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RuhestandDas Lindlarer Freilichtmuseum war Michael Kamps Traumjob

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Michael Kamp (l.) und Werner Hütt, Geschäftsführer des Vereins der Freunde und Förderer des Freilichtmuseums Lindlar in einer Schulbank der ehemaligen Elementarschule Hermesdorf.

Michael Kamp (l.) und Werner Hütt, Geschäftsführer des Vereins der Freunde und Förderer des Freilichtmuseums Lindlar in einer Schulbank der ehemaligen Elementarschule Hermesdorf.

Es war mehr als ein Job, es war eine Leidenschaft, die Michael Kamp 22 Jahre lang als Leiter des LVR-Freilichtmuseums Lindlar lebte.

Mehr als 20 Jahre war Michael Kamp Leiter des LVR-Freilichtmuseum Lindlar – Bergisches Freilichtmuseum für Ökologie und bäuerlich-handwerkliche Kultur, wie die Bezeichnung offiziell lautet. Jetzt ist der 66-Jährige in den Ruhestand gegangen. Dem Museum wird er aber über seine Arbeit im Förderverein weiter erhalten bleiben. Er freue sich, auf diese Weise an anderer Stelle noch weiter für und im Museum arbeiten zu können. Vor allem freut er sich, dass er nun endlich mehr Zeit für Forschungsprojekte und wissenschaftliche Arbeit hat.

Auf einem Rundgang durch das Museum geht es zu Gebäuden und Punkten, die immer besonders wichtig sind. Eigentlich müssten wir überall hingehen, zu allem gibt es eine Menge zu erzählen, sagt Kamp. Ihm war wichtig, dass bei dem Rundgang auch Werner Hütt dabei ist. Er ist Geschäftsführer des 1988 gegründeten Vereins der Freunde und Förderer des Bergischen Freilichtmuseum Lindlar. Und der ist mit mehr als 3500 zahlenden Mitgliedern für das Museum von sehr großer Bedeutung, wie Kamp betont. Ohne den Verein hätte die Entwicklung der letzten 20 Jahre so nicht stattfinden können. Denn das Budget des LVR-Museums reiche für viele Projekte bei weitem nicht aus.

An vielen Gebäuden hängt sein Herz

Auch nicht für die Translozierung der früheren Volksschule Hermesdorf. Das Projekt, das sich über einige Jahr hinzog und einige Hürden nehmen musste, ist für Kamp eines der wichtigen. Aber auch an vielen weiteren Gebäuden hängt sein Herz. Bauen ist die Königsdisziplin eines Freilichtmuseums, sagt er. Und ohne den Förderverein wären die zahlreichen Projekte gar nicht möglich gewesen.

Das Freilichtmuseum sei aber vielmehr als nur historische Bauten, es biete Raum für die Naherholung, Bildung und analoges Erleben in vielen Bereichen, zu denen zählen auch Garten- und Landschaftsbau – ein Bereich, der von manchen Besuchern gar nicht so wahrgenommen werden. Das Museum habe auch einen Bildungsauftrag und so sei er besonders froh über den Kindergarten im Museum. Dankbar ist er auch für das engagierte Mitarbeiterteam und die vielen Ehrenamtler, vom Kuchenbackteam bis Team der Feldbahn.

Kamp bleibt dem Museum weiter erhalten

Das Museum sei gut aufgestellt, so Kamp, der schon gespannt ist, wie es sich unter Leitung seiner Nachfolgerin Sandra Badelt entwickeln wird.


Zur Person

Michael Kamp wurde 1959 in Krefeld geboren, er studierte Volkskunde und Kunstgeschichte in Regensburg. Er ist verheiratet und Vater eines erwachsenen Sohnes.Seit 1982 ist Kamp im Freilichtmuseumsbereich tätig. Von 1988 bis 1996 war er Mitarbeiter des Schwäbischen Bauernhofmuseums Illerbeuren. Anschließend arbeitete er als Museumsleiter in Immenstadt/Allgäu von zuletzt drei Museen, ab Oktober 2004 war er Leiter des Freilichtmuseums Lindlar.

Unter seiner Leitung wurde das Museum ausgebaut und erweitert. Zahlreiche Bauten mit Fokus auf serielles Bauen in Holz und Wellblech, wie Müllershammer, Forsthaus Broichen, Schule Hermesdorf, RAD-Baracke, Wellblechbaracke entstanden, die Infrastruktur wurde erweitert, auch durch Schulungsräume, die Kita gebaut und das Nordtor mit den Parkplätzen errichtet. Kamp hat Lehraufträge an den Universitäten Düsseldorf und Münster und war einige Jahre Vorstandsmitglied des Verbandes Rheinischer Museen.