Der Klimawandel zeigt sich auch in den Ozeanen: Wetterexperte Oliver Baldsiefen erklärt, warum die Meere immer wärmer werden.
Donnerwetter!40 Grad im Sommer sind bei uns im Bergischen nicht normal

Unser Wetterfrosch Oliver Baldsiefen. (Archivbild)
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Liebe Wettergemeinde! Der diesjährige Sommer ist schon ein ganz besonderer. Er kommt dem Sommer 2003, wo es über Wochen Hitze und Dürre gab, schon recht nahe. Wir sind aktuell in einer kühleren nordwestlichen Strömung, aber immer noch am Rande des Azorenhochs.
Ab etwa Mitte der kommenden Woche deuten die Modelle dann die Rückkehr der heißen Luft an, denn mit einem Tief bei den iberischen Inseln wird mit Drehung der Strömung auf südliche Richtungen erneut heiße Luft aus Afrika angesaugt.
Geht man nach den Hauptläufen der Modellberechnungen, dann sind durchaus wieder Werte in Richtung 40 Grad möglich. Wir sollten allerdings bedenken, dass neben dem sogenannten „Hauptlauf“ – also der eigentlichen Berechnung der Wetterlage durch die Computermodelle – immer noch weitere „Nebenberechungen“, die sogenannten Ensambles, durchgeführt werden.
Hier simulieren die Modelle die gleichen Berechnungen der Hauptläufe, ändern aber leicht die Anfangsbedingungen, deren Quellen beispielsweise Satellitendaten, Wetterballonmessungen oder die Daten der Bodenstationen sein können. Diese Ensambles können deutlich von dem Hauptlauf abweichen und in den wärmeren und kühleren Bereich ausschwenken.
Wenn wir uns unsere „40 Grad“ mal anschauen, dann simuliert eine Vielzahl der Ensambles eine deutlich kühlere Variante für diesen Zeitpunkt. Es ist also noch nichts in Stein gemeißelt. Wir sind natürlich aktuell – Ende Juli – mitten im Hochsommer und da sind warme Temperaturen nichts ungewöhliches. Was dieses Jahr aber sehr ungewöhnlich ist, ist die Trockenheit (wir sind schon seit mehreren Woche im Einflussbereich des Azorenhochs) und die sehr heißen Temperaturen – beispielsweise im Juni.
Ich kenne einige Leute, die der Meinung sind, dass die Sommer früher auch so heiß waren und es nichts ungewöhnliches ist. Aber machen wir uns nichts vor. Der Klimawandel ist da und die immer wärmer werdenden Ozeane und Meere sind ein deutliches Zeichen dafür. 40 Grad bei uns im Bergischen sind für einen Sommer nicht normal und hat es bei uns früher auch so nicht gegeben. Die nächsten Jahrzehnte dürften zeigen, wie sich dieser bei uns auswirken wird.
