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Fußballkreis BergZum Start öffnete der Himmel alle Schleusen

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Gruppenfoto des Vorstandes.

Mit der Gründung des Fußballkreises Berg trat der neue Vorstand an: v.l. Jugendobmann Heiko Möller, Freizeit- und Breitensportobmann Siegfried Fabritius, stellvertretender Vorsitzender Detlef Baldauf, Kassenwart Werner Swifka, Vorsitzender Rolf Müller, Technischer Obmann Gerhard Dittich, Schiedsrichterobmann Ralf Zimmermann und Geschäftsführer Peter Schwamborn.

Der Fußballkreis Berg wurde vor 25 Jahren gegründet und feiert das mit einem Festkommers im Kulturzentrum Lindlar.

Mit einem Festkommers werden am heutigen Samstag ab 18 Uhr im Kulturzentrum Lindlar 25 Jahre Fußballkreis Berg gefeiert. Nur wenige Kilometer entfernt von der Walbachhalle in Ründeroth, wo die Vereine am 3. Mai 2001 mit 257 Stimmen die Fusion der Fußballkreise Oberberg und Rhein-Berg beschlossen. Trotz des vor der Tür herrschenden Unwetters mit vielen überschwemmten Kellern waren so viele Vereinsvertreter gekommen, dass die Halle gefüllt war.

Folkmar Becher (74, Oberberg) und Rolf Müller (80, Rhein-Berg) waren 2001 die Vorsitzenden der beiden Fußballkreise. Die Fusion hatte der Fußballverband Mittelrhein (FVM) angestoßen. Damit sollten nicht nur die Kosten gesenkt werden, sondern auch die Zahl der ehrenamtlich Verantwortlichen. „Kleinere Kreise brauchen genauso viele Vorstandsmitglieder wie größere“, berichtet Folkmar Becher über die Überlegungen. Eine besonders kleine Einheit war damals der Kreis Monschau mit nur 25 Vereinen.

Die Idee eines gemeinsamen Fußballkreises stieß bei allen auf offene Ohren

Die beratende Tagung aller FVM-Vorsitzender zu dem Thema sei sehr harmonisch gewesen, denn allen sei klar gewesen, dass es anders nicht weitergehen könne, so Becher. Die beiden Kreise waren mit 40 beziehungsweise 42 Vereinen fast gleich groß, sagt Rolf Müller. Im Vergleich dazu stand der Kreis Köln mit 135 Clubs.

Ein weiteres Argument für die Fusion war, dass sich durch den Zusammenschluss volle Klassen bei den Jugendmannschaften erhofft wurde. „Bis dahin gab es beispielsweise bei der A-Jugend mit Ach und Krach eine Staffel“, blickt Müller zurück.

Der SV Hermesdorf war der erste Meister im neuen Kreis

Gestartet wurde bei den Senioren nach dem Zusammenschluss mit zwei Kreisligen A, drei B-Staffeln, sechs C-Staffel. Später kam die Kreisliga D hinzu.

Die Kreisliga A war im ersten Jahr nach geografischen Gesichtspunkten in die Staffel Ost und die Staffel West mit jeweils 14 Teams geteilt. Der erste Kreismeister Berg war der SV Hermesdorf (Ost), der sich gegen den TuS Marialinden (West)   in zwei Entscheidungsspielen durchsetzte. Das Hinspiel gewann Hermesdorf mit 4:1, das Rückspiel Marialinden mit 3:1. Damit stieg der SV Hermesdorf als erster Meister des Fußballkreises Berg in die Bezirksliga auf.

Gerhard Dittich war dafür zuständig, dass alles reibunglos funktionierte

Die beiden A-Ligen wurden in der folgenden Saison zusammengelegt und 20 Mannschaften traten an. Vier von ihnen stiegen ab, so dass es in der Saison 2023/24 erstmals eine 16er Staffel gab, wie sie heute noch Bestand hat. „Das alles so reibungslos funktioniert hat, ist der Verdienst von Gerhard Dittich“, sagt Rolf Müller, der von drei harten Jahren bis zum Zusammenschluss spricht. Dittich ist auch heute noch im Fußballkreis Berg als Vorsitzender des Spielausschusses für den Spielbetrieb zuständig.

Die größte Sorge der Vereine seien die langen Fahrtstrecken gewesen, berichtet Folkmar Becher. Der Kreis hatte nun Mannschaften von Altenberg bis Holpe. Doch die Aufregung habe sich gelegt.

Aus zwei Vorständen wurde einer mit Rolf Müller an der Spitze

Auch bei der Zusammensetzung des Vorstandes, immerhin verlor die Hälfte der Mitglieder ihre Position, sei es harmonisch gewesen, sagt Folkmar Becher. Er wechselte damals als Schatzmeister zum FVM und Rolf Müller wurde Vorsitzender im Fußballkreis Berg. Die Jahre als Chef des Fußballkreises Rhein-Berg dazugerechnet, bekleidete der Lindlarer 24 Jahre den Vorsitz, ehe er 2023 nicht wieder an trat. Sein Nachfolger ist Jürgen Liehn und Müller heute Ehrenvorsitzender.

„Wir hatten die Vorstandswahlen damals aber auch gut vorbereitet“, sagt Müller. Eine Rolle spielte bei der Zusammensetzung des Vorstands das Alter. „Wir haben mit den älteren Vorstandsmitgliedern gesprochen und sind auf Verständnis gestoßen.“ Fünf Mitglieder kamen aus dem Oberbergischen, vier aus Rhein-Berg.

Die Geschäftsstelle des neuen Kreises zog nach Overath

Einen neuen Standort bekam die Geschäftsstelle, die in die Mitte des Kreises nach Overath umzog. „Dabei waren wir kurz zuvor erst in Bergisch Gladbach umgezogen und hatten die Möbel in den vierten Stock geschleppt“, blickt Rolf Müller lachend zurück. Die Kollegen aus Oberberg hatte ihr Domizil bis dahin in Oberbantenberg.

Den Zusammenschluss der beiden Kreise zu einem einzigen bewerten die beiden ehemaligen Funktionäre durchweg positiv, vor allem, was den sportlichen Aspekt betrifft.     Beide bedauern aber auch, dass das Familiäre des kleinen Kreises verloren gegangen sei. „Ich war vor dem Vorsitz zehn Jahre Schiedsrichterobmann, ich hatte das Gefühl, ich kannte jeden“, sagt Folkmar Becher. „Mit ging es genauso, ich war vorher Vorsitzender der Jugendspruchkammer“, ergänzt Müller.

Oberberg und Rhein-Berg waren die ersten Kreise im Verband, die die Fusion durchsetzten

Eine gewisse Ausnahmestellung hatte und hat der Fußballkreis bei den Frauen- und Mädchenmannschaften, wo er nach wie vor an der Spitze im Fußballverband steht. Den Grundstock hat der verstorbene Karl Fassbender gelegt, der sich unermüdlich dafür eingesetzt hatte. Zudem war der Fußballkreis Berg der erste im FVM, der die Fusion umgesetzt hat. Und er hat im Verband den höchsten Anteil an Kunstrasenplätzen.

Die beiden Männer stehen vor dem Eingang der Halle.

Die ehemaligen Vorsitzenden der Fußballkreise Folkmar Becher (Oberberg) und Rolf Müller (Rhein-Berg) an der Walbachhalle, wo vor 25 Jahren der Fußballkreis Berg gegründet wurde.

Viele Dinge seien im Laufe der Zeit einfacher geworden, sagt Rolf Müller. Musste vor 25 Jahren noch für alles telefoniert werden, geht es jetzt vor allem über WhatsApp oder per Email. „Es gibt heute deutlich mehr Spielgemeinschaften, das kann man mit den Anfängen nicht mehr vergleichen“, sagt Folkmar Becher.

Dass es weniger Fußballer gebe, liege vor allem daran, dass die Kinder mehr Möglichkeiten hätten, fügt Müller hinzu. Dafür gebe es aber mehr qualifizierte Trainer.   „Heute gibt es keine Trainer mehr, die keinen Schein haben.“ Jedes Jahr legten 25 von ihnen bei Lehrgängen des Fußballkreises die Prüfungen ab.

„Ich habe keine Bange um die nächsten 25 Jahre des Fußballkreises“, sagt Folkmar Becher und blickt optimistisch in die Zukunft.   Er ist nicht mehr ehrenamtlich aktiv und verbringt 20 Wochen im Jahr mit seiner Frau auf Mallorca. So langsam zieht es ihn wieder mehr zu seinem Heimatverein SV Frömmersbach und das liegt an der   guten Jugendarbeit des Clubs, der erstmals mit der U19 in der Bezirksliga antritt.

Rolf Müller   hat sich im Kreis und im SV Frielingsdorf zwar zurückgezogen, steht aber bereit, wenn er helfen kann, wie jetzt bei der Organisation des Festkommers zum 25. Bestehen des Kreises. Sportlich aktiv ist er in der Ü50-Spielgemeinschaft Lindlar von Siegfried Fabritius, der als Obmann für Freizeit- und Breitensport dem ersten Vorstand des Fußballkreises Berg angehörte.