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„D'r Zoch kütt“40 Gruppen mit rund 1000 Teilnehmern zogen durch Lindlar

Lesezeit 4 Minuten
Das Lindlarer Dreigestirn auf seinem Wagen beim Umzug durch den Ortskern.

Das Lindlarer Dreigestirn trotzte dem Regenwetter und strahlte auch vor dem grauen Himmel.

Pünktlich um 14 Uhr setzte sich am Sonntag der Karnevalszug in Lindlar in Bewegung und nahm Kurs durch den mit Jecken gefüllten Ortskern.

Mehr als 1000 Jecke hatten sich um 13 Uhr an der Rheinstraße eingefunden, um sich zum Karnevalszug zu formieren. Auch wenn ein Traktor ein Problem hatte, war alles bis zum Start um 14 Uhr parat und Zugleiter Oliver Knauf gab das Startsignal für die 40 Gruppen.

Die Jecken an dem rund drei Kilometer langen Zochweg warteten schon ungeduldig bis nach Polizei, DRK und Feuerwehr der erste Wagen verkündete „D'r Zoch kütt“. Und mit heißen Sambarhythmen sorgte die Trommler von Sambalocco für ordentlich Bewegung am Wegesrand. Die Jecken standen teilweise dicht gedrängt und riefen lauthals nach Kamelle und Strüßjer.

Und die gab es gleich darauf von den „Krähen op d'r Hüh“, die als Krähen kostümiert waren. Sieben Meter Federn wurden seit November für jedes Kostüm verarbeitet. Der Kegelclub aus Schmitzhöhe hatte für seine Premiere im Zoch die Kegeln gegen Kamelle getauscht.

Die Sünger Butzen freuten sich, nach dem eigenen Zug in Hartegasse am Samstag jetzt im großen Zoch mitgehen zu können. Ganz auf die Winterolympiade abgestellt war der Auftritt des Unternehmens Lang mit Firmenchef Tobias als olympischer Fackel und einem großen Bob. Noch nie in der Firmengeschichte seien die Olympischen Spiele so nahe an Lindlar gewesen und das Unternehmen könne dafür noch mehr Technik liefern als sonst, so Lang. Die Männertanzgruppe Dancing Daddys aus Frielingsdorf zog im aktuellen Outfit als Kapitäne mit und genossen den Kontakt mit den Jecken.

Die Süttenbacher bezauberten nicht nur die Kinder. Ordentlich Kamelle ließ der Elferrat der KG Rot-Weiß Lindlar auf die Jecken regnen. Und der närrische Lindwurm war gerade eine Stunde unterwegs, da ließ es auch Petrus regnen. Doch er hatte nach einer halben Stunde das Einsehen, dass die Lindlarer Jecken dadurch nicht vom Feiern abzuhalten waren und drehte den Hahn wieder ab. Stattdessen lugte dat Sönnche kurz hinter den Wolken hervor und beschien auch die Jecken vom Lebensbaum, die knallbunt unterwegs waren.

Die Handballer des TuS Lindlar waren enorm in Form in ihrem besondern Sportoutfit. Der Musikverein Lindlar sorgte als eine von drei Musikgruppen für die richtigen Töne und animierte die Jecken zum Mitsingen. „Wat nit passt, wed passend gemacht“ lautete das Motto von KCM, die ebenfalls zum ersten Mal im Zoch dabei waren.

Die Berjischen Pänz waren als Hogwarts Express unterwegs und hatten ihren Spaß. Tierisch wurde es beim Zirkus, der ihnen folgte. Richtig laut und mit ordentlich Qualm waren die Lenkeler Piraten auf ihrem Schiff unterwegs. Die SC Knallköpp, auch neu im Zoch, wurden politisch und meinte „De Ampel dät uns lange quälen, rum loss uns flöck jet neues wählen“.

Die Bergischen Suffböcke feierten auf ihrem Wagen und mit der Fußgruppe ihre eigene Party. Auf die Horjasser Jecke folgten die Linder und der Musikverein Linde, der in Wipperfürth beim Rathaussturm dabei ist. Die Bärenfänger fanden bei den Jecken nur wenig Beute und das Kinderprinzenpaar Timo und Jule von der Grundschule Lindlar-Ost warf begeistert Kamelle und genoss sichtlich das bunte Treiben.

Der TSC Lindlar begleitete das Kinderprinzenpaar und die KG Rot-Weiß Lindlar folgte mit gleich drei Gruppen, der Jugend, den Aktiven und einer Fußgruppe. Seit Jahren zählen De Mucher Buurepänz fest zum Lindlarer Zoch. Die Gruppe „Wann Orsen“ machte wieder ordentlich Lautstärke. Der Vorstand der KG Rot Weiß Lindlar feierte wie immer auf dem Festwagen, die Tanzgruppe des TuS Lindlar war gut gelaunt, und der KV Fenke ließ sich zu seinem 60. Geburtstag feiern.

Er stellt in diesem Jahr auch das erste Dreigestirn für den gesamten Ort. Für Prinz Marcel II., Bauer Michael und Jungfrau Oleg bildete der Zoch den umjubelten Höhepunkt einer tollen Session.

Die Jury für die Prämierung der schönsten Gruppen bildeten Karl-Egon Kühr, Träger des Bessembenger Ordens sowie Alexander Bosbach und Ulrich Hüttl. Gerrit Jüncke stellte den Jecken die Gruppen vor. Nach rund zweieinhalb Stunden war der Zoch vorbei und die Jecken zogen in die umliegenden Gaststätten, um weiterzufeiern.

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