70 JahreDoris Maria Rößler und Familie feiern mit ihrer Gaststätte „Zur Wupperquelle“ Jubiläum

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Drei Frauen dreier Generationen stehen in einem Gastraum hinter der Theke nebeneinander.

Drei Generationen im Einsatz: (v.r.) Doris Maria Rößler, Tochter Beatrix Bauer und Enkelin Mara im Restaurant „Zur Wupperquelle“ in Marienheide

Seit dem 15. Mai 1954 ist die Gaststätte in der Marienheider Ortschaft Börlinghausen ununterbrochen im Besitz der Familie Rößler/Stellberg.

Stolz und auch ein bisschen gerührt blickt Doris Maria Rößler auf ein ganz besonderes Jubiläum. Die Gaststätte „Zur Wupperquelle“ in der Marienheider Ortschaft Börlinghausen feiert am heutigen Mittwoch ihr 70-jähriges Bestehen.

Doch nicht nur das: Seit dem 15. Mai 1954 ist sie auch ununterbrochen im Besitz der Familie Rößler/Stellberg. „Die Gaststätte ist mein Leben“, sagt Rößler, die die Gaststätte heute leitet und mit 81 Jahren noch täglich in der Küche steht, um das Essen für die Gäste zuzubereiten. Nebenbei kocht die Seniorin mittags für ihre Enkelkinder. An diesem Tag gibt's Frikadellen mit Kartoffeln und Rahmsoße.

„Zur Wupperquelle“: Gutbürgerliche Küche in Marienheide

Es ist die gutbürgerliche Küche, die schon immer auf der Speisekarte der Wupperquelle stand und von den Gästen geschätzt wird. Die Anfänge der Gaststätte in Börlinghausen waren jedoch durchaus spartanisch. Im Haus neben der heutigen Gaststätte, in dem Doris Maria Rößler geboren wurde, gab es einen Brunnen im Keller. Den habe ihre Familie   genutzt, um Milch zu kühlen. „Die Milch wurde dann an Wanderer verkauft“, erinnert sich die 81-Jährige an die Anfänge. Denn an die Quelle der Wupper habe es schon damals viele Ausflügler verschlagen. „Und in Börlinghausen gab es ja nichts an Gastronomie“, sagt Rößler.

Eine Garage des Fuhrwerksunternehmens seiner Familie, die Rößlers Vater Josef Stellberg geerbt hatte, baute er zu einem Wohnhaus um, erinnert sich Rößler. Oft bot die Familie Waldarbeitern in der privaten Küche einen Platz und verkaufte Bier. 1954 wurde das Wohnhaus zur Gaststätte ausgebaut. „Ich erinnere mich, dass viele Leute die Weltmeisterschaft bei uns geschaut haben. Das war ja das Jahr, in dem Deutschland Weltmeister geworden ist“, so Rößler. Es war der Anfang einer langen Familientradition.

Die Wupperquelle in Marienheide-Börlinghausen auf einer alten Postkarte.

Die Wupperquelle in Marienheide-Börlinghausen auf einer alten Postkarte.

Eine Speisekarte gab es anfangs noch nicht und so standen manchmal einfach nur Bockwürste und Kartoffelsalat auf dem Plan. Rößlers Mutter, Anna Stellberg, stand in der Küche. Auch Doris Maria Rößler half schon früh tatkräftig mit. Nach ihrer Hochzeit 1964 stiegen sie und ihr Mann in die Gastronomie ein. Im Sommer 1980 wurde die Gaststätte um einen größeren Saal erweitert. Im hinteren Teil des Gebäudes befand sich zudem lange eine Lohnschleiferei.

Bis heute betreibt die Familie die Wupperquelle alleine, Mitarbeiter gibt es nicht. Alle packen mit an, auch Rößlers Tochter Beatrix Bauer (51) und Enkelin Mara (21). „Ich bin so froh, dass sie sich auch für die Gastronomie interessieren“, sagt Rößler. Gekocht wird in einer kleinen Küche. Besonders beliebt sind bei den Gästen die „Wupperwaffeln“. Das Rezept kennen nur Doris Rößler und ihre Tochter Beatrix.

Viel Unterstützung aus der eigenen Familie für das große Engagement

„Vor allem die Frauen unserer Familie haben immer viel in der Gaststätte gearbeitet. Aber das wäre ohne die Unterstützung der Männer nie möglich gewesen, dafür bin ich auch meinem Mann sehr dankbar“, sagt Beatrix Bauer. Hereingeboren in einen Familienbetrieb, sei es immer selbstverständlich gewesen mit anzupacken. „Manchmal hat meine Tante ausgeholfen und wir drei Kinder. Ich habe noch zwei Brüder“, sagt Bauer. Heute ist es ihre eigene Tochter Mara, die unterstützt und den Gästen Schnitzel, Käsebretter, Strammen Max oder eben die begehrten Waffeln serviert.

Beliebt wurden mit der Zeit auch die Sitzplätze auf der Terrasse der Wupperquelle. Wenn es ganz voll ist, dann finden bis zu 50 Leute im hinteren Saal und rund 25 Leute im vorderen Bereich des Gastraums Platz, berichtet Bauer. Ein volles Haus sei aber auch eine Herausforderung. „Am Vatertag waren sehr viele Leute da. Da war ich abends sehr platt“, sagt auch Doris Maria Rößler.

Den Spaß an der Gastronomie hat die Familie nie verloren. „Sobald Gäste da sind, sind wir für sie da. Dann gibt es nichts anderes mehr. Wir sind dankbar, dass wir so viele treue Stammgäste haben.“

Und wie geht’s in Zukunft weiter? „Ich werde so lange in der Küche stehen, bis es nicht mehr geht. Ich kann mir nichts anderes vorstellen“, sagt Rößler. Ob die Gaststätte dann fest in die Hände der nächsten Generation wandert, ist der Wunsch, steht aber noch nicht fest.

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