Die Erntezüge 2026 haben sich bei schönstem Sonnenschein in Bewegung gesetzt. In Lindlar gab es richtig sehenswerte Fahrzeuge und Anhänger.
Bunte KarawaneDieselpreis und Trockenheit sind die Top-Themen beim Erntezug in Lindlar

Die Wurtscheider Gruppe hatte sich zum Thema Bienen ins Zeug gelegt.
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Bei schönstem Sonnenschein haben sich am Sonntag in Wipperfürth und Lindlar die Ernteumzüge 2026 in Bewegung gesetzt. Dabei passte das Wetter perfekt zur Erntebilanz der oberbergischen Landwirte: Sonne gab es in den vergangenen Wochen bekanntlich reichlich, und sie ließ dem Regen, den die Wiesen und Felder dringend benötigt hätten, keine Chance. Der Wassermangel war denn auch eines der bestimmenden Themen an den Wagenaufbauten, Frontladern und Heckcontainern.
Zwölf Gruppen auf dem Weg an die Overather Stadtgrenze
In Lindlar machten sich insgesamt zwölf Gruppen vom Schützenplatz in Waldbruch aus auf die rund 15 Kilometer lange Ausfahrt. Schon zum zweiten Mal startete der Tross damit nicht im LVR-Freilichtmuseum, und auch den Brombacher Berg fuhren die Traktoren diesmal nicht mehr an, mangels Genehmigung der Stadt Overath, wie es hieß. Somit ging es über Kalkofen, Schönenborn, Köttingen und Frielinghausen nach Hohkeppel zur Abschlussparty des Heimatvereins, wie Zugleiter Werner Gebauer berichtete.

Wer im Sommer 2026 eine hatte, war froh: Dieser Freundeskreis aus Lindlar brachte jede Menge Gießkannen mit.
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Unter die Gruppe der Landjugend Engelskirchen hatte sich auch Franz Bellinghausen vom Vorstand der Kreisbauernschaft Oberberg gemischt, der sich besonders darüber freute, dass junge Menschen mit dem Ernteumzug die Belange der Landwirtschaft zu ihrem Thema machten. Logisch, dass Bellinghausen seinen Hof am Haus Ley für den Wagenbau zur Verfügung gestellt hatte. „Es verdient größte Unterstützung, wenn unsere Jugend die Belange der Landwirtschaft begreifen und sich dafür auch einsetzen möchte."
Wenn der Himmel nichts gießt, wird die Gießkanne zum Erntehelfer.
Mit Blick auf die vergangenen Monate sprach Bellinghausen von einer „schwierigen Erntezeit 2026". Mangels Niederschlag hätten die Bauern einen eingeplanten Grünschnitt verloren, was mancherorts zur einer problematischen Vorratssituation führe. Insgesamt könne die Landwirtschaft im Oberbergischen mit den Erträgen aber noch zufrieden sein, so der Engelskirchener. Deutlich größere Sorgen bereiteten ihm und seinen Kolleginnen und Kollegen die zuletzt regelrecht explodierten Dieselpreise, die für den Durchschnittshof locker zusätzliche Kosten im fünfstelligen Bereich ausmachten.
Den trockenen Sommer riefen denn auch gleich mehrere Gruppen mit ihren herrlich verzierten Wagen zurück ins Gedächtnis. Ein Lindlarer Freundeskreis mit dem Motto „Wenn der Himmel nichts gießt, wird die Gießkanne zum Erntehelfer" hatte gleich die ganze Wagenverkleidung mit kleinen, großen und vor allem bunten Gießkannen geschmückt, dazu fuhren knallige Hortensien, Sonnenblumen und Kürbisse mit.
Aktuelle Gesprächsthemen beim Erntezug in Lindlar
Einige Meter dahinter rollte der vielleicht schönste Hingucker der Lindlarer Karawane: Die 20-köpfige Truppe aus Wurtscheid wies auf die schwierige Lage für Insekten hin und hatte dazu Heuballen aller Größen in sehenswerte Bienen verwandelt – ein besonders kugeliges Exemplar thronte hoch oben am Frontlader. Am Anfang jeder Erntezug-Vorbereitung stehe die gemeinsame Suche nach einem Motto, das die aktuellen Gesprächsthemen in der Landwirtschaft passend abbilde, verrieten Paula Hartkopf und Madlen Heimes von den Wurtscheidern.
Nach gut drei Stunden fuhren die Traktoren schließlich in den Hohkeppeler Ortskern ein, wo ein buntes Treiben rund um das Weißen Pferdchen bereits in vollem Gang war. Noch immer verwöhnte die Sonne Zuschauer und Teilnehmer, von denen sich die meisten auch gleich für den Ernteumzug 2027 verabredeten. Was bis dahin die oberbergische Landwirtschaft bewegt, weiß heute noch niemand. Dass die Gruppen auch im nächsten Herbst treffende Slogans finden werden, ist so gut wie sicher.
