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Paukenschlag in der LandesligaEintracht Hohkeppel meldet seine Reserve und die Frauen ab

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Blick auf einen Fußballtrainer

Coach Guiseppe Brunetto und die Spieler der zweiten Hohkeppeler Elf wurden von der Entscheidung des Vereins kalt erwischt.

Die Fußballer von Eintracht Hohkeppel II sind ab sofort auf der Suche nach neuen Vereinen. Genauso geht es den Frauen der Eintracht.

Der SV Eintracht Hohkeppel hat in der Winterpause für einen Paukenschlag gesorgt. Mit sofortiger Wirkung zog der Club seine zweite Herren-Mannschaft sowie die Frauen-Mannschaft aus dem Spielbetrieb zurück. Beide Teams waren in der Landesliga aktiv.

Hohkeppel will sich auf die erste Mannschaft konzentrieren

„Der Verein stellt frühzeitig die Weichen für eine nachhaltige und wirtschaftlich stabile Zukunft. Wir sichern damit die langfristige Entwicklung, schaffen Planungssicherheit und möchten Infrastruktur und Jugendförderung gezielt stärken“, hieß es in der offiziellen Pressemitteilung. Die erste Mannschaft, die in der Mittelrheinliga um den Aufstieg spielt, und die Dritte (Tabellenführer Kreisliga B) bleiben aktiv und sollen ihren sportlichen Weg konsequent fortsetzen.

Geschäftsführer Kevin Theisen nennt neben Kapazitätsproblemen auf der Anlage vor allem personelle Gründe als Auslöser für die Neustrukturierung: „Es bedarf vieler Personen, um Mannschaften zu unterhalten. Da wurden wir unseren eigenen Ansprüchen nicht mehr gerecht.“ Hinzu kam die anhaltende Kritik der Gästeteams an der Platz- und Kabinensituation: „Das ging bis hin zu massiven Beleidigungen.“

Gemeinsame Lösung mit der Gemeinde Lindlar gesucht

Folgerichtig werde nun verstärkt an der Infrastruktur gearbeitet und gemeinsam mit der Gemeinde Lindlar nach Lösungen gesucht. Ein möglicher Umzug der Eintracht auf das brach liegende Stadiongelände des TuS ist ja schon länger im Gespräch. Besonders hart trifft die Entscheidung die zweite Mannschaft.

Trainer Giuseppe Brunetto gewann am vergangenen Sonntag noch mit einem Großteil seiner Jungs den Derschlager Budenzauber. „Für uns alle kam die Entscheidung völlig überraschend“, erklärt Brunetto, der in den nächsten Tagen Gespräche mit dem Club über seine Zukunft führen wird.

Für uns alle kam die Entscheidung völlig überraschend.
Giuseppe Brunetto, Trainer der zweiten Hohkeppeler Elf

Theisen betont, dass Brunetto und auch Co-Trainer André Klug nicht freigestellt werden: „Wir sind sehr zufrieden mit ihrer Arbeit und möchten sie an den Verein binden.“ Die Spieler hingegen befinden sich ab sofort auf Vereinssuche.

Profitieren von der Hohkeppeler Entscheidung wird unter anderem der FV Wiehl, da Fortuna Bonn, Schlebusch (je 3 Punkte) und Spich (1) ihre gegen Hohkeppel erzielten Zähler verlieren. Die Wiehler rücken von Platz zwölf auf zehn vor und haben nun vier Punkte Vorsprung auf die Abstiegsränge. Vor dem Rückzug der Eintracht war es nur ein Zähler. Zudem steht mit dem SV Eintracht Hohkeppel II der erste Absteiger fest.

Bei der Frauen-Mannschaft, die auf Platz drei rangierten, war der Kader zudem quantitativ nicht mehr konkurrenzfähig. Mögliche Wintertransfers scheiterten an den abgebenden Vereinen. Theisen: „Da wurden völlig utopische Ablösesummen aufgerufen.“