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EinradsportlerOberberger starten nach langer Pause gleich mit der WM

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Auf die Norddeutschen Meisterschaften im Freestyle haben sich Alina Simara (l.) und Sina-Maria Brockhaus vorbereitet. 

Nümbrecht – Für die Einradsportlerinnen und -sportler des SSV Nümbrecht und des TuS Reichshof ist es nach der langen Corona-Pause mit Volldampf wieder losgegangen. Zunächst stand die Unicon in Frankreich an, die Weltmeisterschaft, die zuvor zweimal verschoben worden war, und am kommenden Wochenende geht es zu den Norddeutschen Meisterschaften, die die Qualifikation für die deutschen Meisterschaften sind.

Die werden erstmals von den beiden Verbänden, dem Bund Deutscher Radfahrer (BDR) und dem Einradverband Deutschland (EVD), gemeinsam ausgerichtet. Das ist ein Schritt zur Professionalisierung im Einradsport.

Auf dem Parkplatz trainiert

„Dem Einradsport hat die Pause durch Corona schon sehr zugesetzt“, sagt Peter Kaufmann, Leiter der Einradsportler im SSV Nümbrecht. Die haben sich auf Freestyle spezialisiert. Alleine oder in Gruppen werden artistische Küren gefahren. Die Einradsportler im TuS Reichshof treten in Disziplinen wie Trial, Weit- und Hochsprung an. Eine besondere Motivation für die Sportler sind dabei die Wettkämpfe, sagt Kaufmann.

Und die seien in den vergangenen drei Jahren weggefallen. „Es hat sich kaum einer getraut, einen Wettkampf auszurichten.“ Zwar musste die Nümbrechter Abteilung nicht um ihre Existenz fürchten, doch nicht alle Mitglieder kehrten zurück.

Wieder Lust an Bewegung

Dass es jetzt wieder rund 20 sind, liege zu einem daran, dass die Kinder wieder richtig Lust hätten, sich zu bewegen, sagt Kaufmann. Zum anderen gab es dreimal ein Ferienprogramm von jeweils einer Woche in der Halle mit einer Kombination aus Sportprogramm und Freizeitgestaltung. Eine „tolle Mannschaft“ mit den jungen Trainern und einer Mutter seien mit großem Engagement dabei gewesen.

Wichtig, sagt Peter Kaufmann, seien die sportlichen Vorbilder im Verein. Die können wieder aktiv sein. Einmal im Monat gibt es das Freestyle-Kadertraining des RKB Solidarität, das jetzt in Nümbrecht stattfand. Zudem waren Lalenia Hirte, Swantje Wicker, Kim Höser, Thomas Höser und Theresa Mausehund bei der WM im französischen Grenoble, wo rund 1500 Teilnehmer aus 32 Ländern in 37 Disziplinen am Start waren.

Die Oberbergerinnen wurden beim Kadertraining mit Lalenia Hirte und den WM-Teilnehmerinnen Theresa Mausehund, Kim Höser und Swantje Wicker (v.l.) in der Nümbrechter Sporthalle vorbereitet.

„Die WM sollte eigentlich schon 2020 stattfinden, musste aber verschoben werden“, sagt Lalenia Hirte (31), die in den vergangenen Jahren zu den erfolgreichsten Sportlerinnen in ihren Disziplinen zählte. „Es war einfach schön, alle wieder zu sehen.“ Sie ist mittlerweile auch Trainerin der Freestyler.

In der Zeit, in der die Hallen geschlossen waren, trainierten die Einradfahrerinnen viel auf Parkplätzen. „Wir wollten aber so schnell wie möglich zurück in die Halle, denn nicht alles, was eine Kür im Freestyle ausmacht, ist draußen zu trainieren“, sagt Swantje Wicker.

Tolle Wettkampfatmosphäre

Zudem trainiere man auf einen Wettkampf hin und die Qualifikation für die WM war für die Kür von Swantje Wicker und Kim Höser 2021 verfallen. „Wir mussten uns neu qualifizieren, was wir zwei Monate vorher getan haben.“ Was kein leichtes Unterfangen war, denn Swantje Wicker lebt seit zwei Jahren in Kiel, während Kim Höser in Wiehl wohnt. Da hilft dann das Kadertraining, an dem Einradfahrer aus ganz Deutschland teilnehmen. Platz sechs belegte das Nümbrechter Duo mit seiner Kür.

Nach der langen Wettkampfpause sei sie froh gewesen, wieder antreten zu können, sagt Lalenia Hirte. Sie habe versucht, allen Leistungsdruck hinter sich zu lassen. Während sie den Hochsprung komplett verhauen habe, habe sie mit 2,05 Meter einen neuen persönlichen Rekord im Weitsprung verzeichnet.

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Ebenso wie im Trial erreichte sie auch in dieser Disziplin das WM-Finale. „Es war toll, die Tribünen waren voll und es herrschte drinnen und draußen eine tolle Atmosphäre“, beschreibt sie die besondere Stimmung.

Die besondere Wettkampfatmosphäre werden an diesem Wochenende die Freestyle Nachwuchssportlerinnen Sina-Maria Brockhaus (11) und Alina Simara (12) erleben, die bei den Norddeutschen Meisterschaften im Einradfahren antreten werden.