Tempo 30 auf der Hauptdurchfahrt in Lindlar aufgrund von Lärmschutz: Damit befasste sich der Bauausschuss in einer kontroversen Diskussion.
Ausschuss für Tempo 30 auf der L299Polizei und Straßen NRW äußern Bedenken

Auf der Landesstraße 299 zwischen dem Kreisverkehr Kirschbäumchen und der Kreuzung mit dem Wilhelm-Breidenbach-Weg soll aus Lärmschutzgründen Tempo 30 eingeführt werden.
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Intensiv und kontrovers hat der Bau- und Planungsausschuss in seiner jüngsten Sitzung über Tempo 30 auf der Landesstraße 299 zwischen dem Kreisverkehr am Kirschbäumchen und der Kreuzung mit der L129/Wilhelm-Breidenbach-Weg diskutiert.
Hintergrund ist eine Bitte des Kreises um Stellungnahme der Verwaltung. Nach Berechnungen von Straßen NRW nach den Richtlinien für den Lärmschutz an Straßen (RLS19) wurden die Grenzwerte dort nicht überschritten. Anders sieht es das Straßenverkehrsamt des Kreises, das die Richtlinie RLS 90 herangezogen hatte. Dabei wurden Überschreitungen der Grenzwerte festgestellt. Als Lösung schlägt der Kreis Tempo 30 vor, was zu einer Reduktion um etwa 3 dB(A) führen werde.
Mehr als die Hälfte der Fahrzeuge fährt schneller als 50
Das sei etwa so, als würde man von zwei gleichzeitig laufenden Kreissägen eine abstellen, sagte CDU-Fraktionschef Armin Brückmann. Eine Senkung um zehn Dezibel werde als Halbierung der Lautstärke empfunden.
Geschwindigkeitsmessungen ergaben für den Bereich vor dem Kreisel Kirschbäumchen eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 56 km/h (V85). Fast die Hälfte aller Fahrzeuge war schneller als 50, es gab rund 40 Prozent Kolonnenverkehr, in einer Woche wurden knapp 88.000 Fahrzeuge in beiden Richtungen registriert. Die Messungen auf Höhe des Parkplatzes am Schuhhaus ergaben deutlich niedrigere Werte, dort fuhren gut 55.000 Fahrzeuge und nur 3,5 Prozent der Verkehrsteilnehmer waren zu schnell.
Polizei und Straßen NRW haben Bedenken bei der Temporeduzierung
Bedenken gegen Tempo 30 sehen Kreispolizei und Straßen NRW, sie befürchten eine Verkehrsverlagerung und fehlende Akzeptanz bei den Verkehrsteilnehmern.
In Sachen Lärm und darum gehe es, nicht um die Verkehrssicherheit, sah die CDU zuerst keinen Handlungsbedarf, auch das BSW sprach sich für Tempo 50 aus, anders SPD, Grüne und Linke. „Es geht um die Gesundheit der Menschen, da kann es keine zwei Meinungen geben“, so Ingo Harnischmacher für die Grünen. Die CDU bat um Sitzungsunterbrechung zur Beratung und kündigte anschließend Enthaltung bei der Abstimmung an. Mit zehn Stimmen votierte der Ausschuss für Tempo 30. Die Entscheidung darüber liegt aber beim Kreis.
