Im Februar werden vermutlich noch winterliche Phasen mit kalter Luft nach Oberberg kommen, meint unser Wettermann Oliver Baldsiefen.
Donnerwetter!Der Winter bleibt uns wohl noch etwas erhalten - Neues vom Wettermann aus Lindlar

Unser Wetterfrosch Oliver Baldsiefen.
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Liebe Wettergemeinde! Ein Gerangel der Luftmassen findet aktuell über unseren Köpfen statt und so gibt es recht kalte Luft über dem Nordosten und milde Luft über dem Südwesten. Ein großes Hoch über Russland schaufelt die kalte und trockene Kontinentalluft nach Europa, während die Tiefausläufer vom Atlantik mildere Luft mitbringen. Wir sitzen derzeit zwischen den Stühlen und es hat sich über Deutschland eine Luftmassengrenze gebildet, welche die kalte Luft von der milderen Luft trennt. Diese ist aber nicht starr, sondern ständig in Bewegung. So kann es auch sein, dass an einem Tag bei uns die Flocken rieseln und am nächsten Tag schon wieder deutliche Plus-Temperaturen zu erwarten sind.
Eine alte Bauernregel sagt: „Gibt's in Januar Wind von Osten, tut die Erde langsam frosten“. Dies ist schon nicht ganz falsch, denn wenn die kontinentale Kaltluft bis zu uns nach Europa einfließt, geschieht das meist mit Dauerfrost und teils auch knackigem Ostwind. Da wir hier im Bergischen derzeit aber auf der milderen Seite der Luftmassengrenze liegen, bekommen wir aktuell noch nicht viel von der richtig kalten Luft ab.
Die Temperaturunterschiede im Land sind jedoch schon recht groß. Morgen erwarten die Modelle bei uns Temperaturen von bis zu 8 Grad, während es beispielsweise in der Uckermark nur noch Tageshöchstwerte von -8 Grad geben wird. So ist der Winter dieses Jahr in Deutschland: zweigeteilt. Schaut man sich die Wetterentwicklung in etwa 32 Kilometer Höhe an (da, wo der Polarwirbel derzeit sein Unwesen treibt), dann erkennt man, dass sich in der nächsten Zeit eine Veränderung einstellen soll. Der Polarwirbel könnte so langsam den Geist aufgeben und sich in den nächsten ein bis zwei Wochen so langsam auflösen bzw. aufteilen.
Wenn dem so ist, wie es die Modelle berechnen, dann bleibt uns der Winter noch ein bisschen erhalten. Denn ein „Aufsplitten“ des Polarwirbels deutet in der Regel auf eine Änderung der Höhenströmung hin, die dann eher auf nördliche bzw. östliche Richtungen geprägt ist. Bis diese aber am Boden ankommt, dauert es normalerweise ein paar Wochen. Wir können also damit rechnen, dass wir im Februar auch noch winterliche Phasen mit kalter Luft bekommen werden. Das wird aber eher Mitte bzw. Ende Februar der Fall sein. Warten wir mal ab, was Frau Holle und Co. mit uns im neuen Monat noch so vor haben

