dommusik widmen, gezielt das evangelische oder katholische Programm unterstützen oder einen Beitrag für ein einzelnes Projekt zweckgebunden geben. Erste Spenden sind bereits eingegangen. Der Verein braucht einen langen Atem, auch wenn die Zahl der Mitglieder schon erstaunlich gewachsen ist.

Weitere Informationen

Weitere Infos zu Mitgliedschaft, Projekten und Spendenkonto gibt es im Internet: www.dommusik-aktuell.de/freundeskreis.