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MontfortanerNeue Patres in Marienheide vorgestellt

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Marienheide – Seit Dienstagabend wissen die Offiziellen der katholischen Kirchengemeinde St. Mariä Heimsuchung Marienheide, wer ihre Gemeinde ab September leiten wird. Der designierte Pfarrer Joseph Rayappa und der künftige Kaplan Anand Valle waren ins Pfarrheim gekommen, um sich Kirchenvorstand, Pfarrgemeinderat und Leitern der katholischen Gemeindegremien und Verbände vorzustellen – vom Kindergarten bis zur Gimborner Schützenbruderschaft.

Der Superior des Montfortaner-Ordens, Pater Hermann Josef Jünemann, hatte seinen Besuch krankheitsbedingt kurzfristig abgesagt, ließ aber von Martin Weiß, geschäftsführender Vorsitzender des Kirchenvorstands, eine Stellungnahme verlesen. So hörten die mehr als 40 Gemeindevertreter, dass sich der Orden nach dem angekündigten Weggang der Patres Robert Rego und Ronald Dhason die Frage gestellt habe, ob er sich auch weiterhin in Marienheide engagieren könne. Denn die Situation der Montfortaner in Deutschland sei schwierig: Künftig gebe es in ganz Deutschland nur noch 13 Mitbrüder – mit einem Durchschnittsalter von mehr als 77 Jahren. Die Montfortaner kamen jedoch zu dem Schluss, den Wallfahrtsort nach 60-jähriger Präsenz nicht einfach aufgeben zu wollen.

Die Entscheidung Regos und Dhasons, den Orden zu verlassen, bezeichnete Jünemann als „schmerzlich“. Pfarrer Rego selbst tauchte zu Beginn nur kurz bei der Versammlung auf und richtete wenige Worte an seine Gemeinde. Er freue sich für sie, dass die Kirche Christi vor Ort weitergehe und ein neues Team gefunden wurde. Eine Erklärung zum Weggang gab er nicht ab.

Wie die scheidenden Patres Rego und Dhason stammen auch ihre Nachfolger aus Indien. Verständigungsprobleme werden die Marienheider nicht befürchten müssen – Rayappa und Valle stellten sich in fließendem Deutsch ihrer künftigen Gemeinde vor.

Pater Joseph Rayappa ist 45 Jahre alt, seit 17 Jahren Priester und seit zehn Jahren in Deutschland. Vier Jahre lang habe er als Kaplan in einer Wallfahrtskirche gearbeitet, in der zeitweise bis zu 16 Messen pro Tag in unterschiedlichen Sprachen gehalten wurden. Seit zwei Jahren arbeitet er in einer Kölner Gemeinde – wie auch sein Mitbruder Anand Valle. Der 41-Jährige wurde 2008 zum Priester geweiht und kam vor sechs Jahren nach Deutschland. Beide Geistlichen streiften in ihren Grußworten auch das aktuelle Geschehen in ihrem Orden. Rayappa sei „traurig und tief verletzt“. Wie sein Mitbruder Valle bedauere er es, nach so kurzer Zeit Köln schon wieder verlassen zu müssen, so Rayappa. Dort seien sie mit ihrer Arbeit gerade erst richtig angekommen. Aber: „Wir kommen gerne“, betonte der künftige Pfarrer Rayappa.

Mit Pater Jesu Manickam wird der Orden also weiterhin mit drei Patres in Marienheide vertreten sein. Der Kirchenvorstand und die Leiter der Gremien stellten den Neuen ihre Gemeinde vor. Ihren Dienst sollen sie zum 1. September aufnehmen.