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Selbstfahrende Autos und Busse?In Nümbrecht soll dies nicht mehr nur Vision sein

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Bevor Flugtaxis über Nümbrecht schweben, werden wohl selbstfahrende Autos durch die Straßen steuern.

Nümbrecht – Selbststeuernde Busse, autonome Autos und fliegende Taxis: Der Zukunftsausschuss der Gemeinde Nümbrecht hat am Mittwoch einen Blick in die Glaskugel gewagt – und sich mit dem grünen Landtagsabgeordneten Matthi Bolte-Richter einen Experten für neue Formen der Mobilität in seine Sitzung geholt. Die nicht so fernen Schritten hin zu einer umweltfreundlicheren Gemeinde skizzierte Dr. Sandra Opitz, die neue Strategie- und Projektentwicklerin im Rathaus.

Bolte-Richter ist in der Grünen-Fraktion im Landtag Sprecher für Wissenschaft, Innovation, Digitalisierung und Datenschutz. Mit welchen Themen sich auch die Politik in Nümbrecht eines Tages befassen werden muss, erklärte er in einem Vortrag, der ein bisschen nach Science-Fiction klang – noch zumindest. Zwar seien Flug-Taxis bislang eine Zukunftsvision, doch selbstfahrende Autos und Busse würden wohl schon im Laufe des kommenden Jahrzehnts eine realistische Alternative zur bisherigen Mobilität. Nicht jeder brauche dann noch einen Zweit- oder Drittwagen, blickte Bolte-Richter in die Zukunft: „Das autonome Fahren geht in die Richtung einer Schwarmmobilität, die man als Dienstleistung buchen kann.“ Ein Car-Sharing also, bei dem man sich nicht mehr selbst hinters Steuer setzen muss.

Balance zwischen Inovation und Datensicherheit

Nicht nur Städte, sondern auch ländliche Gebiete müssten das Thema autonome Mobilität im Auge behalten. Es gelte bald, kluge Leitplanken für deren Einsatz zu setzen. Da gehe es etwa um die Frage, das bestehende Angebot des Öffentlichen Nahverkehrs nicht durch die Innovationen zu gefährden – und auch um Datensicherheit, eine gute Mobilfunkabdeckung und Straßen, die für autonomes Fahren geeignet sind. Bürgermeister Hilko Redenius merkte an, dass seine Gemeinde gerne bereit sei, auf dem Gebiet der autonomen Mobilität zu experimentieren: „Bloß wir können es nicht bezahlen.“ Auf den Weg gebracht werden, könne dies nach Ansicht Redenius’ nur, wenn es entsprechende Vorgaben von Bund und Land gebe.

Das Thema Mobilität gehört auch zum Aufgabengebiet von Dr. Sandra Opitz, die sich dem Ausschuss als neue Rathausmitarbeiterin vorstellte. Was der bisherige Klimaschutzmanager der Gemeinde machte, ist nun auch ihr Job – aber noch viel mehr. Die aus Hannover stammende Diplom-Geografin war zuvor wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Rheinisch-Westfälischen Technische Hochschule Aachen und zuletzt an der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin in Dortmund beschäftigt.

Bürger sollen ins Projekt einbezogen werden

Erst seit Monatsbeginn ist die Neu-Oberbergerin im Rathaus, noch arbeitet sie sich ein. Das grobe Ziel aber sei klar definiert: Die Gemeinde soll als Wohn- und Arbeitsort attraktiv gehalten werden, und dafür braucht es eben Konzepte, Maßnahmen und Fördertöpfe. Dass Strategie- und Projektentwicklung für die drei Bereiche Klima, Mobilität und Digitalisierung auf ihrer Bürotür steht, kommt nicht von ungefähr.

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Es gebe Querbeziehungen, zum Beispiel führe mehr Digitalisierung zu mehr Energieverbrauch, aber auch zu weniger Verkehr. Der Themenkomplex sei umfassend, das Aufgabengebiet eine Herausforderung. Mit den bisherigen umgesetzten und in Planung befindlichen Maßnahmen, wie LED-Beleuchtung und Elektro-Autos für die Verwaltung, soll es nicht getan sein. Opitz: „Wir müssen erst mal definieren: Wo wollen wir hin, was sind unsere Prioritäten.“ Bei diesem Erarbeitungsprozess sei es auch wichtig, die Bürger mitzunehmen, etwa durch Befragungen.