Leidenschaft und Beruf sind bei Naty Müller und Johanna Tryggvason eins, denn die beiden Lindlarerinnen sind professionelle Reiterinnen. Sie bilden Reiter und Pferde aus und haben sich ganz dem Reitsport verschrieben. Einem ganz speziellen allerdings, denn die beiden beschäftigen sich nur mit Islandpferden. Und die begeisterten Reiterinnen sind erfolgreich, so sehr, dass sie morgen zum wichtigsten europäischen Turnier für Islandpferde starten: Den Mitteleuropäischen Meisterschaften, die in Brunn-adern (Schweiz) stattfinden. Aus 265 Bewerben wurden Müller und Tryggvason vom Bundestrainer ausgewählt und gehen für die Nationalmannschaft an den Start. „Das ist schon etwas ganz Besonderes“, sagt Naty Müller. Auch wenn sie, ebenso wie Johanna Tryggvason, viel Erfahrung mit Turnieren hat. Die Anreise sei lang und die Situation bei einem solchen internationalen Turnier, dem wichtigsten neben Weltmeisterschaften, auch für die Pferde ungewöhnlich. Viel komme darauf an, wie die Pferde mit der Situation fertig würden. Aber natürlich müssten auch sie eine fehlerfreie Leistung bringen, um am Ende ganz oben zu stehen. Denn die beiden wollen auf jeden Fall ins Finale kommen und am liebsten natürlich auf das Treppchen. Müller wird mit ihrem Oskar in Fünfgang und mit Pála im Viergang und Tölt an den Start gehen. Tryggvason tritt mit Fönix im Viergang und Tölt an.
Schon früh lernte Naty Müller reiten, denn sie wuchs auf einem Gestüt in der Nähe von Hannover auf, auch Johanna Tryggvason wurde die Liebe zu den Pferden in die Wiege gelegt. Als Jugendliche kam dann bei Müller die Begeisterung für die Islandpferde. „Sie haben einen ganz eigenen Charakter, sind robust und temperamentvoll“, schwärmt die 36-Jährige von den Islandpferden. „Sie sind ursprünglicher“, ergänzt Johanna Tryggvason, die Island nicht nur durch die Pferde, sondern auch durch ihren Mann, den sie dort beim Studium kennenlernte, verbunden ist.
