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MittelrheinligaSV Eintracht Hohkeppel scheitert am Wiederaufstieg in die Regionalliga

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Spielszene gegen Bergisch Gladbach.

Fünf Punkte holte der SV Eintracht Hohkeppel auf Tabellenführer SV 09 Bergisch Gladbach auf.

Durch eine mangelnde Chancenverwertung und eine Auswärtsschwäche ist es beim Aufstiegsfavoriten am Saisonende Platz zwei.  

Fußballer bemühen oft ungewöhnliche Vergleiche, wenn etwas nicht so läuft, wie sie es sich wünschen. So nennen sie es zum Beispiel, es wirke, als sei vorm Tor ein Bus geparkt, wenn das Sportgerät die Torlinie einfach nicht überschreiten will. Dieses war in vielen Spielen von Eintracht Hohkeppel in der abgelaufenen Saison in der Fußball-Mittelrheinliga der Fall. Letztlich war die Chancenauswertung auch ein Grund, warum der Verein das große Saisonziel Wiederaufstieg in die Regionalliga nicht realisieren konnte.

Eintracht Hohkeppel startet mit einer schlechten Auswärtsbilanz

Insbesondere war es aber von Saisonbeginn an eine unterirdische Bilanz auf den Plätzen der Gegner. So wurden alle Partien bis zum 3:1 in Königsdorf am elften Spieltag auf fremden Plätzen nicht gewonnen. Das 2:2 in Vichttal und das 2:2 in Bergisch Gladbach dürfen jeweils durchaus noch als achtbares Ergebnis gewertet werden. Dieses gilt aber nicht für das 2:4 in Porz und das 0:4 in Siegburg. Daheim war die Eintracht von Saisonbeginn an eine Macht, sammelte Siege um Siege.

Unruhe kam schon vor dem ersten Spieltag auf, als ein in dieser Region unbekannter Trainer aus Frankfurt, der bislang erfolgreich in der Jugend von Rot-Weiß Frankfurt tätig war, verpflichtet wurde. Der Spanier Pablo Gonzalez Huerta war genau einen Monat und 20 Tage im Amt. Kurz vor Beginn der Saison erklärte er aus persönlichen Gründen seinen Rücktritt.

Erst kurz vor dem Saisonstart übernimmt Apo Keseroglu die Mannschaft als Trainer

Mit Apo Keseroglu wurde überraschend der am 15. November 2022 entlassene Coach, der zuvor über drei Jahre das Sagen in Hohkeppel und mit dem Team Erfolge gefeiert hatte, erneut verpflichtet. Keseroglu hatte allerdings nicht die Mannschaft zusammengestellt, die er nun ab Saisonbeginn trainieren sollte. Keine guten Voraussetzungen für ein erfolgreiches Wirken.

Im Verlauf der Hinrunde stabilisierte sich das Team. Ab dem 3:1 in Königsdorf wurden auch die Partien auswärts erfolgreich gestaltet. Die erste Heimniederlage gab es in der Rückrunde ausgerechnet gegen den Konkurrenten SV Bergisch Gladbach 09 und in einer Weise, die womöglich zu einem psychologischen Nachteil wurde. Nach einer 2:0-Halbzeit-Führung unterlagen die Hohkeppeler noch mit 2:4 und Bergisch Gladbach feierte.

Als Trainer folgt Pepe Brunetto auf Apo Keseroglu

Nachdem in der Woche darauf auch noch beim FC Wegberg-Beeck mit 1:3 verloren wurde, wurde   Apo Keseroglu zum zweiten Mal von Hohkeppel entlassen und Pepe Brunetto als Trainer verpflichtet. Der gehörte ohnehin die gesamte Zeit dem Trainerstab der Eintracht an, da er die Hohkeppeler Reserve sehr erfolgreich gecoachte hatte, diese aber trotzdem im Winter abgemeldet wurde. Brunetto blickt zudem auf Erfahrungen im höherklassigen Fußball mit dem TV Herkenrath, 1. FC Düren und dem Bonner SC zurück.

Pepe Brunetto sammelte mit seiner Mannschaft aus den verbleibenden neun Spielen noch 22 Punkte. Trotz dieser überzeugenden Bilanz reichte es nicht mehr zum Aufstieg.

Der SV 09 Bergisch Gladbach hält die Spitze und Hohkeppel bleibt nur Platz zwei

Der SV 09 Bergisch Gladbach ließ sich nicht mehr von der Tabellenspitze, die das Team seit dem neunten Spieltag inne hatte, verdrängen. Der Meister und Regionalliga-Aufsteiger verlor in der gesamten Saison nur drei Spiele, die Eintracht dagegen sechs. Als „Trostpflaster“ verbleibt ein durchaus akzeptabler und überzeugender zweiter Tabellenplatz und damit die Vize-Meisterschaft mit 64 Punkten und einem Torverhältnis von plus 50.

Trainer Pepe Brunettos Vertrag wurde über die Saison hinaus verlängert. „Wenn Eintracht Hohkeppel Siebter oder Achter wird, kann man von einer schlechten Saison sprechen, dann wurde etwas falsch gemacht“, blickt er auf die Saison zurück. Natürlich sei das Saisonziel Wiederaufstieg verfehlt, aber wenigstens die Vizemeisterschaft erreicht worden, auch wenn dieses ein schwacher Trost sei.

Nun greifen wir in der neuen Saison aufs Neue an
Pepe Brunetto, Trainer des SV Eintracht Hohkeppel

„Aber wir müssen einräumen, dass eine Mannschaft es besser gemacht hat. Wir haben in der Rückrunde fünf Punkte auf Bergisch Gladbach und fünf Punkte auf den Siegburger SV aufgeholt. Bis zum letzten Spieltag haben wir die Spannung aufrecht erhalten.“

Am letzten Spieltag, beim 10:0 des SV 09 Bergisch Gladbach gegen Porz waren sowohl die Vereinsführung als auch Trainer Pepe Brunetto und einige Spieler seiner Mannschaft im Gladbacher Stadion und sahen mit an, wie der Kontrahent sich den Meistertitel holte. „Nun greifen wir in der neuen Saison aufs Neue an“, so Brunetto.

Beim Blick auf das Personal fällt auf, dass mit dem Weggang von Top-Leistungsträgern im Winter eine weitere Schwächung des Teams eingetreten war. Mit Torwart Kevin Jackmuth (zum Regionalligisten SpVg. Velbert), Mittelfeldmotor und Kapitän Cenk Durgun (zum Regionalligisten Wuppertaler SV) sowie Top-Torjäger Alexander Guiddir (zum Regionalligisten FC Schalke 04 U23) waren Stammkräfte in der Rückrunde nicht mehr dabei. Da auch Jannes Hoffmann auf der Strecke blieb, waren aus dem Regionalliga-Team der Vorsaison nur noch Firat Tuncer und Mike Owusu im Einsatz.

Problem ChancenverwertungPermanentes Problem der Hohkeppeler war die Chancenverwertung. „Natürlich kann man im Training Spielformen wählen, bei denen es zu vielen Abschlüssen kommt. Das dient einem guten Gefühl, führt aber nicht dazu, dass dieser Spieler im Meisterschaftsspiel die gebotene Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor an den Tag liegt. Dieses kann man nicht lernen“, sagt Pepe Brunetto.

Gesucht wir ein Angreifer mit dem rechten Torriecher

Heißt das, dass ein Angreifer mit dem rechten Torriecher gesucht wird? „Letztlich ist das so. Ich habe den Eindruck, diese Angreifer ziehen es magisch an, stehen dort, wo der Ball hinkommt. Ein Beispiel aus der Vergangenheit ist Joran Sobiech, mein Innenverteidiger zu Zeiten des TV Herkenrath, der bei Standardsituationen vor dem gegnerischen Tor per Kopf in der Regionalliga vier Treffer erzielt hat“, erklärt er.