Der Techniktag im LVR-Freilichtmuseum in Lindlar findet am Sonntag, 12. Juli, in der Zeit von 10 bis 18 Uhr statt. Es gibt auch Mitmachaktionen.
Auf AchseBeim Techniktag im Freilichtmuseum Lindlar ist eine historische Dampfmaschine zu sehen

Die Lokombile aus dem Jahr 1922 hat Jürgen Schiffer angeheizt. Am Sonntag ist sie in Aktion zu sehen.
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Sieben Tonnen schwer ist der stählerne Koloss mit seinem riesigen Schornstein und den großen Metallrädern, der auf dem Gelände des Lindlarer LVR-Freilichtmuseums am Sägegatter steht. Damit er dieses am Sonntag, 12. Juli, antreiben kann, muss er früh angeheizt werden. Das ist bei der Lokomobile aus dem Jahr 1922 eine langwierige Sache, die viel Wissen und das richtige Händchen erfordert.
Und genau das hat Jürgen Schiffer. Der 60-Jährige ist gelernter Schlosser und Handwerker im Freilichtmuseum. Zwei bis drei Tage dauert es, bis er die fahrbare Dampfmaschine schonend auf Temperatur gebracht und sie den nötigen Druck zum Antrieb der Säge hat, berichtet er. Das gute Stück wurde 1922 von der Firma Rudolf Wolf in Magdeburg-Bückau gebaut und war bis 1967 in einem Sägewerk in Rösa (Kreis Bitterfeld) im Einsatz. 2007 kaufte das Museum die Lokomobile.
Lokombile aus dem Jahr 1922 trägt den Namen „Mercedes“
„Mercedes“, so heißt der frisch restaurierte Oldtimer, der an einem Arbeitstag rund 1200 Liter Wasser und bis zu 250 Kilogramm Holz benötigt. Früher wurde auch mit Kohle befeuert, doch man sei schon vor längerer Zeit auf Eichen- und Buchenholz umgestiegen. Das Feuer ist entscheidend für die richtige Verteilung der Hitze im Kessel. Er steigere die Hitze über zwei bis drei Tage, dann erzeugt der Wasserdampf einen Druck von acht bis neun bar, mehr ist nicht erwünscht und wird per Überdruckventil abgelassen.
Das heißt, es gibt zwei Ventile, und auch von allen anderen sicherheitsrelevanten Teilen sind immer zwei vorhanden. „Das dient der Sicherheit und ist auch vorgeschrieben“, sagt der Fachmann. Natürlich werde die Maschine regelmäßig überprüft und Jürgen Schiffer achtet darauf, dass alles richtig geölt ist.
Wer jetzt glaubt, dass Mercedes beim Betrieb so richtig Krach macht, wird enttäuscht, denn die Dampfmaschine läuft ziemlich leise. Sie stößt zwar Dampf und Rauch aus, und auch das große Rad und die Geräusche des Transmissionsriemens sind zu hören, ansonsten bleibt es aber eher leise. Laut wird es nur, wenn Schiffer die Pfeife betätigt, die den Arbeitsbeginn ankündigt.
Neben der Lokomobile sind am Sonntag auch eine Dampfspritze von 1901 und zahlreiche historische Traktoren sowie Stationärmotoren in Aktion zu sehen. Außerdem gibt es besondere Handwerksvorführungen zum Metallgießen (siehe Kasten), viele weitere Aktionen und ein buntes Familienprogramm.
Das Programm des Techniktages
Der Techniktag im LVR-Freilichtmuseum in Lindlar findet am Sonntag, 12. Juli, in der Zeit von 10 bis 18 Uhr statt.
Mit viel Dampf: Bauen von „Propellerautos“ im Hof zum Eigen, Vorführung der Dampflokomobile „Mercedes“ am historischen Sägegatter, historische Dampfspritze des Feuerwehrmuseums Salzbergen und der Feuerwehrspritze der Firma August Hönig, fahrbare Modelldampfmaschinen (darunter ein Dampf-Lkw im Maßstab 1:3 und ein Dampftraktor, ebenfalls im Maßstab 1:3).
Historische Kinderspiele: Stelzen und Hula-Hoop zum Ausprobieren und Mitmachen, kostenlose Fahrten mit der Miniatureisenbahn.
In Aktion: Feldbahnloks fahren von 10.30 bis 17.30 Uhr auf der 800 Meter langen Strecken, der Seilbagger aus dem Jahr 1962 ist in Aktion, ebenso der Steinbruchtraktor „Robuster“. Ein Steinbrecher und die Verladung von Schotter, der Kabelmesswagen und die historische Poststelle sind ebenfalls zu sehen.
Vorführungen und Mitmachaktionen gibt’s in der Seilerei und im Bandwebehaus, der Schmiede, im Hof Peters sowie im historischen Backes. In der Remise Eckenhagen wird Metall- und Formengießen gezeigt.
Ausstellung: „Als die Technik auf die Höfe kam!“ Landmaschinenfabriken im Bergischen und Ausstellung von historischen Fahrzeugen.
Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite des LVR-Freilichtmuseums Lindlar.
