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MotorsportNümbrechter Rennstall düst zum zweiten WM-Titel der Seitenwagen-Fahrer

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Zwei erfolgreiche Motorsportler

Ab sofort dürfen sich Harry Payne (l.) und Kevin Rousseau Doppel-Weltmeister im Seitenwagen-Motorsport nennen.

Das Steinhausen-Team holt nach 2024 zum zweiten Mal die WM-Krone. Genau 50 Jahre nach dem Erfolg von Rennstall-Gründer Rolf Steinhausen.

Maik Steinhausen und seine Männer haben es geschafft: Der Nümbrechter Rennstall hat zum zweiten Mal den Titel in der Weltmeisterschaft der Seitenwagen eingefahren. Auch beim Saisonfinale in Oschersleben war das Steinhausen-Team um Pilot Harry Payne (34, Großbritannien) und Beifahrer Kevin Rousseau (33, Frankreich) unschlagbar und gewann die beiden letzten Läufe der Saison.

Nümbrechter zieht mit seinem Vater gleich

Damit erleben die Bierenbachtaler nicht nur eine späte Genugtuung für die WM-Krone 2025, die Steinhausen letztlich noch am grünen Tisch verlor. Mit den Titel aus 2024 und 2026 zieht Maik Steinhausen auch mit seinem Vater Rolf gleich, der vor genau einem halben Jahrhundert (1975 und 1976) Gespann-Weltmeister wurde.

Rennszene

Hinter den Oberbergern liegt eine Saison, in der sie die Konkurrenz dominierten.

Mit 25,5 Punkten Vorsprung in der WM-Wertung war Steinhausen Racing in die Motorsport Arena Oschersleben gereist. Zwei zweite Ränge und ein Ausfall in Kroatien, ansonsten nur erste Plätze standen zu Buche und machten die oberbergischen Motorsportler zum Topfavoriten. Schon mit einem Sieg im ersten Lauf, dem Sprintrennen, konnten Payne und Rousseau ihren zweiten Triumph nach 2024 klarmachen.

Nümbrechter Gespann wurde immer langsamer

Und das gelang auch – allerdings auf dramatische Weise, die selbst der Teamchef zunächst nicht bemerkte. Denn gegen Ende des Sprintrennens über zwölf Runden wurde das Steinhausen-Gespann immer langsamer, der Vorsprung auf die Konkurrenz schmolz immer mehr. „Ich war mit recht sicher, dass Harry es langsam angehen lässt, um das Motorrad zu schonen", blickt Maik Steinhausen zurück.

Tatsächlich – und das stellte sich erst im Ziel heraus – hatte der Brite bemerkt, dass ein Rad des Seitenwagens unrund lief und zunächst einen Plattfuß vermutet, sah jedoch keinen Rauch aufsteigen. Den Gedanken, an die Box zu fahren, verwarf Payne dann aber. Später stellten Steinhausen und seine Mechaniker ein defektes Radlager fest und tauschten es aus.

Was den Zusammenhalt angeht, sind wir wirklich unschlagbar.
Teamchef Maik Steinhausen über sein Seitenwagen-Team

Damit war der Titel bereits sicher, zurücklehnen wollte sich die frisch gebackenen Weltmeister im Hauptrennen aber auf keinen Fall. „Vor allem aus unserer Region waren viele Zuschauer angereist, da wollten wir natürlich zeigen, was geht", berichtet Steinhausen. Von der Pole Position aus setzten sich Payne/Rousseau erneut schnell ab, ihr Vorsprung wurde allerdings durch eine Safety-Car-Phase wieder kassiert, nachdem ein französischer Beifahrer vom Motorrad gestürzt war.

Trotzdem gelang es dem Duo anschließend sogar noch, den Rundenrekord der 1000-Kubik-Klasse um einige Zehntel zu verbessern. Letztlich rollte die Steinhausen-Yamaha rund neun Sekunden vor der Konkurrenz über die Ziellinie. Schöne Geste am Rande: Bei ihrem letzten Rennen der Saison 2026 trugen Harry Payne und Kevin Rousseau Helme, auf denen alle Teammitglieder unterschrieben hatten. „Was den Zusammenhalt angeht, sind wir wirklich unschlagbar", bestätigte Steinhausen stolz.

Rückreise mit WM-Trophäe nach Oberberg

Nach bestandener technischer Kontrolle, der Übergabe der Weltmeistertrophäen und natürlich unzähligen Fotos stand die Rückreise nach Oberberg an. Schon vor dem eigentlichen Beginn der Saison hatte Maik Steinhausen im Gespräch mit dieser Zeitung vermutet, dass mit dem von ihm konstruierten Gespann Großes möglich sein könnte. Er behielt recht.

Unterstützt wurde Steinhausen zuletzt vom Waldbröler Getriebehersteller Stiebel, dem Logistiker Coach Service aus Wehnrath und dem Meinerzhagener Motorradausrüster Motea. Schon jetzt beginnt die Sponsorensuche für 2027. Die Besetzung der wichtigsten Rollen steht aber bereist fest: Harry Payne und Kevin Rousseau steigen auch im Sommer 2027 wieder auf die Steinhausen-Maschine.