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Eröffnung des PumptracksPiste frei für Morsbachs junge Biker

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Janik (im Bild) und einige andere durften unter den Augen von Bürgermeister Jörg Bukowski ein paar Testrunden auf der Hügelpiste drehen.

Morsbach – Sie gestehen sofort, auch wenn Morsbachs Bürgermeister gerade zuhört. Aber die Versuchung war einfach zu groß, das Fahrrad schnell startklar, der Sturzhelm prompt festgezurrt. Seit wenigen Tagen fertig ist der neue Pumptrack im Kurpark. Und seitdem das so ist, haben Rathausmitarbeiter immer wieder junge Radsportler auf der Buckel- und Kurvenpiste mitten in Morsbach gesichtet. Allerdings: Eröffnet ist diese Anlage noch nicht. Weil das aber der Gemeinde Probleme bescheren könnte, hat Bürgermeister Jörg Bukowski entschieden, dass der Pumptrack schon vor der Eröffnung des Parkgeländes von Kindern und Jugendlichen in Besitz genommen werden darf, und zwar ab dem kommenden Montag. Ab dann muss sich kein Radsportler mehr mit seinem Gefährt heimlich durch den Bauzaun drücken.

Zäune trennen die Radler von den Radladern

„Soft-Opening nennt man das heute wohl“, sagt Bukowski und lacht. Bis zum Beginn der neuen Woche seien auch die letzten versicherungsrechtlichen Fragen geklärt und ein paar Schutzzäune aufgestellt. Diese trennen die Piste vom übrigen Parkgelände, auf dem zurzeit noch geschuftet wird und Bagger kreuz und quer rollen. Stattfinden soll die Eröffnung des früheren Kurparks als Erholungszone für jede Morsbacher Generation am 14. September. „Aber so lange wollten wir die Jüngsten wirklich nicht mehr hinhalten“, erklärt Bukowski und blickt zufrieden auf zehn Radsportler, die da gerade ihre Runden fahren und die Strecke testen, diesmal mit Erlaubnis des Rathauschefs.

Ab dem kommenden Montag steht der neue Pumptrack den Kindern und Jugendlichen offiziell zur Verfügung.

Bis Montag will die Gemeinde zudem ein paar Findlinge an den Streckenrand wuchten lassen, damit Zuschauer darauf sitzen können, auch erwartet sie einen Container, den ein örtliches Unternehmen schenkt: Darin soll ein Besen ebenso Platz finden wie Werkzeug für kleine Reparaturen und die Biker mit ihren Rädern selbst, wenn es mal regnet. Grüner werden soll der Pumptrack, das Gras ist gesät. Die Regeln hängen noch an den Bäumen, bald soll’s Tafeln geben.

Zahlen

Nach Angaben des verantwortlichen Landschaftsplaner Thomas Wündrich misst die Fläche des Pumptracks rund 850 Quadratmeter, die Fahrflächen liegen bei 350 Quadratmetern. 60 Meter ist der Parcours lang, 18 Meter misst an der breitesten Stelle. Zwischen 1,20 und fast drei Meter ist die endlose Asphaltbahn breit, sodass die Biker stellenweise nebeneinander cruisen können. Die Kurven sind zwischen 60 Zentimeter und 1,60 Meter hoch. Die Baukosten gibt Wündrich mit rund 70 000 Euro an. (höh)

Morsbachs erster Pumptrack kommt also an, das steht fest. Dafür haben auch die Mitglieder des Jugendrates gesorgt, die bei Workshops Ideen entwickelt haben. So wie Janik. „Wir wissen eben besser Bescheid“, sagt der 14-Jährige aus Böcklingen und zeigt auf eine eckige Plattform in der Mitte der Kurvenlandschaft: „Table“ heißt die im Bikerjargon, das meint Sprungrampe und Kreuzung gleichermaßen. Gebaut wurde der Table, weil die jungen Leute ihn haben wollten und Bürgermeister Bukowski dank zweier Spender plötzlich 20.000 Euro mehr für die Anlage auf dem Konto hatte. Und an der Grenze zu den Tennisplätzen gibt es eine Extra-Schleife, die damit bezahlt worden ist. Die große Abschlusskurve am Wisserufer ist dagegen für Jonas das Beste an der Anlage, der 15-jährige Morsbacher hat ebenfalls bei der Planung mitgeredet.

Vor wenigen Tagen ist der Track fertig geworden.

Den universellen Mittelpunkt nennt dagegen Johannes Neumeier aus Kürten jenen Table. Er gehört zum Team von Pathfinder Traildesign und zu jenem Unternehmen, das den Pumptrack gestaltet hat. Weltweit wirft es solche Anlagen ins Grüne. „Das Besondere an der in Morsbach ist, dass selbst kleine Kinder sie mit dem Laufrad befahren können“, betont Neumeier und ergänzt, dass der Parcours an die Lage im Kurpark – sprich: in einem Mehr-Generationen-Park – angepasst sei und keine Altersgrenzen verlange.

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Liya bestätigt das. Sie ist diesmal nicht nur das einzige Mädchen in der Bikerrunde, sondern mit ihren sieben Jahren auch die Jüngste. „Hügelfahren macht Spaß“, erklärt sie knapp, zieht den Lenker zurecht und startet erneut. Leo (9) und Kilian (10) sind dagegen alte Hasen im Pumptrackgeschäft. Sie finden Hubbel toll, Sprünge cool, rauschen gerne durch die Kurven. „Aber manchmal ist Fußball besser als Radfahren“, findet Leo.