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Zu viel VerkehrKirchstraße in Marienberghausen soll ruhiger werden

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Die Kirchstraße in Marienberghausen soll verkehrsberuhigt werden – jetzt stellt sich die Frage nach den Mitteln.

Marienberghausen – Anwohner der Kirchstraße in Nümbrecht-Marienberghausen beklagen seit Jahren das hohe Verkehrsaufkommen vor ihren Haustüren, das mit schnellem Fahren und und gefährlichen Situationen einhergeht. Jetzt will die Verwaltung das Problem noch einmal anpacken. Dazu gibt es demnächst eine Bürgerversammlung. Dort können Politik und Verwaltung sondieren, welche Lösungen den Anwohnern vorschweben.

Das Einrichten eines Gehwegbereiches auf einer Seite, der mit Pollern abgegrenzt würde, ist vor mehr als zehn Jahren schon mal beraten und dann wieder verworfen worden, weil die Kirchstraße als Hauptzufahrt zum Ortskern auch von Lkw und dem Linienbus befahren werden muss und die volle Wegbreite für den Begegnungsverkehr gebraucht wird.

Verkehrsaufkommen gestiegen

Seither ist das Verkehrsaufkommen weiter gestiegen. Im Jahr 2016 ergab eine Verkehrszählung, dass täglich im Durchschnitt 884 Fahrzeuge die Kirchstraße befahren haben. Verschärft werde die Situation auch durch seitlich an der Straße geparkte Fahrzeuge. Obwohl im Vorjahr ein einseitiges absolutes Halteverbot angeordnet wurde, habe sich die Lage nicht entscheidend verbessert. Das hatten Anlieger gegenüber der Gemeindeverwaltung berichtet.

Bei einem Gespräch vor drei Wochen hätten nun Verwaltung und Anlieger über die Einrichtung einer Tempo-30-Zone nur für die Kirchstraße gesprochen sowie über das Anbringen von zwei oder drei aufschraubbaren Bodenschwellen, die mit Pollern gegen Umfahren abgegrenzt werden sollen sowie – erneut – das Aufstellen seitlicher Poller zwecks Abgrenzung des Fußgängerbereiches.

Bodenschwellen als Lärmquelle?

Im Bauausschuss betonte Bürgermeister Hilko Redenius allerdings, man habe die Anlieger vor den Bodenschwellen gewarnt. Diese könnten sich als Lärmquelle entpuppen und seien dadurch, dass alle Fahrzeuge davor erst bremsen müssen und dahinter wieder beschleunigen, auch ökologisch nicht unproblematisch.

Auch im Heimatverein Marienberghausen werde das Thema kontrovers diskutiert, berichtete dessen Vorsitzender Roland Schmidt. Er schilderte verschiedene Probleme, die bei Einbau von Schwellen und Pollern drohen: fehlende Ausweichmöglichkeiten, Rückstaus, Ausweichverkehr über die Humperdinckstraße vorbei am Schulhof und Bushaltestelle und durch die Ortsmitte. Er brachte die Idee einer Spielstraßenregelung ein.

Zunächst kein Beschluss

Sein Credo: Es müsse eine Lösung gefunden werden, die sowohl den Anwohnern nutze als auch allen anderen Verkehrsteilnehmern, die die Kirchstraße befahren müssen.

Der Ausschuss verzichtete zunächst auf einen Beschluss, will nun die Bürgerversammlung abwarten.