Die vor dem Landgericht in Köln angeklagte Tat soll in einer Notunterkunft stattgefunden haben. Einer der Beschuldigten schildert den Hergang anders.
Vorfall in MarienheideZwei Männer sollen ihren Bruder verprügelt und beraubt haben

Vor dem Landgericht in Köln müssen sich zwei Männer aus Afghanistan für einen mutmaßlichen Übergriff auf ihren Bruder in Marienheide verantworten.
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Sie sollen mit Gewalt in die Wohnung ihres Bruders eingedrungen, diesen zusammengeschlagen und ihn um 10.000 Euro in bar sowie um zwei Mobiltelefone erleichtert haben. Seit Freitag (10. Juli 2026) steht ein Brüderpaar (39 und 21) nun wegen besonders schweren Raubes vor der 26. Großen Strafkammer am Kölner Landgericht.
Der Anklage zufolge sollen die aus Afghanistan stammenden Männer am 1. Dezember 2024 die Wohnung ihres mutmaßlich geschädigten Bruders in einer Notunterkunft in der Gemeinde Marienheide aufgesucht haben.
„Entsprechend eines zuvor gefassten, gemeinsamen Tatplans traten sie dessen Zimmertür auf und schlugen sodann mehrfach mit den Fäusten auf den sich zu dieser Zeit im Bett befindlichen Geschädigten ein“, sagte die Staatsanwältin bei der Verlesung der Anklage. Anschließend hätten die Angeklagten jeweils Küchenmesser hervorgeholt und mit den Griffen der Messer auf den Geschädigten eingeschlagen.
Auch den Aufenthaltstitel des Bruders sollen die beiden Angeklagten in Marienheide gestohlen haben
Auch sollen sie einen Schrank durchwühlt und einen Rucksack entwendet haben, in dem sich jene 10.000 Euro sowie zwei Telefone der Marken Apple und Samsung mit einem Wert von insgesamt etwa 2000 Euro befunden haben sollen. Eine EC- und eine Versicherungskarte sowie den Aufenthaltstitel sollen die Angeklagten ebenso eingesteckt haben, bevor sie flohen.
Der 39-Jährige – ein ehemaliger Polizist aus Kabul, der 2015 nach Deutschland geflohen war – stritt die Vorwürfe ab. Vielmehr habe der mutmaßlich geschädigte Bruder sowohl ihn, als auch seine Eltern – die seit 2023 ebenfalls in Deutschland leben – wiederholt bedroht.
„Er sagte immer wieder zu meinen Eltern, dass er sie schlagen wolle“, erklärte der 39-Jährige, der zwar Deutsch spricht, die Sprache aber nicht gerichtsfest beherrscht. Deshalb griff er auf die Dienste eines Dolmetschers zurück. Er selbst sei ebenfalls wiederholt von seinem Bruder bedroht worden, sagte der 39-Jährige.
Angeblich Fotos von der Familie in den Sozialen Medien mit Drohungen versehen
Zudem habe das mutmaßliche Opfer Fotos von der Familie in Sozialen Medien gepostet und diese mit Drohungen versehen. „Als wir das gesehen habe, waren wir alle in der Familie schockiert“, führte der 39-Jährige aus. Am Tag der mutmaßlichen Tat habe er den Bruder gemeinsam mit seinem 21-jährigen Bruder zur Rede stellen wollen.
„Was für ein Problem hast Du?“, habe er gefragt, nachdem sie dessen Wohnung betreten haben wollen. Daraufhin habe das mutmaßliche Opfer nach einem Stock gegriffen und damit auf sie eingeschlagen. Er sei auch an der Hand verletzt worden, diese Verletzung sei im Gummersbacher Krankenhaus behandelt worden. Er sei eine Woche krankgeschrieben gewesen, was der Vorarbeiter bestätigen könne. Geld oder Handys hätten er und der 21-Jährige nicht mitgenommen.
Weiter berichtete der 39-Jährige, dass es erst im Juni erneut zu einem Angriff durch den Bruder auf ihn gekommen sei. Die Polizei habe diesen für eine Nacht in Gewahrsam genommen.
Der Prozess ist mit weiteren vier Verhandlungstagen bis Anfang August terminiert.
