Zerwürfnis der Grünen in MarienheideOrtsverband kritisiert „pseudogrünes Bündnis“

Wie geht es mit Kirsten Zander-Wörner und Christel Kirkes nach ihrem Austritt bei den Grünen weiter? (Symbolbild)
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Marienheide – Der Marienheider Ortsverband der Grünen wirft seinen abtrünnigen Ratsfrauen vor, ein „pseudogrünes Bündnis“ zu gründen. Die Angesprochenen Kirsten Zander-Wörner und Christel Kirkes sagen, ihre Ziele seien immer noch grün, „allerdings nicht dunkelgrün“.
Nach dem Zerwürfnis zwischen Partei und Ratsfraktion schlagen die politischen Wogen in Marienheide immer noch hoch. Beiderseits werden die Waffen für den Wahlkampf geschärft – und Zander-Wörner und Kirkes positionieren sich in der Bürgermeister-Frage: Sie wollen Amtsinhaber Stefan Meisenberg bei der Wiederwahl unterstützen.
Zander-Wörner und Kirkes nennen Gründe für den Austritt
In einem Schreiben haben die beiden Frauen jetzt konkretisiert, warum sie Mitte Februar aus der Partei ausgetreten sind und eine neue Fraktion „Bündnis 2020“ gegründet haben. Weil sie ihre Ehrenamtsentschädigungen in die grüne Ortsverbandskasse hätten spenden müssen, hätten sie sich von der Partei losgesagt. Der Weg der Grünen sei aus ihrer Sicht weder mit den politischen Zielen aus dem Kommunalwahljahr 2014 vereinbar, noch mit ihren künftigen Zielen. Die beiden Ratsfrauen nennen in ihrer Mitteilung eine Reihe von Punkten, für die sie sich in den vergangenen sechs Jahren eingesetzt hätten.
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Und sie nennen vier Punkte, für die ihr neues „Bündnis 2020“ stehe. Unter anderem wollen sie die Aussiedlung „der Spedition“ aus dem Ortskern erreichen. Namentlich wird Spediteurin Claudia Trommershausen nicht genannt, die für die Grünen nun auf Platz 1 der Reserveliste kandidiert. Weitere Punkte: Das neue Bündnis sei für ein Gewerbegebiet auf dem Flugplatzareal, falls es unbedingt Gewerbeflächen brauche, und es will das Hup-Signal der Regionalbahn im Hauptort abstellen. Im Detail wollen Zander-Wörner und Kirkes ihr Programm bei der Gründungsversammlung der Wählergemeinschaft am Donnerstag, 26. März, 19 Uhr, vorstellen.
Seit Jahren gab es Zweifel an der politischen Haltung der Abtrünnigen
Der Ortsverband reagiert seinerseits mit Vorwürfen gegen seine davongelaufenen Ratsfrauen. „Seit Jahren schon fragten wir und andere uns, ob die beiden wohl in der richtigen Partei waren“, schreibt Seb Schäfer, Beisitzer im Vorstand: „Bei fast allen Themen der letzten Jahre mussten wir unsere Fraktion zum Jagen tragen.“ Der Ortsverband sei es gewesen, der grüne Aspekte in die Debatten getragen habe, wie bei Ortskernerneuerung, Flächennutzungsplan und Klimaschutzkonzept. Schäfer weiter: „Oft genug hat die Fraktion das entweder ignoriert oder zumindest nicht engagiert vertreten.“ Bürgerbeteiligung und transparente Politik seien dem politischen Opportunismus geopfert werden.
Zander-Wörners mehrmals geäußerte Zweifel, dass der Mensch den Klimawandel verursacht, kommentiert Schäfer: „Wer die wissenschaftlichen Grundlagen des Klimawandels bestreitet, der kann nicht für die Grünen im Rat sitzen.“



