Freude am FeierabendDer MGV Marienberghausen gehört zu den ältesten Chören

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Fleißig üben die Männer für ihr anstehendes Weihnachtskonzert und das Bundesleistungssingen.

Marienberghausen – Angestellte der Homburgischen Papierfabrik Geldmacher und Feierabendmusiker der „bauerschen Kapellen“ waren es, die sich etwa in der Mitte des 19. Jahrhunderts trafen, um gemeinsam zu singen. 1854 wurde dann in Marienberghausen, heute ein Ort in der Gemeinde Nümbrecht, ein Männergesangverein gegründet. Zunächst trafen sich nur eine Handvoll Sänger, um die Gemeinschaft zu pflegen und zusammen zu musizieren.

Weihnachtskonzert

Um die Freude an der Musik mit anderen zu teilen, veranstaltet der MGV am Sonntag, 10. Dezember, ab 17 Uhr in der evangelischen Kirche in Marienberghausen sein Weihnachtskonzert. Mit dabei sind diesmal der MGV Homburg Winterborn unter der Leitung von Karsten Rentzsch und das Bläserensemble „Blechhaufen“. Dazu wird sie als Gast der Pianist und ehemalige Musiklehrer des Waldbröler Hollenberg-Gymnasiums, Walter Köster, begleiten. Der Eintritt ist frei. (mlh)

Heute, mit einer mehr als 160 Jahre alten Tradition und nur einer kleinen Pause während Kriegszeiten, behauptet sich der MGV als ältester Chor im Homburger Land. Im gesamten Kreisgebiet ist nur der MGV „Liedertafel“ Wallefeld 1851 noch älter. Im Jahr 2017 angekommen, zählt der Chor 22 aktive Mitglieder, die ihre Liebe zur Musik teilen. Der Jüngste, Max Stöcker, ist gerade einmal 25 Jahre alt und der Älteste, Willi Schumacher, bereits über 80.

Konrad Ossig leitet den Chor. „Mir ist es wichtig, mit der Zeit zu gehen.“ So finden sich im Repertoire neben Volksliedern auch moderne Literatur und Gospel, alles jedoch a-cappella. Auch vor Fremdsprachen scheut sich der Chor nicht: Englische Stücke gehören ebenfalls zum Programm der Konzerte. „Dennoch – anders als man es erwarten würde – wünschen sich Jüngere, wenn sie Geburtstag haben, meist ein traditionelles Ständchen“, sagt Frank Bauer, zweiter Vorsitzender. Aber auch sonst geht der Chor mit der Zeit und ist beispielsweise seit Dezember vergangenen Jahres auch auf sozialen Medien, darunter Twitter, vertreten.

Sein Können zeigt der Chor immer wieder bei Konzerten in und um Marienberghausen. So geben die Sänger beispielsweise fast jedes Jahr ein Weihnachts- oder Neujahrskonzert und kooperieren mit Chören aus der Umgebung.

Bunt gemischt aus allen Altersklassen finden sich die 22 Mitglieder des Männergesangvereins zusammen um zu proben und ihrer Leidenschaft nachzugehen.

Am liebsten erinnern sich die Vereinsmitglieder an ihren ersten Meisterchortitel im Jahr 1999. Die damalige Chorleiterin, Marion Schuh, hatte dem Chor dazu verholfen den für die Dauer von fünf Jahren anerkannten Titel eines Meisterchores zu holen. Seit 1999 hat der MGV 1854 Marienberghausen nun schon zwei weitere Male den Titel des Meisterchores beim Bundesleistungssingen geholt, zuletzt 2014.

„Nun geht es 2019 darum, den Titel zu verteidigen“, betont Markus Stöcker, erster Vorsitzender des MGV. Geprobt wird jetzt schon fleißig: Einmal in der Woche treffen sich die Männer im Dorfgemeinschaftshaus. „Vor besonderen Auftritten oder Wettkämpfen kommen wir natürlich noch öfter zusammen, wir wollen ja mit unserer Qualität überzeugen“, erklärt Joachim Lang, Kassierer des MGV. Der Spaß komme aber bei den Proben nie zu kurz.

Seit vielen Jahren leitet Konrad Ossig den MGV hoch konzentriert.

Man trifft sich, trinkt ein Bierchen, dann wird gesungen. In der Freizeit unternehmen die Mitglieder gemeinsam Ausflüge – mal mit, mal ohne Frauen. „Erst kürzlich sind wir ins Sauerland gereist“, blickt Stöcker zurück.

Um den Nachwuchs macht sich der MGV heute noch keine Sorgen: „Wir standen noch nie vor einem Aus und werden auch in Zukunft versuchen, den Chor weiterleben zu lassen“, so Frank Bauer. Neue Mitglieder sind jedoch immer gerne gesehen und jeder, der Interesse hat, kann freitags zu den Probezeiten vorbeischauen.

Die Proben sind immer freitags ab 18.30 Uhr in Dorfgemeinschaftshaus von Nümbrecht-Marienberghausen, Alte Dorfstraße.

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