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Schafe erwarten NachwuchsIm Lindlarer Freilichtmuseum findet wieder ein Tierkindertag statt

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Mit Leckereien sind die Schafe immer zu locken, wie Museums-Mitarbeiterin Marie Kramm hier zeigt.

Mit Leckereien sind die Schafe immer zu locken, wie Museums-Mitarbeiterin Marie Kramm hier zeigt.

Alte Tierrassen stehen im Mittelpunkt des Tierkinder- und Schäfertages im Museum. Einige Rassen sind seit dem Mittelalter bekannt.

Mit einem lang anhaltenden und tiefen Ruf läuft er aufgeregt auf seine Hühnerschar zu. Auch wenn der Hahn stillgehalten hat, als Kristiaan Verdoodt ihn hochgehoben hat, ist er sichtbar froh, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Der Hahn im Korb bei den Hühnern im Bergischen Freilichtmuseum Lindlar ist ein besonderes Exemplar, ein Bergischer Kräher. „Von allen deutschen Hühnerrassen ist der Bergische Kräher die älteste und hat eine umfangreiche Tradition vorzuweisen“, sagt Fachmann Verdoodt, der im Museum auch das Geflügel betreut.

Neben dem Krähruf, die ihr den   Namen eingebracht hat, hat die Rasse weitere Merkmale wie einen leicht gewölbten Rücken, Halsnacken und einen Sichelschwanz. „Man spricht hier von einer Dreibogenlinie in der Seitenansicht“, erklärt der Experte. Zudem weise diese älteste Hühnerrasse eine besondere Zeichnung in den Federn auf, die „Dobbelung“ genannt werde. Im Bergischen waren „Dobbel“ runde Holzscheiben eines mittelalterlichen Brettspiels, weiß Verdoodt.

Bekannt seit dem 13. Jahrhundert

Laut Sagen gab es den Bergischen Kräher bereits im 13. Jahrhundert. Das lebendige Kulturdenkmal befindet sich auf der Roten Liste alter einheimischer Geflügelrassen. Genau das ist der Grund, warum diese Rasse im Freilichtmuseum gehalten wird. Das Museum will alte heimische Tier- und Pflanzenarten erhalten.

Zu denen gehören auch die Tauben, die gerade auf dem Schotterweg vor Hof Peters auf der Suche nach Futter herumstolzieren. Sie sehen ein wenig aus wie Möwen. Zwölf Paare der Schildmöwchen, so heißt diese Rasse, leben zurzeit im Taubenschlag. Direkt gegenüber ruhen sich die beiden Pommerngänse im Gras aus. Die Pommernenten kommen schnatternd auf ein kurzes Bad vorbei. Auch diese Rasse steht auf der Liste der bedrohten Arten. Ganz neu eingezogen ins Museum ist Lotte. Sie ist ein Schwein und gehört zur Rasse der Bunten Bentheimer Schweine. Ein Artgenosse ist ebenfalls mit dabei. Die alte Haustierrasse, die als sehr genügsam gilt und deren Fleisch heute nicht mehr nachgefragt wird, ist ebenfalls vom Aussterben bedroht.

Zu den seltenen Rassen zählen auch die vier hochträchtigen Schafe. Bis zum Tierkinder- und Bergischen Schäfertag am 10. Mai gibt es hier sicher Nachwuchs. Wie viele Lämmer es werden, ist noch offen. Auch bei den Ziegen gibt es Nachwuchs. Nicht nur die jungen Besucher des Freilichtmuseums sind von den Tierkindern begeistert.


Programm

Für Sonntag, 10. Mai (Muttertag), lädt das LVR-Freilichtmuseum in Lindlar wieder zum Tierkinder und Bergischen Schäfertag ein. Von 10 bis 18 Uhr stehen nicht nur die zahlreichen kleinen und großen Tiere im Mittelpunkt. Auf die Besucherinnen und Besucher warten zahlreiche Aktivitäten und Angebote. Dazu zählen einer Tierschau mit alten Haustierrassen und die Kreisbockschau. Es wird gezeigt, wie Schafe geschoren werden, und die Hütehunde können in Aktion erlebt werden. Weitere regionale Vereine zeigen Tiere wie Dülmener Pferde, Esel, Kaninchen und Ziegen. Dazu gibt es zahlreiche Handwerksvorführungen, vom Filzen, Kardieren, Spinnen, Weben und Bleichen. Schmied, Seiler und der Museumsbäcker zeigen ebenfalls ihr Können. Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit der Interessengemeinschaft Oberbergischer Schafhalter (IGOL) und dem Naturpark Bergisches Land statt.

Auf dem Areal gibt es einen Markt mit regionalen und handgemachten Produkten rund um Schaf und Wolle. Die historischen Gebäude sind geöffnet und es gibt ein vielseitiges Mitmachprogramm. Die Gaststätte Lingenbacher Hof ist geöffnet, darüber hinaus gibt es Lamm- und Schafspezialitäten, Grillwurst, Pizza, Pommes und vieles mehr. Der Förderverein sorgt am „Zitschbüdchen“ für Erfrischungen und am historischen Kiosk aus Wermelskirchen gibt es Süßigkeiten und Kindheitserinnerungen.Erwachsene zahlen 10 Euro, alle unter 18 Jahren haben freien Eintritt.